28.07.2020 - 15:22 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Jugendarbeit leidet unter Corona

Auch der Kreisjugendring Tirschenreuth kämpft mit den Folgen der Coronakrise. Dies wird bei der Vollversammlung in Erbendorf deutlich.

Kleiner als gewohnt war das Plenum bei der Vollversammlung des Kreisjugendrings in Corona-Zeiten: Von 44 Delegierten waren nur 26 anwesend, die Versammlung war allerdings beschlussfähig.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Tagen in Corona-Zeiten ist nicht alltäglich. Manches lässt sich allerdings nur bedingt auf- und verschieben – so wie die Frühjahrsvollversammlung des Kreisjugendrings, die am Montagabend in Erbendorf zusammenkam. Kleiner als gewohnt war das Plenum: Von 44 Delegierten waren nur 26 anwesend, die Versammlung war allerdings beschlussfähig.

Vorsitzender Jürgen Preisinger begrüßte neben den Delegierten Landrat Roland Grillmeier und Kreisjugendamts-Leiter Emil Slany in der Stadthalle Erbendorf. „Die Corona-Krise hat die Jugendarbeit des Kreisjugendrings stark eingeschränkt“, betonte Preisinger. Auch die Frühjahrsvollversammlung, die für April geplant gewesen war, sei abgesagt worden. Haushaltsrechtliche Vorschriften haben aber dazu gezwungen, nun dennoch eine Vollversammlung einzuberufen, um den Haushalt für das laufende Jahr zu beschließen.

Jugend mit vielen Hilfsaktionen

Inwieweit die Corona-Krise auf den Kreisjugendring eingewirkt hat, verdeutlichtet Preisinger in seiner Ansprache. Dazu gehörten zum einen zahlreiche Absprachen und Videokonferenzen, zum anderen aber auch die Absage zahlreicher Angebote wie die Oma/Opa/Enkel-Fahrt oder des geplanten Kreisjugend- und Familientags in Fuchsmühl. Im März habe man sich kurzerhand entschlossen, einen Kreativwettbewerb für Kinder und Jugendliche durchzuführen. „Mit dem gewählten Motto ‚…darauf freue ich mich!‘ – wollten wir bewusst etwas Positives vermitteln“, sagte Preisinger. Die Preisverleihung soll nach der Sommerpause stattfinden. Auch das Jugendmedienzentrum, so Preisinger, habe viele Aktionen absagen müssen.

„Die Corona-Pandemie ist eine ernste Bedrohung für Gesundheit und Leben unserer Mitmenschen“, so der Vorsitzende. Die Bekämpfung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von den Maßnahmen zur Eindämmung waren und seien Kinder und Jugendliche besonders betroffen. Der Realität der Pandemie und ihrer Gefahren hätten sich junge Menschen im Landkreis verantwortungsbewusst gestellt. Aufgefallen sei die Jugend vor allem durch viele Hilfsaktionen wie beispielsweise die Einkaufsdienste.

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Tirschenreuth

Jugendarbeit habe seiner Verantwortung in der Corona-Situation gerecht werden müssen und sich dementsprechend „hinten anstellen“ müssen. Zu begrüßen seien die nun geltenden Lockerungen, die eine Begegnung zwischen Jugendlichen wieder zulassen. „Aber dennoch ist Vorsicht geboten, vieles ist unklar, und Corona verschwindet nicht einfach so“, stellte Preisinger fest. Von Seiten des Kreisjugendrings gebe es allerdings derzeit keine Angebote der Begegnung, wo Jugendliche aus verschiedenen Orten zusammenkommen. „In den einzelnen Vereinen und Gruppen vor Ort ist dies machbar“, betonte der Vorsitzende.

Suche nach neuen Geschäftsführer

Mit Blick auf das kommende Jahr kündigte Preisinger große Veränderungen beim Kreisjugendring an – derzeit werde nämlich eine neue Geschäftsführerin beziehungsweise ein Geschäftsführer gesucht. Außerdem werde an einem Grundlagenvertrag zwischen dem Landkreis und dem Kreisjugendring gearbeitet.

Trotz der vielen Milliarden Euro, die derzeit weltweit investiert werden um die Krise zu überwinden, brachte Preisinger seine Hoffnung zum Ausdruck, dass an der Jugendarbeit nicht gespart werde. Mit Blick auf die aktuelle Lage sei es zukünftig extrem wichtig, Kinder und Jugendliche in Medienkompetenzen und im Verständnis von Demokratie zu schulen. „Das sind die Schlüssel, die wir den Kindern und Jugendlichen mitgeben müssen, um entscheiden zu können, was richtig und was falsch ist“, sagte Preisinger.

KJR-Vorsitzender Jürgen Preisinger: „Die Corona-Krise hat die Jugendarbeit des Kreisjugendrings stark eingeschränkt“

 

 

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