Erbendorf
28.10.2018 - 14:25 Uhr

Gut geschlafen

„Wir haben auch eine Stimme!“. Das Motto der Jugendsynode in Rom machte sich die katholische Jugend bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche zu Eigen. Dazu gehörten Interviews ebenso dazu wie die Frage, was junge Menschen umtreibt.

Erstaunt waren die Gottesdienstbesucher beim Eintritt in die Kirche von einer, die in der Kirche übernachtete. Bild: njn
Erstaunt waren die Gottesdienstbesucher beim Eintritt in die Kirche von einer, die in der Kirche übernachtete.

Für großes Erstaunen sorgte beim Betreten der Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt zum Familiengottesdienst eine Jugendliche, die im Eingangsbereich der Kirche mit Bettzeug auf der Bank lag. Da hatte aber keine versehentlich die Nacht verbracht. Nein, vielmehr gehöhrte es zum Thema des Jugendgottesdienstes, der sich unter dem Motto „Wir haben auch eine Stimme!“ mit der Thematik der aktuellen Jugendsynode in Rom beschäftigte.

Dabei beschäftigten sich die Jugendlichen mit vielen Fragen. Was treibt junge Menschen um, warum finden sie kaum den Weg in die Kirche? Wo bleibt die Begeisterung für Christus oder nicht eher Ausschlafen, Party, Fußballspielen und andere Freizeitaktivitäten im Vordergrund? Die Antworten darauf kamen bei einem Interview unter den jugendlichen Besuchern des Gottesdienstes.

Maximilian Schultes befragte Jugendliche in der Kirche dazu. Die Schlafende auf der Bank ebenso wie den Fußballspieler oder die Partymaus. Deutlich wurde auch, dass die Ministranten, die in der Kirche ihren Dienst tun, manchmal spitzen Kommentaren ausgesetzt sind.

„Die Meinung der Jugendlichen ist wichtig“, stellte Pfarrer Martin Besold fest. Er griff die heutigen Vorstellungen Jugendlicher auf. „Warum beispielsweise gerade junge Menschen den Weg in die Kirche nicht mehr finden sind vielseitig“, stellte er fest. „Im Mittelpunkt sollte aber bei der Diskussion gerade bei dieser Frage stehen, dass der Gottesdienst nicht als eine Verpflichtung gesehen werden darf, sondern vielmehr als ein gemeinsames Fest zur Ehre Gottes.“

Den Jugendlichen gab der Pfarrer Tipps, wie sie dieses Ziel erreichen. „Eine Stunde in der Woche für Gott reservieren“, so Besold. „Das setzt Zeichen.“ Das Gebet der Jugendsynode drücke nach seinen Worten aus, was die Jugendlichen denken. „Sie sind nicht ohne Stimme und auch nicht ohne Ideen.“ Vielmehr sollten die Jugendlichen jeden Tag von neuem ihren eigenen Weg gehen und sich für das einsetzen, was einem wichtig ist.

„Gott gibt jedem immer wieder Chancen, zu rebellieren und jedem von uns die Möglichkeit, die Welt zu verändern“, so Pfarrer Besold.

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