22.07.2020 - 10:25 Uhr
ErbendorfOberpfalz

"Jetzt läuft's wieder" am Hessenreuther Berg

Der Ausbau der B 299 am Hessenreuther Berg schreitet sichtlich voran. Mit der Vergabe der Straßenbauarbeiten auf dem zweiten Ausbauabschnitt ist jetzt ein weiterer wichtiger Schritt getan.

MdB Albert Rupprecht (von links), Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger, Bauamtsleiter Henner Wasmuth und Baudirektor Gerhard Kederer machten sich vor Ort ein Bild von der Baustelle am Hessenreuther Berg.
von Carolin BöcklProfil

Die ersten zwei Kilometer der Ausbaustrecke von Erbendorf her sind fertig, jetzt geht es zügig weiter mit dem Straßenausbau auf der Pressather Seite. Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger traf sich mit Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, Baudirektor Gerhard Kederer und Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht zum Gespräch. Die Politiker überzeugten sich vor Ort vom Baufortschritt.

Langsam nimmt die neue B 299 am Hessenreuther Berg Formen an. Die Fahrbahn ist bereits deutlich breiter, an den Brücken wird auf Hochtouren gearbeitet. Das zeitweise Fehlen ausländischer Arbeitskräfte habe zu Beginn der Coronakrise zu leichten Verzögerungen beim Bauverlauf geführt, aber "jetzt läuft´s wieder", wie Gerhard Kederer vom Staatlichen Bauamt berichtete. Der Gesamtzeitplan könne trotz allem gut eingehalten werden.

Frei ab Herbst 2021

Insgesamt werden auf der Strecke drei "kleinere" Brückenbauwerke errichtet. Eines davon sei bereits abgeschlossen, zwei befinden sich aktuell noch im Bau. Der Abschluss dieser Arbeiten werde bis September erwartet. Bereits im August könne dann mit dem Straßenausbau auf der Pressather Seite begonnen werden. Erst am Montag wurde der Bauauftrag an die Firma Rädlinger aus Cham vergeben.

Voraussichtlich im Herbst 2021 wird die Bundesstraße wieder für die Autofahrer freigegeben. Auf dem Abspann steht dann zwar noch die Errichtung der Faunabrücke zur Wildquerung aus, diese kann allerdings bei laufendem Verkehr ausgeführt werden.

Beginn der Baustelle am Hessenreuther Berg

Pressath

Synergieeffekte

Für die Aufschüttung der Dämme am Hessenreuther Berg werden insgesamt 70 000 Kubikmeter Erdmaterial benötigt, wie Kederer weiter ausführte. 30 000 Kubikmeter davon kommen von der Baustelle der Plößberger Ortsumgehung. Auf diese Weise können Synergieeffekte mit anderen Großbaustellen genutzt und Kosten reduziert werden.

Die Ausbaustrecke deckt sich in weiten Teilen mit dem Verlauf der alten Bundesstraße. Dadurch sei zwar die Vollsperrung unvermeidbar geworden, jedoch könne auch der Eingriff in das umgebende Waldgebiet möglichst gering gehalten werden, erläuterte Bauamtsleiter Wasmuth. "Wald ist immer ein sensibles Thema." Umso dankbarer sei er für das gute und respektvolle Miteinander mit "vernünftigen Partnern". Mit privaten Waldbesitzern, Staatsforsten und Grundstückseigentümern herrsche eine sehr gute Zusammenarbeit.

Wie Bürgermeister Reger hinzufügte, war vor allem auch die klare Kommunikation mit der Bevölkerung entscheidend. Dadurch, dass sich die Bürger von Anfang an auf eine mehrjährige Sperrung einstellen konnten, sei die Akzeptanz der Einschränkungen relativ hoch. Insgesamt habe sich auch die Belastung der Anwohner durch die Baustelle in Grenzen gehalten. MdB Rupprecht bezeichnete die Maßnahme nicht nur in dieser Hinsicht als Paradebeispiel: "Die Bürger wollen ernst genommen werden. Bei diesem Projekt ist das sehr gut gelungen." Nach der jahrzehntelangen Planung und Vorarbeit seien die vergangenen Jahre geradezu bilderbuchartig verlaufen.

Erweiterung des Radwegenetzes

Die Aussichten des Landkreises Tirschenreuth auf eine bald deutlich verbesserte Verkehrsanbindung Richtung Westen seien also mehr als rosig. Auch Radfahrer profitieren von der Baumaßnahme: Nebenher wird nämlich auch das Radwegenetz erweitert. Der Steinwaldradweg erhält durch den Lückenschluss bei Schadenreuth eine neue Anbindung zum Netz rund um Pressath, Grafenwöhr und Eschenbach. Hierauf ist Wasmuth besonders stolz. Rupprecht dachte auch an den E-Bike-Aufschwung. Er sei überzeugt, dass das E-Bike künftig immer mehr auch für den Arbeitsweg genutzt wird. Voraussetzung hierfür seien allerdings gute Verbindungen. Im Augenblick wird die Radwegstrecke auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Im nächsten Jahr soll der Bau erfolgen. Hintergrund

Hintergrund:

Anbindung an B 22

Ebenso Thema bei der Besprechung war die kreuzungsfreie Anbindung an die B 22. In einem Zug mit dem Ausbau der B 299 wird eine Verbindung zur B 22 errichtet. Gleichzeitig werden die beiden Brücken bei Straßenschacht erneuert. Auch hierfür sind die Aufträge vergeben. Eine Umfahrung für die Einwohner von Straßenschacht während der Zeit der Baumaßnahme wird derzeit erarbeitet. Insgesamt sei der Ausbau am Hessenreuther Berg eines der größten Projekte im Wahlkreis überhaupt, wie Rupprecht zusammenfasste. Das Staatliche Bauamt sei sehr präsent in der Region, Lösung und Umsetzung der Maßnahme seien sehr gut gelungen. Er sprach allen Beteiligten ein Lob aus, insbesondere den Bürgern und dem Bauamt, die sich immer gesprächsbereit gezeigt haben.

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