21.02.2020 - 09:58 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Grüne wollen in Erbendorf zwei Stadtratssitze

Die Bündnisgrünen sind der festen Überzeugung, dass sie den Einzug ins Erbendorfer Rathaus schaffen. Zwei Sitze im Stadtrat sind das erklärte Wahlziel. "Noch schöner wären natürlich drei", sagt Bio-Bauer Josef Schmidt von der Grenzmühle.

Listenführer Josef Schmidt und die Bezirksvorsitzende Tina Winkelmann bei der Vorstellung des Wahlprogramms der Grünen in Erbendorf.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Josef Schmidt kandidiert auf dem ersten Platz und ist damit erster Anwärter für ein Mandat im Erbendorfer Stadtrat. Der Bio-Bauer gab sich beim ersten Bürgergespräch am Dienstag im Hotel Aribo sehr kämpferisch. Die Stadt brauche dringend Grüne in der Politik, allein schon wegen der Öko-Modell-Region, die viel mehr mit Leben erfüllt werden müsse. Es werde ständig davon geredet, wie wichtig und gut diese Modellregion sei und wenn es dann eine öffentliche Veranstaltung gebe, kämen meist billige Supermarkt-Produkte statt hochwertige Erzeugnisse aus der Region auf den Tisch, behauptete der Kandidat.

Wochenmarkt auf der Liste

Um ein Zeichen zu setzen, luden die Grünen alle Besucher zu einem kleinen Imbiss mit hochwertigen Öko-Produkten ein. Dafür werde man bei den Wahlplakaten sparen, kündigten die Grünen an. Ein großes Anliegen ist es auch, dass in Erbendorf ein Wochenmarkt oder ein ähnliches Angebot geschaffen wird, bei dem die Bürger Gemüse, Obst und andere Produkte aus der Region kaufen können. Schmidt forderte zudem, in den Mittelpunkt der politischen Überlegungen wieder den tatsächlichen Bedarf und nicht irgendwelche Förderprogramme zu stellen: "Wenn ich weiß, Äpfel werden gebraucht, dann pflanze ich doch nicht Birnbäume, nur weil es dafür eine Förderung gibt."

Die Kandidaten der Liste wollen sich zudem dafür einsetzen, dass die Stadt irgendwann mit 100 Prozent regenerativen Energien versorgt werden. Schmidt: "Und wenn dafür Windräder gebraucht werden, dann müssen wir die auch bauen lassen." Der Bio-Bauer machte keinen Hehl daraus, dass er dafür auch Bäume im Hessenreuther Wald opfern würde. "Ein Wald ist etwas, das sich wieder erneuert." Zudem kündigte der Listenführer an, dass die Grünen, egal wie die Wahl letztlich ausgehe, in Erbendorf weiter für einen Umdenkungs- und Erneuerungsprozess kämpfen werden. "Selbst wenn wir in den Stadtrat nicht reinkommen, kriegt ihr uns nicht mehr los." Die Grünen hätten eine solch engagierte und gute Mannschaft beisammen, dass der Kampf auch nach dem 15. März auf jeden Fall weitergeführt werde.

Weitere Themen, welche die Grünen auf der Liste haben, sind unter anderem ein besserer ÖPNV, eine Verstärkung der touristischen Angebote in der Stadt, mehr Transparenz bei der Rathauspolitik, eine multikulturelle Gestaltung des geplanten Mehrgenerationenhauses sowie Probenräume für Bands und Musikgruppen. Die Stadt Erbendorf soll generell dazu gebracht werden, nachhaltiger zu planen und zu handeln. Schmidt: "Wir werden bei Entscheidungen ständig hinterfragen, ob das, was wir heute machen, auch noch in fünf oder zehn Jahren sinnvoll sein wird."

Gespräch mit Bürgern

Unterstützung bekam Schmidt von der Bezirksvorsitzenden der Grünen, Tina Winklmann aus dem Landkreis Schwandorf, die den Besuchern die Kandidaten der Stadtratsliste vorstellte, und Kreisvorsitzendem Fabian Neuser, der sich ungemein über das Engagement der Grünen in Erbendorf freute. Statt langatmiger Reden suchten die Kandidaten das Gespräch mit den Bürgern. Die Diskussion drehte sich dabei vor allem um zwei Themen: die Zukunft der Landwirtschaft und den geplanten Windpark im Hessenreuther Wald. Beide Punkte wurden sehr kontrovers diskutiert.

Anna Toman Besuch abgesagt

Bezirksvorsitzende Tina Winkelmann fand dies gut. Sie begrüßte ausdrücklich, dass konventionelle Landwirte zur Versammlung gekommen waren. "Wichtig ist, dass wir miteinander ins Gespräch kommen. Ihr braucht uns als Verbraucher und wir brauchen euch als Produzenten."

Ein Wermutstropfen war, dass die Landratskandidatin der Bündnisgrünen, MdL Anna Toman aus Bärnau, aus gesundheitlichen Problemen ihren Besuch abgesagt hatte. Für sie sprang Bezirksvorsitzende Winklmann ein.

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