04.12.2019 - 11:27 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Pfarrei Erbendorf plant Krippenweg

Wo geht es bitte zur Krippe und zur Heiligen Familie? In der Pfarrei Mariä Himmelfahrt sollen die Gläubigen hier diesmal die Qual der Wahl haben.

Josef Bollmann, Stadtpfarrer Martin Besold und Kathrin Götzl wollen auf dem Krippenweg viele unterschiedliche Darstellungen der Geburt Jesu präsentieren. Von großen Figuren bis zur Nusschalenkrippe soll alles mögliche dabei sein.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Pfarrgemeinderat Josef Bollmann ist schon seit einigen Jahren bemüht, in Erbendorf einen Krippenweg zur Tradition zu machen. Zwei, drei Mal ist ihm die Ausweisung auch schon gelungen. Doch mehrfach musste er bei der Umsetzung kapitulieren. Dabei mangelt es ihm nicht an schönen Krippen. Bollmann ist begeisterter Sammler und hat Dutzende von Darstellungen der Geburt Jesu. "Etwa 60 könnten es schon sein", schätzt er.

Oft kaum Helfer

Das Problem war es meist, genügend geeignete (Schau-)Fenster für die Präsentation zu finden. Und Helfer für den Aufbau. "Manchmal war die Umsetzung aus personellen Gründen einfach nicht zu schaffen", bedauert der Pfarrgemeinderat und Stadtrat. Als Einzelkämpfer sei so ein Krippenweg nicht zu schultern.

Doch diesmal sieht es gut aus. Der Sachausschuss "Ehe und Familie" der Pfarrei hat das Thema aufgegriffen und will den Krippenweg auf eine breitere Basis stellen. Mehrere Aufrufe im Pfarrbrief, für die Aktion Fenster, Ställe und Figuren zur Verfügung zu stellen, waren auch schon von Erfolg gekrönt. "Am Anfang war es etwas zäh, aber jetzt haben wir aber schon etliche Leute, die mitmachen", strahlt Kathrin Götzl, bei der die Fäden für die Anmeldungen zusammenlaufen. Sie geht fest davon aus, dass der Erbendorfer Krippenweg diesmal auf jeden Fall 30 Stationen haben wird.

Pfarrer von Idee begeistert

Pfarrer Martin Besold hört dies gerne. Er ist von der Idee "Krippenweg" ohnehin ganz begeistert. Im Zentrum werde die Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt stehen, kündigt er an, natürlich auch wegen des besonderen Kunstwerks, das dort aufgebaut werde: die Osterrieder-Krippe. Lange Zeit wusste die Pfarrei nichts von der Bedeutung und Herkunft dieser Weihnachtslandschaft. Erst Besolds Vorgänger, Pfarrer August Müller, erkannte nach Bollmanns Auskunft, aus welcher bedeutenden Werkstatt sie stammt. Mittlerweile haben verschiedene Fachleute bestätigt, dass die Figuren, die alljährlich in Mariä Himmelfahrt zu sehen sind, von dem bekannten Krippenbauer Sebastian Osterrieder stammen. "Wie sie nach Erbendorf gekommen sind, wissen wir leider nicht", bedauert Bollmann, der die Krippe lange erforscht hat.

Mit Hilfe von Spenden und Zuschüssen ist die vergangenen Jahre eine Figur nach der anderen behutsam restauriert worden. Rund 18 000 Euro kostete dies. Aber in der Pfarrkirche gibt es noch mehr zu sehen. Denn auch das prächtige Deckengemälde von der Geburt Jesu soll festlich beleuchtet eingebunden werden. "Natürlich werden wir auch in der Loreto-Kapelle eine Krippe aufstellen", kündigt der Stadtpfarrer an.

Ein weiterer Höhepunkt des Wegs soll eine Krippe im Turm der Kirche sein. Dort will Krippenfan Josef Bollmann wieder seine großen Figuren zeigen, die vor allem bei den Kindern alljährlich ein Hingucker sind. Und dann ist da natürlich noch die Krippe auf dem Brunnen in der Bräugasse, die der Joseph-Höser-Kreis bereits vor ein paar Tagen aufgestellt und weihnachtlich geschmückt hat. Von der kleinen Nussschalen-Krippe bis zu den Krippenfiguren, welche die Ministranten alljährlich als Jahresgabe der Pfarrei erhalten, soll ein buntes Spektrum präsentiert werden.

Derzeit sind Kathrin Götzl und Josef Bollmann fleißig bei der Planung, welche Krippe wo am schönsten wirkt. Dazu sind die beiden Pfarrgemeinderäte noch auf der Suche nach schönen Erbendorfer Krippen und guten Fensterplätzen. "Nicht nur Geschäftsleute können sich daran beteiligen", betonen sie. Auch jedes andere Fenster, das gut einsehbar sei und genügend Platz biete, sei willkommen. Der Schwerpunkt wird in der Innenstadt im Bereich Kaiserberg, Unterer Markt, Bräugasse und Jahnstraße sowie angrenzenden Straßen und Gassen liegen. Sollte aus den Siedlungsgebieten jemand mitmachen wollen, wird er ebenfalls integriert. "Wir werden niemanden ausschließen", sagt Kathrin Götzl. Bis zum Wochenende nimmt sie unter der Telefonnummer 09682/183 990 Anmeldungen entgegen. In der Sakristei können sich Gläubige, die den Krippenweg unterstützen wollen, bis zum Sonntag nach den Gottesdiensten melden.

Faltblatt geplant

Geplant ist, den Erbendorfer Krippenweg am dritten Adventswochenende zu eröffnen. Bis zum Fest "Taufe des Herrn" (12. Januar) sollen die Darstellungen von der Geburt Jesu aufgebaut bleiben. Zur besseren Orientierung ist ein Faltblatt in Arbeit, das den Krippenfreunden den Weg weisen wird.

Die Osterieder-Krippe in der Erbendorfer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

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