Von Wolfgang Benkhardt
Die Firma Faltenbacher GmbH & Co. KG plant den Anbau einer großen eingeschossigen Lagerhalle an die bestehenden Gebäude. Der Neubau soll in Stahlkonstruktionsbauweise mit einem Flachdach mit geringer Neigung errichtet werden. Die Halle soll knapp 20 Meter breit und gut 40 Meter lang werden. Außerdem hat die mit dem Projekt betraute Firma Lochner Stahlbaumontagen GmbH aus Erbendorf, die den Anbau schlüsselfertig erstellt, Pläne für eine etwa 10 mal 11 Meter große Überdachung zwischen dem Auslieferungs- und Entsorgungsbereich erarbeitet. Für die Statik ist das Ingenieurbüro Albrecht Gekeler und Werner Vielgut aus Windischeschenbach verantwortlich.
Die Firma Faltenbacher GmbH & Co. KG in Erbendorf ist nach eigenen Angaben einer der größten und ältesten Rollladen- und Jalousienbau-Betriebe der Region. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auch Markisen, Rolltore, textile Innenbeschattungen, Wintergartenbeschattungen, Verdunkelungen, Hausvordächer und Insektenschutz her. Abnehmer sind in erster Linie Fachbetriebe, die das Know-how aus Erbendorf schätzen.
Die Firma hat sich in knapp 60 Jahren vom Ein-Mann-Betrieb zu einem modernen Unternehmen mit derzeit knapp 130 Mitarbeitern und guten Auslandskontakten entwickelt. Der Betrieb profitiert dabei von der modernen Bauweise mit großen Glaselementen, viel Stahl und großzügigen Lichtdurchlässen. Inzwischen werden nach Angaben der Firma auch Großprojekte – meist für öffentliche Auftraggeber – in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland abgewickelt. Darunter sind viele Krankenhäuser, Altenheime und Schulen. Selbst für bekannte Objekte, wie den Münchener Flughafen Franz Josef Strauß, sowie FBI-Gebäude und das repräsentative Campus-Gebäude der Bill-Gates-Foundation in den USA kam der Sonnenschutz aus Erbendorf.
Frühere Lederfabrik gekauft
Der Betrieb ist 1967 von Hans Faltenbacher gegründet worden. Los ging es auf dem Dachboden seines Wohnhauses in der Paul-Kreuzer-Straße. Ende der 70er Jahre hat der Unternehmer die ehemalige Lederfabrik Kammerer an der Herrnmühle gekauft und dorthin die Produktion verlagert. Im Juli 2016 ist Faltenbacher in das neue Industriegebiet Schleifmühle I umgezogen. Dort wurde eine moderne Produktion auf rund 10.000 Quadratmeter Fläche aufgebaut. Hinzu kam ein 2000 Quadratmeter großes Verwaltungsgebäude.
Doch mittlerweile platzt das Unternehmen wieder aus allen Nähten. "Am liebsten hätten wir schon im vergangenen Jahr gebaut", erzählt Kurt Faltenbacher, der seit 1993 als Geschäftsführer die Geschicke leitet. Denn aufgrund einer Sortimentserweiterung – das Unternehmen stellt künftig auch innenliegende Blendschutzrollos und ein neues Produkt mit Reißverschlusssystem selbst her – benötigt er mehr Platz.
Bisher als Lagerflächen genutzte Bereiche würden für die Erweiterung der Produktion gebraucht, im Gegenzug müsse man neue Lagermöglichkeiten schaffen, erläutert Kurt Faltenbacher das Konzept. Die neue Überdachung solle dafür sorgen, auch bei Schlechtwetter sowie im Winter die Abläufe problemloser bewerkstelligen zu können.
Kurt Faltenbacher rechnet mit einer reinen Bauzeit von etwa drei bis vier Monaten. Die Baukosten schätzt er auf rund 1,5 Millionen Euro. Durch die Erweiterung des Angebots werden nach seinen Angaben zwei bis drei neue Arbeitsplätze entstehen. Der Geschäftsführer hofft, bereits in fünf bis sechs Wochen mit dem Bau beginnen zu können. Es seien schon Aufträge und Bestellungen für die neuen Systeme da, die man abarbeiten müsse, so der Geschäftsführer. Nur ungern würde er, wenn sich die Erweiterung nicht zeitnah realisieren lasse, zu Plan B greifen, sagt er. Der sieht eine Auslagerung der neuen Produktion in das Zweitwerk vor.
Gleich nach der deutschen Wiedervereinigung hat die Erbendorfer Firma in Oberlosa bei Plauen einen weiteren Betrieb gegründet. Dort werden Insektenschutzsysteme, Korbmarkisen und Wintergartenmarkisen hergestellt.
Pläne für Erweiterung erstellt
Einen Schritt hin zur Realisierung der Erweiterung ist man nun weiter. Einstimmig segnete der Stadtrat in seiner Empfehlung an das Landratsamt, das die Planung genehmigen muss, das Vorhaben ab. Allerdings gibt es noch ein paar andere Probleme. Eingeplante Erweiterungsflächen befinden sich im künftigen Gewerbe- und Industriegebiet Schleifmühle II, das gegenwärtig erst von der Stadt ausgewiesen wird. Bürgermeister Johannes Reger hofft, dieses Verfahren "im Lauf des Jahres 2025" abschließen zu können. Nach seinen Angaben ist jetzt die erste Auslegungsphase vorbei. Als Nächstes müssten die vorgebrachten Änderungswünsche eingearbeitet und die Unterlagen erneut öffentlich ausgelegt werden, bevor der Stadtrat die Satzung beschließen könne. Ob der geplante Grund schon im Besitz der Stadt ist, war nicht zu erfahren. "Grunderwerb ist nichtöffentlich", so Reger.
"Stärkung des Standorts"
Dritter Bürgermeister Reinhold Kastner begrüßte das Vorhaben im Stadtrat als "Stärkung des Standorts". Dies sei ein zukunftsweisender Schritt, meinte er. Allerdings wies der SPD-Sprecher im gleichen Atemzug auch darauf hin, dass es für die beplante Fläche zumindest teilweise noch keinen gültigen Bebauungsplan und auch keinen geänderten Flächennutzungsplan gebe. Josef Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, dass seine Gruppierung dem Gesuch gerne zugestimmt habe, kritisierte allerdings, dass im künftigen Industrie- und Gewerbegebiet schon jetzt Bäume gefällt worden seien.
Gegenüber Oberpfalz-Medien erklärte Reger, dass das Abholzen von den entsprechenden Stellen genehmigt worden sei. Da zwischen Mai und September Fällarbeiten schwierig seien, habe man diese Maßnahme vorgezogen. Reger: "Wir wollen, dass die Firma noch in diesem Jahr das Projekt umsetzen kann."
Grünes Licht gab es auch für drei andere Baugesuche. In Wetzldorf soll eine neue Lagerhalle errichtet werden. In Erbendorf ist bei einem Wohnhaus in der Schloßstraße eine Terrassenüberdachung geplant, und in der Lindenstraße sollen vier Fertiggaragen gebaut werden.
Der Bericht wurde am Mittwoch, 4. Juni, dahingehend ergänzt, dass die Firma Lochner Stahlbaumontagen GmbH aus Erbendorf den geplanten Anbau schlüsselfertig erstellt und nur für die Statik das Ingenieurbüro Albrecht Gekeler und Werner Vielgut aus Windischeschenbach verantwortlich ist.
Industriegebiet Schleifmühle
- Der erste Teil wurde vor 26 Jahren erschlossen und ist bereits bebaut
- Befindet sich direkt an der B 22 am südöstlichen Stadtrand von Erbendorf
- Verfahren für einen Bebauungsplan für die Erweiterung läuft seit Februar 2024
- 55.000 Quadratmeter sollen neu hinzukommen
- Es gibt etliche Interessenten für Grundstücke
- Die Erweiterungsfläche liegt im Osten in Richtung des Ortes Inglashof





















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