07.05.2021 - 12:33 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Eine ganze Kuh: Neues Angebot der Steinwald-Allianz

Direkt beim Bauern einkaufen geht jetzt auch Online. Die Erzeugergemeinschaft Öko-Rinder aus dem Steinwald setzt mit einem Bio-Metzger auf einen Online-Hofladen. Vorgestellt wurde das Programm im Kulturspeicher des Rathauses Erbendorf.

Im Kulturspeicher des Rathauses wurde via Videokonferenz das Online-Hofladen-Programm vorstellt. Auf dem Bild (von links) Projektmanager der Öko-Modellregion, Günther Erhardt, Bio-Rinderhalter Matthias Zahn, die beiden Vorsitzenden der Erzeugergemeinschaft, Werner Schindler und Johann Brunner, Projektmanagerin der Öko-Modellregion, Elisabeth Waldeck, Metzgermeister Josef Ackermann, der Vorsitzende der Steinwald-Allianz, Bürgermeister Johannes Reger, Geschäftsführer Martin Schmid und Angela Ackermann von der Landmetzgerei Ackermann.
von Jochen NeumannProfil

Wissen, wo das Fleisch herkommt und die regionalen Landwirte unterstützen: Das wollen viele Verbraucher und finden für sich oft nicht das passende Angebot in der Region. Die Erzeugergemeinschaft Öko-Rinder aus dem Steinwald und Bio-Metzger Josef Ackermann setzen deshalb nun auf einen Online-Hofladen. Im Kulturspeicher des Rathauses Erbendorf stellte das Start-up-Unternehmen "Friedhold" der Gebrüder Armbrust aus Niedersachsen die Software in einer Videokonferenz vor.

„Bisher wurden die vom Bio-Metzger hergestellten Bio-Rindfleischprodukte der Steinwälder Erzeugergemeinschaft über Dorfläden, Bioläden und einige Rewe-Märkte an den Steinwälder Verbraucher verkauft“, sagt Ökomodell-Projektmanagerin Elisabeth Waldeck. Die Bio-Rinderburger zum Beispiel seien in der Tiefkühltruhe, Bio-Rindersalami und die Bio-Rindfleisch-Gerichte im Glas in den Kühlschränken der Lebensmittelgeschäfte erhältlich.

Eine geeignete Möglichkeit zum Angebot von Frischfleisch mit kürzerer Haltbarkeit eröffnete sich den zehn Bio-Rinderhaltern und Sepp Ackermann jetzt mit dem Online-Hofladen.

Chance für Verbraucher

Ende vergangenen Jahres stellte sich Moritz Armbrust, der das Start-up „Friedhold“ mit seinem Bruder gegründet hat, bei Elisabeth Waldeck vor. „Er möchte vor allem Landwirten zu einer höheren Wertschöpfung ihrer Produkte verhelfen und entwarf eine Plattform, mit der man ganz einfach einen Online-Hofladen betreiben und die Vermarktung eigener Produkte selbst in die Hand nehmen kann“, erklärt Waldeck. Das Land Niedersachsen hat das junge Unternehmen mit einem Gründerstipendium unterstützt.

„Bisher wurden die vom Bio-Metzger hergestellten Bio-Rindfleischprodukte der Steinwälder Erzeugergemeinschaft über Dorfläden, Bioläden und einige Rewe-Märkte an den Steinwälder Verbraucher verkauft.“

Ökomodell-Projektmanagerin Elisabeth Waldeck

„Das kann eine Chance für unsere regionale Bio-Rindfleisch-Vermarktung sein und auch die Chance für den bewussten Verbraucher auf ein breites Angebot an regionalem Rindfleisch von regionalen Bio-Höfen mit artgerechter Haltung, kurzen Transportwegen und fairen Preisen“, entschied das Netzwerk aus den zehn Bio-Rinderhaltern und Bio-Metzger Ackermann gleichsam. „Denn Landwirte haben mehr verdient.“

Ganzes Rind im Angebot

Über die Plattform können Fleischwaren vorbestellt werden. Sobald das Tier verstellt ist, also die „Kuh ganz gekauft“ wurde, wird es zerlegt, die Ware zum Abholen hergerichtet und der Kunde benachrichtigt. Es werden "Von-Bis-Gewichte" angegeben: Denn vor Zerlegung des Rindes können nur ungefähre Gewichtsangaben pro Fleischstück gemacht werden. Beim Online-Einkauf sieht der Verbraucher in seinem Warenkorb, mit welchem Bestellwert mindestens und auch höchstens gerechnet werden muss.

"Strukturierter Schritt nach vorne"

„Wenn es gut läuft, kann ich mir vorstellen, auch mal weiter auszuliefern", überlegt Josef Ackermann. Derzeit bietet er die Optionen Selbstabholung in seinem Verkaufsladen in Trabitz sowie die Lieferung im 20-Kilometer-Umkreis an. „Ich drücke jedenfalls die Daumen“, freut sich Moritz Armbrust, der online beim Pressetermin zugeschaltet war, über den Vermarktungsstart im Steinwald. Elisabeth Waldeck und Günther Erhardt pflichteten bei.

„Strukturen mit kurzen Wegen und fairen Preisen werden gebraucht.“

Steinwald-Allianz-Geschäftsführer Martin Schmid

Bei der Vorstellung mit dabei waren auch der Vorsitzende der Steinwald-Allianz, Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger, und Geschäftsführer Martin Schmid. „Es ist gut, dass wir die Erzeugergemeinschaft haben“, sagte Reger. Er dankte den Landwirten für ihr Mitmachen. „Die Landwirte müssen sich aus den Fängen der Großen befreien.“ Diese Online-Möglichkeit trage dazu bei. Der Bürgermeister freute sich, dass auch eine Metzgerei in dieses Projekt mit eingebunden sei.

Laut Geschäftsführer Schmid müsse die gemeinsame Vermarktung stetig fortentwickelt werden. „Strukturen werden gebraucht mit kurzen Wegen und fairen Preisen.“ Mit dem Online-Angebot werde nach seinen Worten ein „strukturierter Schritt nach vorne“ gemacht.

Die Steinwald-Allianz war beim "World Organic Forum" vertreten

Erbendorf

Mehr zu den Ökorindern

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