15.07.2021 - 14:02 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Orgelprojekt in Erbendorf: Große Freude über Zuschuss

Jedes Jahr erhalten mehrere Hundert Projekte in den Bereichen Kultur und Soziales im Freistaat finanzielle Unterstützung durch die Bayerische Landesdenkmalstiftung. In diesem Jahr gehen 66 138 Euro Fördermittel unter anderem nach Erbendorf.

Geplante Ansicht der neuen Orgel in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Erbendorf vom Altar aus.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Mit den Fördermitteln der Bayerischen Landesdenkmalstiftung werden mutige und innovative Menschen, Einrichtungen oder Ideen unterstützt - so wie das Orgel-Projekt in Erbendorf: Dort soll eine gebrauchte historische Orgel aus Baden-Baden restauriert und in der Erbendorfer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt installiert werden. Dem Projekt wird eine überregionale kirchenmusikalische Bedeutung beigemessen. Für die Restaurierung und den Einbau der historischen Voit-Konzertsaalorgel aus Baden-Baden erhält die Pfarrei 66 138 Euro. Die Fördersumme entspricht neun Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Dies teilten SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl und Tobias Gotthardt, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, in einer jeweiligen Presseerklärung mit.

Schon 30 000 Euro durch Paten

„Wir freuen uns riesig“, sagte Holger Popp, Vorsitzender des Orgelbauvereins der Pfarrei. Die Förderung durch die Bayerische Landesstiftung helfe massiv, dieses finanzielle Großprojekt zu stemmen. Er hofft, dass das Projekt durch den Zuschuss noch einmal Fahrt aufnimmt und es weitere Pfeifenpatenschaften und Spenden für die Voit-Konzertsaalorgel gibt.

Insgesamt kosten die Restaurierung des Instruments und der Einbau auf der Empore 735 000 Euro. Die Pfarrei erhält von der Diözese Regensburg einen Zuschuss in Höhe von 45 Prozent (rund 330 000 Euro). Der Orgelbauförderverein hat für das Projekt rund 50 000 Euro zurückgelegt. Ein weiterer großer Baustein sind Orgelpfeifen-Patenschaften, dadurch wurden schon 30 000 Euro eingenommen, erläutert Popp. Nach Abzug vieler weiterer Spenden sollen für die Kirchenverwaltung etwa 140 000 Euro an Eigenmitteln bleiben.

Restaurierung ab September

Erst Anfang Juli unterzeichneten die Verantwortlichen der Pfarrei den Vertrag für die Restaurierung der Voit-Konzertsaalorgel mit der Orgelbaufirma Vleugels in Hardheim. Das historische Instrument, das laut dem Orgelexperten zur Zeit seiner Erbauung als das Beste galt, was man im Bereich von Konzertsaalorgeln bekommen konnte, stand bis in die 1980er Jahre in Baden-Baden, ehe sie abgebaut und eingelagert wurde. Um die Jahrtausendwende sei das Lager aufgelöst worden. Seit rund 20 Jahren schlummert die Voit-Konzertsaalorgel im Depot der Vleugels. Davon wusste Orgelexperte Dr. Nikolaus Könner vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und fädelte laut Popp den Deal für die Erbendorfer ein. Könner riet der Pfarrei auch, sich um den Zuschuss von der Landesdenkmalstiftung zu bemühen. "Den Antrag zu stellen ist gar nicht so einfach", berichtet Popp. Unterstützung erfuhr er dabei auch vom CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß.

Im September diesen Jahres beginnen die Orgelexperten in der Werkstatt in Hardheim mit der Restaurierung. Bei einer ersten Bestandsaufnahme verschafften sich die Orgelbauer einen groben Überblick über den Zustand des 1916 bebauten Instruments. "Teilweise haben Pfeifen gefehlt. Die sind wohl beim Abbau in Baden-Baden verschwunden", sagt Popp. "Die Orgel war aber vorher schon nicht mehr spielbar." Über einen Zeitungsaufruf erhielt der Orgelbauer sogar einige Pfeifen zurück. Die Restauration wird laut Popp mindestens ein Jahr dauern. Die Verantwortlichen der Pfarrei hoffen, dass die Voit-Orgel im Frühjahr 2023 - zu Max Regers 150. Geburtstag - spielen wird.

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„Teilweise haben Pfeifen gefehlt. Die sind wohl beim Abbau in Baden-Baden verschwunden.“

Holger Popp, Vorsitzender des Orgelbauvereins Erbendorf

 

 

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