04.05.2021 - 13:42 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Pfarrei Mariä Himmelfahrt Erbendorf: Junges Team übernimmt Livestream

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Die katholische Pfarrei in Erbendorf investiert in die Ausstattung für die Live-Übertragung von Gottesdiensten. Zwei junge Männer kümmern sich um die Technik - und freuen sich besonders über eines.

Simon Kreuzer (von links), Jonathan Sausner und Pfarrer Martin Besold freuen sich über die neue Technik zur Live-Übertragung der Gottesdienste.
von Redaktion ONETZProfil

Die katholische Pfarrgemeinde Erbendorf hat zu Ostern 2020 begonnen, Gottesdienste ins Internet zu übertragen. Bis Juli haben die Verantwortlichen zunächst wöchentlich und dann alle 14 Tage die Gottesdienste als Live-Stream angeboten. Als sich dann die Inzidenzwerte der Corona-Pandemie nach unten bewegt hatten, ließen sie den Service im Herbst langsam auslaufen.

Pfarrer Martin Besold berichtet, dass der Pfarrgemeinderat darüber ausführlich diskutiert hat. "Es gab Argumente, die ein wöchentliches Angebot rechtfertigen", sagt der Seelsorger. Aber es seien ebenso gute Gründe vorgebracht worden, warum nicht jeder Sonntagsgottesdienst übertragen werden sollte. Außerdem habe das Gremium auch darüber gesprochen, ob das Angebot nach der Pandemie noch nötig ist. Schließlich hätten die Pfarrgemeinderäte darüber diskutiert, wen man alles erreichen wolle. "Es hat sich herausgestellt, dass man im Blick auf ältere und kranke Menschen diesen Dienst anbieten könnte", erklärt der Stadtpfarrer. Die Menschen in den beiden Altenheimen seien dankbar, da viele von ihnen die Pfarrkirche nicht mehr besuchen können.

Gute Ausstattung wird benötigt

Damit nun die Übertragungen auch in einer guten Qualität ermöglicht werden können, war für die Pfarrei eine gute Ausstattung nötig. Bisher wurde mit dem privaten Tablet von Pfarrgemeinderatssprecher Holger Popp aus einer Perspektive der Livestream übertragen. Daher bemühte sich Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer, seitens der Diözese Zuschüsse zu bekommen, da nach einer groben Schätzung mehrere Tausend Euro an Kosten schnell zusammenkommen. "Leider gibt es dafür keine Förderungen", berichtet der Kirchenpfleger - auch nicht mit Blick darauf, auch nach Corona besonders für kranke und alte Menschen weiter Gottesdienste zu übertragen, damit sie mit der eigenen Pfarrei feiern können.

Als dann die Corona-Infektionen vor Ostern wieder stark gestiegen sind und im Raum stand, dass Gottesdienste vielleicht ohne Gemeinde gefeiert werden müssten, fiel die Entscheidung ganz schnell, auch ohne Zuschüsse in die neue Technik zu investieren. Inzwischen hatte Pfarrer Besold aus den Reihen der Ministranten zwei Helfer und Technikexperten gefunden. Die beiden jungen Männer waren bereit, die benötigte Ausstattung zusammenzustellen und dann auch die Übertragungen zu übernehmen.

Jonathan Sausner und Simon Kreuzer hatten mit ihrem technischen Wissen immer wieder kleinere Aufgaben in der Pfarrei bei Veranstaltungen übernommen. Beide sind schon seit ihrer Jugendzeit technikaffin und haben sich damit in der Freizeit beschäftigt. Simon Kreuzer unterstützt mit seinem Fachwissen ein Erbendorfer Fachgeschäft für Fernseher und Multimedia-Ausstattung bei der Betreuung der Kunden. Jonathan Sausner begann vor knapp drei Jahren eine Lehre als Fachinformatiker für Systemintegration. Beide bringen also beste Voraussetzungen mit. So konnte bereits am Gründonnerstag die neue Technik erprobt werden.

Viele positive Reaktionen

Es folgten dann noch der Karfreitag und die Übertragung der Osternacht. Alles lief reibungslos und der Pfarrer bekam viele positive Rückmeldungen. Besonders erfreut war er über eine E-Mail, in der sich jemand ausdrücklich bei dem jungen Team für die professionelle Übertragung bedankte. Der Absender würde sich freuen, wenn auch andere Gottesdienste auf diese Art und Weise übertragen werden könnten, hieß es in dem Schreiben.

Damit dies künftig möglich ist, wurde nun in den vergangenen Tagen die Technik fest in der Kirche eingebaut. Dazu gehört auch ein Regieplatz, von dem aus die beiden fernsteuerbaren Kameras bedient werden sowie der Ton abgemischt und dann das Ergebnis ins Internet übertragen wird. In der oberen Sakristei konnte dies nun umgesetzt werden. Ehrenamtliche Helfer haben die Leitungen in der Kirche bis zu dem Regieplatz verlegt. Die Arbeiten zogen sich länger hin als geplant, da es nicht so einfach war, die Leitungen in der Kirche zu verlegen.

Auch wenn am Samstagabend bei der Übertragung noch nicht alles fertig war - der Gottesdienst konnte dennoch von dort oben gestreamt werden. Abstriche mussten beim Ton gemacht werden, da die Mikrofone vor allem für die Orgel und den Chorgesang noch nicht am vorgesehenen Platz angebracht waren. Aber das soll sich in den nächsten Tagen noch ändern.

Jonathan Sausner und Simon Kreuzer freuen sich über einen richtigen Regieplatz. "Es ist gut, dass wir hier uns auch absprechen können und nicht, wie vorher auf der Empore, nur flüstern können, um den Gottesdienst nicht zu stören", erklären die beiden. Bei einer Live-Übertragung müsse man immer vorausschauend auf den nächsten Punkt in der Messe blicken, dazu sei Absprache wichtig. Obwohl es bei den großen Gottesdiensten einen Ablaufplan gebe, laufe nicht immer alles nach Plan. Da sei dann eine schnelle Reaktion gefragt, damit die wichtigsten Dinge im Bild zu sehen sind.

Ausstattung erleichtert die Übertragung

Aber mit der neuen Ausstattung sei das leicht machbar. Sie freuen sich sehr, dass die Pfarrei in gute Technik investiert hat. Die zwei jungen Männer sind mit der Ausstattung sehr zufrieden. Einen großen Wunsch haben sie aber noch: nämlich eine stabile Internetversorgung. Jonathan Sausner erklärt, dass man zurzeit über das Mobilfunknetz angebunden ist, da es in der Kirche keinen Internetzugang gibt. Über eine dritte Kamera würde sich Simon Kreuzer freuen, wenn er einen Wunsch frei hätte: "Derzeit verwenden wir noch ein privates Tablet als dritte Bildquelle."

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Besonders freuen würden sich beide, wenn noch weitere Helferinnen und Helfer zum Team kämen. Interessierte sollen sich einfach an sie oder an Pfarrer Besold wenden. Laut dem Geistlichen sei ein größeres Team von Vorteil, um regelmäßig Gottesdienste zu übertragen. Geplant ist, nicht nur Messen am Sonntag anzubieten, sondern auch andere Gottesdienstformen. Ebenso soll dann festgelegt werden, in welchen Abständen eine Live-Übertragung erfolgt.

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"Es hat sich herausgestellt, dass man im Blick auf ältere und kranke Menschen diesen Dienst anbieten könnte."

Pfarrer Martin Besold über das Angebot der Live-Übertragung der Gottesdienste

"Es ist gut, dass wir hier uns auch absprechen können und nicht, wie vorher auf der Empore, nur flüstern können, um den Gottesdienst nicht zu stören."

Jonathan Sausner und Simon Kreuzer über ihren neuen Regieplatz

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