28.09.2020 - 15:07 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Neue Orgel für die Pfarrkirche in Erbendorf

Der neue Pfarrsaal in Erbendorf nimmt konkrete Formen an – eine Voit-Konzertsaalorgel wartet auf den Einbau in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt: "Eine Bereicherung für die Liturgie", sagt Pfarrer Martin Besold.

Die Gewinner des Rätsels.
von Externer BeitragProfil

Am Kirchweihsamstag hatte die katholische Gemeinde zur Pfarrversammlung ins Kolpinghaus eingeladen. Große Projekte machten wichtige Weichenstellungen nötig, erklärte Pfarrer Martin Besold. Im ersten Teil des Abends stand die Siegerehrung des Kreuzworträtsels der Jugend auf dem Programm. Da in diesem Jahr das Pfarrfest ausfallen musste, hatten sich die Jugendlichen Fragen rund um das Simultaneum und die Erbendorfer Pfarrei ausgedacht. Gemeindereferentin Roswitha Heining stellte die Lösung vor. Stellvertretend für die Jugend überreichten Thomas und Maximilian Schultes die Preise. Josef Farnbauer und Manuel Bollmann konnten sich über einen Eisgutschein freuen. Einen von den Firmlingen zusammengebauten Nistkasten erhielt Rita Schreiber. Der geplante Weißwurstfrühschoppen zur Kirchweih musste entfallen, aber nicht der Preis. Ulrike Heid wird stattdessen zum Weißwurstessen nach der Abendmesse in das Pfarrhaus geladen. Der erste Preis, ein Frühstück auf dem Kirchturm, gewann Rosemarie Huber.

Der Pfarrgemeinderat blickte mit einer Einlage auf die vergangenen Monate zurück. Hinter einem Vorhang tauchten die Köpfe der Pfarrgemeinderäte auf und stellten sich die Frage, ob während der Corona-Pandemie überhaupt etwas los gewesen sei. Auch wenn vieles nicht stattfinden konnte, gab es dennoch einiges zu berichten. So wurde von Pfarrgemeinderatssprecher Holger Popp ein Live-Stream für den Gottesdienst eingerichtet. Zahlreiche Damen und Herren aus der Pfarrei kümmern sich beim Einlass der Gottesdienstbesucher um die Platzzuweisung. Die Pfarrgemeinderäte finden, dass dies ein wichtiger und wertvoller Dienst sei. Eine beachtliche Aktion lief über den Frauen- und Mütterverein. Mit einem großen Team an Helfern wurden 3000 Gesichtsmasken genäht und verteilt. Ebenso erstellten die fleißigen Näherinnen 400 Schutzkittel. Die Nacht der offenen Kirchen wurde dieses Jahr sehr besinnlich gefeiert. Die Familien der Erstkommunionkinder legten zu Fronleichnam eine große Zahl von Blumenteppichen. Zum Patrozinium im August konnten Kräuterbüschel angeboten werden. Die Kolpingfamilie hatte wieder ihre Altkleidersammlung. Die Wallfahrt nach St. Quirin am 20. September fand großen Anklang. Zwei Sitzungen konnte der Pfarrgemeinderat bereits abhalten. Im Kolpinghaus ist dazu genügend Platz erklärten die Pfarrgemeinderäte. Es wird auch einen Jahrespfarrbrief mit Terminen geben. Denn eines ist für das Gremium klar: In Zeiten von Corona muss man nicht alles ausfallen lassen, sondern man muss sich was einfallen lassen.

Im zweiten Teil der Pfarrversammlung gab Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer einen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen in der jüngsten Vergangenheit. Dazu zählt die Außensanierung des Alten Benefiziums und der Lorettokapelle. Diese ist nun abgeschlossen und in einem der nächsten Pfarrbriefe werden die Gesamtkosten, die bei über 400 000 Euro liegen, veröffentlicht. Dank ehrenamtlicher Helfer konnte auch im Inneren des Gebäudes einiges in Ordnung gebracht werden. Stellvertretend für alle nannte er Alois Speer, der in vielen Stunden ehrenamtlich viel geleistet habe. Derzeit werden noch die Heizkörper erneuert und der Putz dahinter instandgesetzt. Der neue Pfarrsaal nimmt nun konkrete Formen an. Der beim Neujahrsempfang vorgestellte Plan wurde nochmals überarbeitet. Das Raumprogramm der Diözese sieht nun mehr Platz für die Küche vor. Außerdem musste der Bereich der Toiletten überarbeitet werden. Eine Delegation der Pfarrei hatte sich am Samstagnachmittag drei neuere Pfarrsäle angesehen. Die gewonnenen Eindrücke sollen nun in die endgültige Planung einfließen. Kirchenpfleger Meierhöfer plant, dass im Herbst das Gebäude zumindest winterfest errichtet wird. Im Frühjahr erfolgt dann der Innenausbau. Bei den Kosten ist derzeit von knapp über einer Million Euro auszugehen. Die Diözese bezuschusst das Vorhaben mit 50 Prozent.

Einen breiten Rahmen nahm dann das Orgelprojekt ein. Dazu gehörte auch die Entscheidungsfindung, ob man eine neue Orgel baut oder auch ein gutes gebrauchtes Instrument anschaffen sollte. In einer Interviewrunde, die Holger Popp moderierte, wurde das Vorhaben vorgestellt. Dazu waren auch von der Orgelbaufirma Vleugels die beiden Geschäftsführer Hans-Georg und Johannes D. C. Vleugels anwesend. Sie stellten ausführlich das Instrument vor. Es handelt sich hierbei um eine gebrauchte Orgel. Im Depot der Vleugels schlummert die ehemalige Konzertsaalorgel aus Baden-Baden. Dieses wertvolle Instrument soll nun restauriert und in Erbendorf eingebaut werden. Beide Firmeninhaber sind von dem Konzept so sehr überzeugt, dass sie der Pfarrei sogar 10 Jahre Gewährleistung einräumen. Hans-Georg Vleugels schwärmte von dieser Orgel, die zur Zeit ihrer Erbauung als das Beste galt, was man im Bereich von Konzertsaalorgeln bekommen könne.

Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer gab bekannt, dass man sich um öffentliche Zuschüsse bemühe. Außerdem stellte er die Möglichkeit vor, Patenschaften für Orgelpfeifen zu übernehmen. Sobald die Finanzierung in trockenen Tüchern sei, werde man den Orgelbauvertrag unterschreiben. Bei der Orgel muss man mit gut 730 000 Euro rechnen und für die Renovierung der Empore mit weiteren 35 000 Euro. Pfarrer Martin Besold ist überzeugt von dem Projekt. Er sieht darin eine Stärkung der Kirchenmusik und eine großartige Bereicherung der Liturgie. Die Orgel wird eine große Bandbreite an Klangfarben haben und so zum Lobe Gottes beitragen. Schließlich freue er sich auch, dass das Instrument bestens für Orgelkonzerte geeignet sei.

Orgelbauer Johannes und Hans-Georg Vleugels (von links) sind überzeugt von dem kirchenmusikalischen Weichenstellungen für Erbendorf. .

Was sich der Orgelbauverein schon alles überlegt hat

Bei der Pfarrversammlung im Kolpinghaus hatten (von rechts) die Orgelbauer Hans-Georg und Johannes Vleugels, Chorleiterin Stefanie Rüger und Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer allerhand Neues für die Erbendorfer Katholiken zu berichten.
Viele Neuigkeiten hörten die Katholiken bei der Pfarrversammlung im Kolpinghaus.
Stadtpfarrrer Martin Besold hofft auf eine Bereicherung des katholischen Lebens in Erbendorf.

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