Erbendorf
02.03.2026 - 11:00 Uhr

Landrat lädt zum Zoigl – Söder: „Ja, ich werd kommen“

Locker und gelöst präsentierte sich Ministerpräsident Markus Söder in der Erbendorfer Stadthalle. Der CSU-Anhang ist vom Auftritt des "Chefs" begeistert.

Von Konrad Rosner

Nicht fehlen durfte beim Einzug des bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, der dabei viele Hände schütteln musste, natürlich der Bayerische Defiliermarsch. Im „Schlepptau“ mit dabei waren Landrat Roland Grillmeier, Landtagsvizepräsident Tobias Reiß und EU-Abgeordneter Christian Doleschal. CSU-Ortsvorsitzende Sandra Dostler hieß den hohen Gast willkommen. Ihr besonderer Gruß galt natürlich auch dem Bürgermeisterkandidaten Matthias Fütterer. In der Stadthalle waren auch noch viele weitere CSU-Bürgermeister und Bürgermeisterkandidaten aus dem Landkreis zu sehen.

Die anschließende Talkrunde mit Markus Söder und Matthias Fütterer wurde von Landrat Roland Grillmeier höchstpersönlich geleitet und moderiert. Grillmeier verwies darauf, dass er mit Markus Söder schon seit 25 Jahren, seit JU-Zeiten, befreundet sei. Söder verwies darauf, dass er immer sehr gerne in die Oberpfalz komme: „Wir Franken haben eine Schwäche für die Oberpfalz“, bestes Beispiel sei die „Altneihauser Feierwehrkapell'n“ beim Frankenfasching.

"Nicht nur München"

Dann folgte schon die erste klare Aussage von Markus Söder: „Bayern ist nicht nur München, sondern vor allem auch der ländliche Raum, auch die Oberpfalz“, dafür gab es schon mal einen langen Applaus. In diesem Zusammenhang freute er sich, dass die zufriedensten Bürgermeister und Landräte Bayerns in der Oberpfalz zuhause seien. Dafür habe er in seiner Eigenschaft als ehemaliger Finanz- und Heimatminister aber auch einiges getan. Er habe die Digitalisierung vorangetrieben und auch Hochschulen und Behörden in die Oberpfalz verlagert. Söder wörtlich: „Jeder Euro in der Oberpfalz ist gut angelegtes Geld“.

Söder verwies auf die Junge Union, die eine perfekte Schule und Gemeinschaft sei, aus der auch Matthias Fütterer komme. Söder wünschte ihm viel Erfolg für den Wahltag am 8. März. Fütterer daraufhin: „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Sie als 1. Bürgermeister zum fünften Mal in Erbendorf willkommen heißen dürfte“. Er könne sich auch vorstellen, die Stadthalle dann in „Markus-Söder-Halle“ umzubenennen. Dazu Söder mit viel Humor: „Das wäre ein cleverer Trick“. Später sicherte der Ministerpräsident jedoch zu, auf Einladung des Landrats zu einem Zoigl zu kommen.

Talk mit Grillmeier

Söder ging in seinem Talk mit Roland Grillmeier auch auf die Erhöhung der Pendlerpauschale ein, die vor allem wichtig für den ländlichen Raum sei: „Denn bis hier die U-Bahn läuft, wird noch etwas dauern“. Er nahm auch Stellung zum ehrenamtlichen Engagement, das gerade in Bayern sehr hoch sei. Die Landesregierung unterstütze dies sehr, um dann festzustellen: „Ja, wenn die deutsche Politik auch so einen hohen Kameradschaftsgeist wie die Oberpfälzer hätte!“ Ohne ehrenamtliches Engagement müsste der Staat Millionen von Euro bezahlen.

Natürlich war auch das Krankenhaus ein großes Thema. In diesem Zusammenhang zollte Markus Söder Landrat Roland Grillmeier großes Lob: „Ein Politiker muss auch das Hirn und das Herz haben, Entscheidungen zu treffen. Wir brauchen Politiker mit Power, du Roland bist einer davon“.

Söder ging auch auf den Länderfinanzausgleich ein: „Zwanzig Prozent der bayerischen Steuergelder gehen an die anderen Bundesländer“. In diesem Zusammenhang stellte er süffisant fest: „Die Hälfte der Bundesländer haben weniger Einwohner als das Münchner Oktoberfest Besucher“.

Lob für Verbrenner

Die Staatsregierung mache in Bayern viel, etwa bei der Entbürokratisierung oder bei der Förderung der Zukunftstechnologie: „Wer nicht innovativ ist, hat keine Chance“. Bestes Beispiel seien die Autos: „Wir brauchen unsere Hightech-Verbrenner und dürfen nicht den Chinesen den Markt überlassen“. In diesem Zusammenhang, seine Forderung nach Mehrarbeit von einer Stunde in der Woche: „Das sind nur zwölf Minuten mehr am Tag“, um dann ein Beispiel vom Fußball zu nennen: „Wenn die Anderen schneller laufen, bleibt man stehen!“

Deutschland dürfe keine „Stuhlkreis-Nation" werden, sondern wir müssen wieder mehr zur Leistung animieren“. Leistung und auch Eigentum müsse sich lohnen. Deshalb auch keine Erhöhung der Erbschaftssteuer, so Söder. Er nahm auch Stellung zum Bürgergeld und zu den Asylanten, wobei er feststellte: „Wer meine Hand wegschlägt, muss das Land verlassen, auch nach Afghanistan“. Söder, ein bekennender Club-Fan, nahm auch zum Fußball Stellung: „Das schönste Wochenende ist doch, wenn der Club und die Bayern gewinnen und Fürth spielt unentschieden“. Natürlich war auch das Essen ein Thema: „Ein Leben ohne Bratwurst ist möglich, aber nicht sinnvoll“. Gleichwohl könne er Ursula von der Leyen bewundern, die stundenlang an einem Salatblatt kaue.

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