21.08.2020 - 16:55 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Großes Herz für Wildbienen

„Rettet die Bienen.“ Christine Meister aus Inglashof setzt diesen Slogan aus dem gleichnamigen Volksbegehren in die Tat um. Ein verwahrlostes Wildbienenvolk bekommt eine neue Heimat.

Ganz offen lag das Bienenvolk nach dem Fällen des Baumes da.
von Jochen NeumannProfil

Bei der Aufarbeitung von Käferbäumen stellte ein Landwirt aus Inglashof fest, dass in einer gefällten hohlen Fichte im untersten Stammende ein Bienenvolk seine Behausung gefunden hatte. Seine Schwester Christine Meister kümmerte sich sofort um das ungeschützte und der Witterung ausgesetzte Bienenvolk. Sie baute eine Abdeckung, damit die Witterung den Bienen und deren Waben samt Brut nichts anhaben konnte. Zudem fütterte Christine Meister diese Bienen mit einem eigens für Bienen erhältlichen Futtersirup.

Sie informierte die Verantwortlichen des Imkervereins Erbendorf und bat um Hilfe, damit die Bienen entsprechend überleben können. Imker-Vorsitzender Klaus Schmidt und Vorstandsmitglied Rudi Gürtler stellten beim Ortstermin ebenfalls fest, dass in dem hohlen Baumstamm die Bienen ihre Behausung gefunden haben.

"Das Risiko, dieses Bienenvolk aus dem Baumstamm heraus zu bergen und in eine Bienenbeute umzusetzen, war dahingehend zu groß, als dass sich das Bienenvolk bis Winterbeginn kaum mehr zu einem überwinterungsfähigen Volk entwickeln würde, da die Zeit dafür einfach zu kurz ist", stellte Schmidt fest.

Bienen halten sich nicht ans Versammlungsverbot

Erbendorf

Deshalb entschieden sich die beiden Bienenfachleute, das Bienenvolk in der Baumhöhle zu belassen und den Stumpf wieder in die ursprüngliche Position aufzurichten. "Bienen sind Waldtiere und lebten ursprünglich in solch holen Bäumen", merkte der Vorsitzende an. "Das wäre eigentlich die artgerechteste Behausung für die Honigbienen." Doch seit die Varroa-Milbe Einzug gehalten hat, sind Bienenvölker leider nicht mehr in der Lage, ohne die Unterstützung ihrer Imker zu überleben.

So wurde der Baumstamm vorsichtig bis gut zehn Zentimeter über dem Bienenstock scheibchenweise abgeschnitten. Dann stellten die beiden Imker den verbliebenen Stumpf wieder auf den Baumstock drauf und sicherten diesen gegen Umfallen. "Über dem Bienennest wurde in den Stamm noch ein Loch eingebaut, über welches dann die Bienen direkt wabennah gefüttert werden können", führte Schmidt aus. "Früher nannten die Zeidler so eine Bienenwohnung Klotzbeute." Die beiden Imker führten zudem auch sofort eine erste Behandlung gegen die gefürchtete Varroa-Milbe.

Imker-Vorsitzender Klaus Schmidt bedankte sich bei Christine Meister ganz herzlich für ihr Engagement für dieses Bienenvolk. "Ohne Unterstützung wäre es dem sicheren Tod geweiht gewesen." Christine Meister bestätigte, dass sie viel Freude und Interesse an diesen Bienen gefunden habe. "Ich werde mich weiterhin um dieses Bienenvolk kümmern und es vor allem gut einfüttern, damit es erfolgreich über den Winter kommt."

Imker-Vorsitzender Klaus Schmidt und Vorstandsmitglied Rudi Gürtler stellten den Baumstamm wieder auf und gaben dem Bienenvolk so wieder ein "Dach über den Kopf."
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