04.06.2021 - 15:15 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Pfarrsaal-Neubau in Erbendorf sprengt Kostenrahmen

Eigentlich sollte der Bau des neuen Pfarrheims in Erbendorf in diesem Jahr starten. Nun aber stellt die Kirchenverwaltung die Vergabe der Gewerke an Baufirmen ein.

Der Zeitplan für das neue Pfarrheim, das zwischen Kindergarten St. Elisabeth und Pfarrhof entstehen soll, wurde geändert.
von Holger PoppProfil

Nach der Pandemie soll auch in der Pfarrgemeinde Erbendorf das Vereinsleben wieder Fahrt aufnehmen. Daher haben die Verantwortlichen der Kirchenverwaltung mit dem Architekturbüro Rembeck & Partner und der Diözese in einem langen Prozess den Neubau eines Pfarrsaals an der Stelle des abgerissenen Schwesternhauses vorangetrieben. Nach umfangreichen Planungen und der Einholung von Angeboten zeigte sich eine enorme Kostensteigerung: Insgesamt wird das Projekt nun auf 1,2 Millionen Euro beziffert, was zu Konsequenzen führte.

Bei einer Sitzung der Kirchenverwaltung erläuterte Architektin Helga Rembeck, dass die einzelnen Gewerke um mehr als 145 000 Euro teurer würden. Man müsse sogar davon auszugehen, dass sich die Mehrkosten noch weiter in Richtung 200 000 Euro bewegen. Diese Mehrkosten müssten komplett von der Pfarrei getragen werden, da sie nicht in dem von der Diözese genehmigten Finanzrahmen lägen. Daher entschied sich die Kirchenverwaltung, die Vergabe der Bauarbeiten einzustellen.

Weitere Projekte stehen bevor

Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer sah dies als den einzig vernünftigen Schritt an. Es sei nicht zu verantworten, dass die Pfarrei diese Summe alleine aufbringe. Neben dem Neubau des Pfarrsaals müssten auch andere Projekte wie die Renovierung der Steinwaldkirche und der Orgelneubau in der Pfarrkirche finanziert werden, erklärte Meierhöfer. Es sei für die Kirchenverwaltung nicht verantwortbar, den Kostenrahmen zu sprengen und damit die Zuschüsse der Diözese zu riskieren. Somit werde der Pfarrsaal 2021 nicht gebaut.

"Dies ist natürlich eine schmerzliche Entscheidung", stellte Stadtpfarrer Martin Besold fest. Denn der Saal werde dringend benötigt. Vor allem in Zeiten der Pandemie seien große Räume gefragt, aber auch nach Corona werde man bei größeren Veranstaltungen nicht ohne Saal auskommen.

Die Kirchenverwaltung beschloss in der Sitzung auch, nach neuen Lösungen zu suchen. Es liefen bereits erste Schritte, um die Einhaltung des Kostenrahmens doch noch zu schaffen, wie es hieß. Ziel sei auch, Zuschüsse optimal auszunutzen.

Lorettoheim und weitere Räume

Die Verschiebung des Neubaus hat natürlich Auswirkungen auf das Leben in der Pfarrei und die kirchlichen Gruppen. Pfarrgemeinderatssprecher Holger Popp hofft auf Verständnis und teilte mit, dass die Vertreter der kirchlichen Gruppen und Gremien über die Situation informiert worden seien. Immerhin stehe man ja nicht ohne Räumlichkeiten da, so Popp. Für die Treffen der Gruppen und Vereine steht das Lorettoheim zur Verfügung. Im Obergeschoss des Kindergartens befindet sich ebenso ein weiterer größerer Raum. Die Verantwortlichen der Pfarrei prüften auch Möglichkeiten zur vorübergehenden Nutzung von Räumen außerhalb der Zuständigkeit der Pfarrei.

Pfarrer Besold zeigte sich überzeugt, "dass Lösungen gefunden werden, bis die Pfarrei wieder einen neuen Saal hat". Er versicherte auch, dass man nichts unversucht lassen werde, um so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen zu können. Dies könne aber nicht um jeden Preis geschehen, so Besold.

"Das ist natürlich eine schmerzliche Entscheidung."

Stadtpfarrer Martin Besold

Die Pläne für den Pfarrsaal in Erbendorf wurden 2019 im Stadtrat vorgestellt

Erbendorf

 

 

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