20.11.2020 - 12:46 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Hilfs-Initiative in Erbendorf braucht Verstärkung

Ein demografisches Problem. Die Gründungsmitglieder der Erbendorfer Nachbarschaftshilfe „Der kleine Dienst“ verabschieden sich, der Nachwuchs fehlt. Mit 86 Jahren geht Mattias Stock als einer der Aktivsten „in den Ruhestand“.

Mattias Stock (mitte) mit Ehefrau Maria und Pfarrer Martin Besold (rechts)
von Jochen NeumannProfil

Im kommenden Jahr sind es 25 Jahre, dass es in der Steinwaldstadt den "Kleinen Dienst" gibt. Es ist eine ökumenische Nachbarschaftshilfe, die von er evangelischen Kirchengemeinde und der katholischen Pfarrei getragen wird. Sie hilft schnell und unkompliziert, wenn Menschen in Not sind.

Einen Einkauf erledigen, wenn man selbst nicht kann; eine dringende Fahrt zum Arzt oder zum Kirchenbesuch - all das und vieles mehr leisten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Leider hören nach und nach immer mehr Gründungsmitglieder auf. So auch Magdalena Dagner aus Wildenreuth und Mattias Stock aus Grötschenreuth. "Viele Jahre waren sie mit vollem Engagement dabei und haben unzählige Einsätze für ihre Nächsten geleistet", stellte Pfarrer Martin Besold fest. "Jetzt ist es glaub ich mal gut", sagt der 86-jährige Mattias Stock aus Grötschenreuth. "Ich habe es sehr gern gemacht, aber in meinem Alter muss ich auch selbst mal etwas langsamer treten."

Kontakt wird fehlen

Magdalena Dagner wird vor allem der Kontakt zu den Menschen fehlen, ist sie sich sicher. "Man bekommt ja so viel zurück, wenn man für andere da ist." Die beiden Pfarrer Martin Besold und Christoph Zeh haben die beiden "frischen Ruheständler" zu Hause besucht und ihnen im Namen der Kirchengemeinden für ihr großes Engagement gedankt. "Es ist absolut verständlich, wenn man nach so vielen Jahren und im hohen Alter irgendwann einmal anderen den Vortritt lässt", stellt Besold fest. Wenn dabei nicht ein Haken wäre. "Aktive ehrenamtliche Mitarbeiter fallen weg, aber der Nachwuchs fehlt." Jüngere Ehrenamtliche werden also dringend gesucht. "Nach wie vor sind die Helfer in Erbendorf und Umgebung unterwegs und helfen, wo es unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich ist", bestätigte Pfarrer Christoph Zeh. Dennoch können aktuell nur knapp ein Drittel der Ehrenamtlichen im Einsatz sein, da die meisten älteren Mitglieder selbst zur Risikogruppe zählen.

"Gerade im Hinblick auf die anhaltend hohen Infektionszahlen wären weitere helfende Hände sehr wichtig", stellte Zeh fest. "Die Erfahrungen aus dem letzten Lockdown haben gezeigt, dass es eine große Bereitschaft gibt, unkomplizierte Nachbarschaftshilfe zu leisten. Die Menschen halten zusammen, und das finde ich toll."

Kräfte bündeln

"Der ,Kleine Dienst' ist da eine gute Möglichkeit, die Kräfte zu bündeln und organisiert zu vermitteln", ergänzte Pfarrer Martin Besold. "Wir würden uns freuen, wenn jemand Zeit und Kraft übrig hat, die er gerne und ganz unkompliziert zum Wohle der Menschen in unserer Stadt einsetzen möchte. Interessierte können sich gerne bei uns als Helfer melden." Die Vermittlungsstelle ist unter der Telefonnummer 0151/26 149 316 erreichbar.

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