„Fronleichnam – ein toter Name höchst lebendig.“ So umschrieb Pfarrer Martin Besold das Hochfest des Leibes und Blutes Christi zu Beginn des Gottesdienstes in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. „Es ist ein Fest, dass unsere Gottesdienstgemeinde heute in Bewegung bringen wird“, stellte er fest.
In seiner Predigt ging Pfarrer Besold auf das alte Wort Fronleichnam ein, das aus dem Mittelalter stammt. „Fro heißt Herr und Licham bezeichnete seinen Körper.“ So feiern die Christen heute den Leib des Herren und somit Jesus Christus. „In der Monstranz werden wir den Leib Christi in Form der Hostie durch die Straßen tragen.“ Somit sei Fronleichnam nach den Worten von Pfarrer Besold ein höchst lebendiges Fest, in dem Bewegung ist und wo die Gläubigen in Bewegung kommen.
„Jesus hat viele Menschen bewegt“, stellte der Pfarrer fest. Als bekanntestes Beispiel nannte er die Brotvermehrung. „Nicht weniger als sechs Mal kommt es in den Evangelien vor, dass Jesus ganz konkret vielen Menschen unerwarteter Weise Nahrung gibt“, so Besold. „Die Menschen spüren: dieser Jesus nährt uns, unsere Seele.“
Besold ging auch auf die Pilgerreise der Pfarrei ins Heilige Land vor wenigen Tagen ein. „Auch wir sind auf den See Gennesareth hinausgefahren und haben die Brotvermehrungskirche besucht.“ Vor allem brachte er den Gläubigen das dort vorhandene antike Bodenmosaik vor dem Altar näher. „Denn es zeigt anstelle der fünf Brote nur vier.“ Warum das so ist, darauf hatte Pfarrer Besold gleich selbst eine Antwort. „Das Mosaikbild will uns sagen, wir sind das fünfte Brot.“ Denn Jesus Auftrag an uns sei gerade in heutiger Zeit, das Leben zu teilen.
Nach dem Gottesdienst, der vom Kirchenchor musikalisch gestaltet wurde, begann mit dem Allerheiligsten voran die Prozession zu den Altären. Neben den Vereinsabordnungen war auch die Stadt mit Bürgermeister Hans Donko und den Stadträten vertreten.
Dabei führte der über die Frühmessgasse und Bräugasse zum ersten Altar beim ehemaligen Kaufhaus Baier, weiter über den Kaiserberg zum zweiten Altar am Kolpinghaus. Über die Pfarrgasse und den Unteren Markt zogen die Gläubigen in die Jahnstraße. Denn heuer stand der dritte Altar vor dem BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheim. Über die Jahnstraße und Bräugasse ging es schließlich zurück in die Pfarrkirche wo die Prozession am vierten Altar ihr Ende fand.
„Ein herzliches Vergelt´s Gott allen für das Gebet und das Zeugnis unseres Glaubens“, sagte Pfarrer Besold abschließend. Sein Dank galt insbesondere der Stadtkapelle und dem Kirchenchor, die die Prozession begleiteten sowie der Feuerwehr, die die Straßenabsperrungen übernommen hat.
















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