10.10.2018 - 13:33 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Graffiti sprüht vor Glück

Hoher Besuch in der Grund- und Mittelschule. Regierungspräsident Axel Bartelt kam in die Steinwaldstadt, um die Preisträger des 65. Europäischen Wettbewerbs auszuzeichnen. Neben drei Landespreisen gab es auch einen Bundespreis.

Mit einem Bundes- und Ehrenpreis ist das Bild von Vanessa Sammeth ausgezeichnet worden.
von Jochen NeumannProfil

Eigentlich war die Ehrung der Landes- und Bundessieger des 65. Europäischen Wettbewerbs unter dem Motto "Denk mal - worauf baut Europa" schon Mitte Juli in Regensburg. Doch die Preisträger der Grund- und Mittelschule Erbendorf hatten damals auf dem Weg in die Bezirkshauptstadt einen Verkehrsunfall, bei dem Gott sei Dank nur Sachschaden entstand.

Spontan sagte Regierungspräsident Axel Bartelt damals schon zu, die Ehrung in der Steinwaldstadt nachzuholen. Am Dienstag löste er sein Versprechen ein. Lautstark begrüßte die AG "Stomp" mit viel Rhythmus auf alten Abfalleimern und Schlagwerk unter der Leitung von Rektor Peter Preisinger in der Schulaula den Ehrengast.

Positive Erinnerung

"Für uns ist es eine große Ehre, dass sie gekommen sind", betonte Rektor Peter Preisinger. Ebenfalls freute sich Bürgermeister Hans Donko über den Besuch des Regierungspräsidenten. Er hob den Stellenwert Europas hervor. Er bedauerte aber, dass dieser zur Zeit etwas schlecht geredet werde. "Deshalb ist dieser Europäische Wettbewerb wichtig", stellte Donko fest. "Dadurch wird der europäische Gedanke vorangetragen und das Zusammenwachsen und Miteinander wird gestärkt."

Schulamtsdirektor Rudolf Kunz freute sich, Bartelt in der Schulfamilie begrüßen zu können. Kunz hob die Partnerschaften zu Tschechien hervor. "Wir sind stolz, dass Sie im Westen des Landkreises in der Grund- und Mittelschule erschienen sind." Der Schulamtsdirektor hoffe, dass der Regierungspräsident diese Schule in positiver Erinnerung behalte und gerne wiederkomme.

Musikalischer Abschluss

Nach der Rede des Ehrengastes wurde es für die jungen Preisträger ernst. Regierungspräsident Axel Bartelt überreichte die Urkunden an die Schüler. Aus der Grundschule erhielt Simeyna Öcal aus der letztjährigen 3a den Landespreis für ihr Bild "Der Friseur". Aus der Mittelschule erhielten den Landespreis in der Rubrik "Vergiss mein nicht" Lilly Zettl (8a), die den Eiffelturm in Paris mit Europa in Verbindung brachte, und Denise Hanny (9b), die das Holocaust-Mahnmal in Berlin zu Papier brachte.

Den Landespreis und zugleich Bundespreis erhielt Vanessa Sammet (9b) für ihr Kunstwerk "Graffiti an der Berliner Mauer". Insgesamt sind beim 65. Europäischen Wettbewerb in der Oberpfalz 117 Bundes- und Landessieger aus 28 Schulen ausgezeichnet worden.

Würdevoller Abschluss der Preisverleihung in der Grund- und Mittelschule war die Europa-Hymne, die der Grundschulchor unter der Leitung von Konrektorin Beate Koch begleitet von Rektor Peter Preisinger am Klavier sang.

Info:

„Der Weg nach Erbendorf hat sich gelohnt“, stellte Regierungspräsident Axel Bartelt fest. „So lautstark und mit so viel Rhythmus bin ich noch nie begrüßt worden.“ Er, Bartels, sei gerne nach Erbendorf gekommen.Bartels erinnerte sich an die Preisverleihung in Regensburg, wo nach der Nachricht des Unfalls der Schreck tief saß. „Ihr habt mir damals so Leid getan“, sagte er. „Wenn euch schon so was passiert, dann möchte ich versuchen, das wieder gut zu machen.“ Auch vor dem Hintergrund, dass die Grund- und Mittelschule seit vielen Jahren regelmäßig und sehr erfolgreich an den Europäischen Wettbewerben teilnimmt. „Wenn ihr nicht zu mir kommen könnt, dann komm ich einfach zu euch.“

„Deshalb bin ich heute hier und mehr Wertschätzung kann ich euch gar nicht entgegenbringen“, so Bartelt weiter. Es gehöre zu den schönsten Aufgaben, Schüler auszeichnen zu dürfen, die beim Rahmen des Europäischen Wettbewerb etwas Besonderes geleistet haben.

Der Ehrengast ging auf den Wettbewerb ein, den es seit 1953 gebe. „Seinen Ursprung hatte er in Frankreich, damals mit Aufsatzwettbewerben über die europäische Idee.“ Später sei er etwas künstlerischer geworden. „Heute sind wir Vorreiter, diesen Gedanken voranbringen zu wollen.“ „In eurem Alter wisst ihr noch nicht, wie wichtig Europa ist. “, gab Bartels zu bedenken. „Wir Älteren gehören zur glücklichen Generation, die ohne Krieg aufgewachsen ist. “, so der Regierungspräsident. „Bei unseren Eltern war das schon anders.“ Sie hätten einen oder sogar zwei Krieg miterleben müssen. „Friede, Freiheit und Wohlstand, wie wir es erleben, wünsche ich euch von ganzem Herzen.“ Den Schülern dankte er für die hervorragenden Wettbewerbsbeiträge und den Lehrern für die Unterstützung beim Wettbewerb. „Ihr habt euch wirklich Mühe gegeben“, stellte der Regierungspräsident zu den Kunstwerken fest. Die Werke seien vollauf gelungen.

Im Vorgriff auf das kommende Jahr bat er die Schüler, sich schon heute Gedanken zu weiteren Kunstwerken zum Thema „Europa – Es geht um dich“ zu machen. „Seid froh, dass ihr in so einer schönen Schule aufwachsen könnt“, stellte Bartelt abschließend fest. Eine Schule mit 300 Schülern und 32 Lehrkräften sei überschaubar. „Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre.“

Rektor Peter Preisinger (von links), Regierungspräsident Axel Bartelt und Bürgermeister Hans Donko mit den Preisträgerinnen Simeyna Öcal, Lilly Zettl und Vanessa Sammet. Mit auf dem Foto die Vertreter des Elternbeirats sowie (von rechts) Schulamtsdirektor Rudolf Kunz, Konrektorin Beate Koch und Regierungsschulrätin Susanne Knorr.
In der Schulaula ist die Preisverleihung an die Sieger des Europäischen Wettbewerbs mit Ehrengast Regierungspräsident Axel Bartelt (sitzend, Dritter von links).
Regierungspräsident Axel Bartelt.
Regierungspräsident Axel Bartels (links) überreicht die Teilnahmeurkunde am Europäischen Wettbewerb für die Mittelschule an Rektor Peter Preisinger. Mit auf dem Bild Regierungsschulrätin Susanne Knorr.
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