27.05.2020 - 16:04 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Gastro-GmbH baut in Erbendorf Schwimmhalle

Die "Steinwald-Gastro Bau- und Betriebs GmbH" vollzieht den Spatenstich für die Schulschwimmhalle. Regierungspräsident Axel Bartelt kommt zu dem Ereignis nicht mit leeren Händen.

Den Spaten beim obligatorischen Spatenstich nahmen (von rechts) "Gastro"-Geschäftsführer Hans Donko, Bürgermeister Johannes Reger, Regierungspräsident Axel Bartelt, Rektorin Sabine Graser, stellvertretender Landrat Günther Kopp, Bürgermeister Werner Prucker aus Reuth, Zweiter Bürgermeister Herbert Mattes aus Krummennaab und Bauunternehmer Stefan Aumer.
von Jochen NeumannProfil

Bartelt ist ein ein aufmerksamer Leser des Neuen Tags. Dies zeige sich bei seiner Ankunft am Mittwoch vormittag. Als ihn der Geschäftsführer der "Gastro", Hans Donko, willkommen hieß, sagte der Regierungspräsident: „Auch wenn es in der Zeitung stand, ich schüttle ihnen nicht die Hand.“ Corona lässt grüßen.

Corona geschuldet traf sich auch nur ein kleiner Kreis an Ehrengästen am zukünftigen Standort der Schwimmhalle an der Grund- und Mittelschule. „Heute ist ein besonderer Anlass“, stellte Bürgermeister a. D. Donko fest. Er ging auf das Bauvorhaben ein, das er als ein „ungewöhnliches und kein alltägliches Projekt“ bezeichnete. Er verwies auf den Landesentwicklungsplan, der für Mittelzentren Einrichtungen vorsieht, die nicht in jeder Kommune möglich seien. „Mit Erbendorf und Windischeschenbach haben wir ein solches Mittelzentrum.“ Der Schulverband selbst sei zu klein, um allein die Notwendigkeit einer Schwimmhalle nachweisen zu können, führte er fort. Er zeigte auf, dass der Landkreis im östlichen Teil bestens mit Hallenbädern versorgt sei, der Westen dagegen nur mit Kemnath unterversorgt.

„Zwei Stunden sind derzeit für die gesamte Schule pro Woche für Schwimmen vorgesehen“, so Donko weiter. „Dabei kommt nichts raus, dass ist lediglich eine Bewegungstherapie für Busfahrer“. Den Fokus der Notwendigkeit legte der Geschäftsführer aber auch auf einen anderen Punkt. „400 Ertrunkene wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gezählt, davon die Mehrzahl Kinder.“ Zudem könne heute die Hälfte aller Kinder nicht schwimmen.

„Wir brauchten Freunde und Unterstützer für eine Förderung unseres Hallenbads“, stellte Hans Donko weiter fest. „Gemeinsam haben wir es geschafft, keine Einfachschwimmhalle mit 16 mal 9 Metern, sondern eine Doppelschwimmhalle mit 25 mal 12 Metern zu realisieren.“ Bei Gesamtkosten von 4,8 Millionen Euro werden mit Unterstützung der Regierung der Oberpfalz vier Millionen gefördert. Die Planung des Gebäudes übernahm das Architekturbüro Rembeck & Partner.

„Auch bei der Stadt, die sich in der Konsolidierungsphase befindet, galt es abzuklären, ob so ein Projekt möglich sei“, stellte der Geschäftsführer weiter fest. „Die Rechtsaufsicht im Landratsamt merkte an: Jawohl, das geht.“ Donko hob hervor, dass die Schwimmhalle vorrangig dem Schulbetrieb diene. „Es ist kein Spaßbad. Wir wollen die Kinder voranbringen.“ Als kleines Highlight bezeichnete er den geplanten Hubboden des Schwimmbeckens. Auch die Nachhaltigkeit sei mit der energieeffizienten Bauweise und dem Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadtwerke gegeben. Sein Dank galt an allen Geldgebern, von der Regierung der Oberpfalz, über die Sparkasse bis zur Stadt für die Überlassung des Grundstücks, das an die Steinwald-Gastro verkauft wurde. Betreiber des Hallenbades werden übrigens die Stadtwerke sein. Donkos Dankesworte galten auch dem Stadtrat und den Gesellschaftern der GmbH. „Es war ein einstimmiger Beschluss, dieses Vorhaben durchzuführen.“

Regierungspräsident Axel Bartelt zollte der Stadt und der "Steinwald-Gastro" seinen Respekt für das „sich trauen“. Er verwies auf den Lehrplan, in dem es heißt, dass jedes Kind am Ende der Grundschule Schwimmen kann. „Deshalb freut es mich sehr, dass hier in Erbendorf diese Gelegenheit zum Schwimmen für alle Schüler aus der Region gegeben ist.“ Er könne einen besonderen Zusammenhalt in der Region feststellen. Denn insgesamt acht Grundschulen und fünf Mittelschulen unterstützen dieses Projekt, damit die staatliche Förderung an Land gezogen werden konnte.

„Zur Finanzierung gewährt die Stadt ein Bauherrnzuschuss in Höhe von vier Millionen Euro, der mit 80 Prozent gefördert wird, das sind 3,2 Millionen Euro“, so der Regierungspräsident. Bartelt hatte auch schon einen Bewilligungsbescheid über einen ersten Teilbetrag mit 400 000 Euro in der Tasche, den er, natürlich mit Sicherheitsabstand, an Bürgermeister Johannes Reger überreichen konnte. „Wenn es fertig ist, können Sie mich gerne zu einem Bad einladen.“

Bürgermeister Johannes Reger hob in seiner Ansprach vor allem das Lebensgefühl in der Stadt hervor, mit Bildung und Kultur die Grundlagen für die weitere Entwicklung der Stadt zu prägen. Er sprach von mutigen Entscheidungen des früheren Bürgermeisters und des Stadtrats, auf deren Erfahrungen der heutige Neubau beruhe. Besonders dankte er namentlich Hans Donko. Einen Dank sprach er dem Regierungspräsidenten für den ersten Bewilligungsbescheid aus. „Ich würde mich freuen, auch in Zukunft viele Förderbescheide als Redemanuskript benutzen zu können.“

Regierungspräsident Axel Bartelt (links) überreichte an Bürgermeister Johannes Reger den den ersten Bewilligungsbescheid für die Schwimmhalle.
Den Spaten beim obligatorischen Spatenstich nahmen (von rechts) "Gastro"-Geschäftsführer Hans Donko, Bürgermeister Johannes Reger, Regierungspräsident Axel Bartelt, Rektorin Sabine Graser, stellvertretender Landrat Günther Kopp, Bürgermeister Werner Prucker aus Reuth, Zweiter Bürgermeister Herbert Mattes aus Krummennaab und Bauunternehmer Stefan Aumer.
Den Spaten beim obligatorischen Spatenstich nahmen (von rechts) "Gastro"-Geschäftsführer Hans Donko, Bürgermeister Johannes Reger, Regierungspräsident Axel Bartelt, Rektorin Sabine Graser, stellvertretender Landrat Günther Kopp, Bürgermeister Werner Prucker aus Reuth, Zweiter Bürgermeister Herbert Mattes aus Krummennaab und Bauunternehmer Stefan Aumer. .
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