06.04.2020 - 22:13 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Kampf gegen Coronavirus in mehreren Altenheimen im Landkreis Tirschenreuth

In einigen Häusern im Landkreis Tirschenreuth sollen sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter betroffen sein. Die Erbendorfer Caritas-Einrichtung St. Marien verlegt kranke Senioren in anderen Trakt.

Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus 2019.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Was zu befürchten war: Das Coronavirus macht auch vor den Toren der Altenheime im Landkreis Tirschenreuth nicht Halt. Wie das Landratsamt am Montag auf Nachfrage bestätigte, gibt es mittlerweile aus "einigen Altenheimen im Landkreis" positive Testergebnisse. Sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter sind davon betroffen.

Kein einzelner Schwerpunkt

"Einen Schwerpunkt gibt es hier jedoch nicht", teilt Pressesprecher Wolfgang Fenzl mit. Zusammen mit dem Gesundheitsamt Tirschenreuth seien in den betroffenen Heimen alle notwendigen Schritte eingeleitet worden, versichert das Landratsamt.

Eines der betroffenen Häuser ist das Caritas-Seniorenheim St. Marien in Erbendorf. Mitte März gab es dort bei einem Bewohner einen ersten Verdachtsfall. Ende März traf dann das Testergebnis ein. Es brachte die Gewissheit, dass ein Bewohner des Seniorenheims am Virus erkrankt ist. Es ist leider nicht bei diesem einen positiven Test geblieben. Das Virus hat sich trotz aller ergriffenen Maßnahmen weiter ausgebreitet. Deshalb hat das Caritas-Seniorenheim St. Marien am Montag als weitere Maßnahme mit Unterstützung der Feuerwehr einen Teil der Bewohner in andere Zimmer verlegt, um die positiv getesteten von den anderen zu trennen und die Ansteckungsgefahr weiter zu verringern.

Harry Landauer, Sprecher des Caritas-Diözesanverbands in Regensburg, legt dabei Wert auf die Tatsache, dass das Erbendorfer Seniorenheim bei der Bewältigung der Krise eng mit dem Gesundheitsamt in Tirschenreuth zusammenarbeite. Das Gesundheitsamt habe auch die Informationshoheit, wenn es um konkrete Fallzahlen gehe.

Mangel an vielen Dingen

Die Verantwortlichen der Behörde haben sich jedoch im Landkreis Tirschenreuth darauf verständigt, keine konkreten Fallzahlen zu einzelnen Häusern herauszugeben. So bleibt vieles Spekulation. Fakt ist allerdings, dass es zumindest in verschiedene Seniorenheimen im Landkreis an wichtigen Dingen mangelt. Landauer betont, dass vieles leider nicht in dem Umfang verfügbar seien, wie man es bräuchte. Angefangen von Schutzmasken über Handschuhe bis hin zu Desinfektionsmitteln gebe es mit der Versorgung Probleme. Und diese Dinge seien einfach wichtig, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, sagt Landauer. Altenpflege sei leider ebenso wenig wie Krankenpflege kontaktlos nicht zu bewältigen.

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