14.11.2019 - 13:12 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Gewalt gegen Rettungskräfte

„Gewalt gegen Rettungskräfte.“ Damit setzten sich die Erbendorfer BRK-Mitglieder in ihrer Monatsversammlung auseinander. Der Fachmann rund um das Thema war Polizeihauptkommissar Thorsten Fiebiger.

Polizeihauptkommissar Thorsten Fiebiger von der Polizeiinspektion Kemnath
von Jochen NeumannProfil

"Gewalt gegen Rettungskräfte ist sozialwidrig, verächtlich und damit Gewalt gegen die Gesellschaft." Mit diesen Worten brachte Polizeihauptkommissar Thorsten Fiebiger von der Polizeiinspektion Kemnath das Thema der BRK-Monatsversammlung auf den Punkt.

Er zeigte den Teilnehmer den Anstieg der Straftaten gegen Rettungskräfte in der Oberpfalz auf, die im Jahr 2015 bei 25 und im vergangenen Jahr bei 27 lagen. "Ein höherer Anstieg ist bei Straftaten gegen Polizisten festzustellen." Sie stiegen sprunghaft von 490 in 2015 auf 648 in 2018 bei rund 145 000 Einsätzen jährlich an. "Es ist eine überschaubare Anzahl, dennoch ist jeder Übergriff auf Einsatzkräfte einer zu viel."

Fiebiger führte aus, dass in der Oberpfalz seit gut einem Jahr das Projekt "Priorisiertes Verfahren - Die Strafe folgt auf den Fuß" laufe. Dabei handelt es sich um eine effiziente und priorisierte Bearbeitung von Strafsachen gegen Polizisten und Rettungskräfte mit entsprechender Medienarbeit. "Ein Polizist wird beispielsweise bei einer Auseinandersetzung in der Disco beleidigt, und innerhalb von vier Wochen ist bekannt, dass dies mit 1000 Euro geahndet wurde."

"Ein Problem bei vielen Einsätzen und Straftaten sind Drogen, Alkohol oder psychische Ausnahmezustände", so der Fachmann. Aber es gebe auch weitere Faktoren, die im Einsatz eine Rolle spielen. Dem sich schon im Vorfeld zu erwehren, gebe es zahlreiche Maßnahmen für Einsatzkräfte. Er nannte Deeskalations-Training und Fortbildungen.

"Ich ermutige die Einsatzkräfte, rechtzeitig die Polizei bei kritischen oder unklaren Einsätzen hinzuzuziehen", legte Fiebiger den BRK-Mitgliedern ans Herz. "Selbstschutz muss immer Vorrang haben."

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