08.06.2018 - 09:45 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Schneeschmelze im Juni

Die meisten Menschen denken jetzt an Freibad und Biergarten. Die Angestellten der Hausbrennerei Schraml beschäftigen sich hingegen intensiv mit Weihnachten.

Bei der Firma Schraml läuft die Glühwein-Produktion auf Hochtouren. Das Bild zeigt von links: Brennmeister und Produktionsleiter Felix Frönd, Vladimir Dus, Vlasta Fedincova und Agnes Käs.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Um im Winter ausreichend Glühwein liefern zu können, läuft die Produktion auf Hochtouren. "Das geht bis in den Oktober hinein so weiter", erklärt Geschäftsführer Gregor Schraml. "Es gibt immer mehr Weihnachtsmärkte und -feiern und dabei ist Glühwein das Getränk schlechthin." Der "Schneeschmelzer", so heißt die Hausmarke, zähle eindeutig zur Premiumklasse", erklärt der Chef des Hauses, und werde nach einem uralten, mittlerweile mehrmals von ihm selbst modifizierten, Rezept erstellt. "Die Mischung aus heimischen und exotischen Ingredienzien in Form von Kräutern und Gewürzen verleiht dem Getränk seinen unverwechselbaren Geschmack und gute Verträglichkeit." Mehr verrät Gregor Schraml nicht, was sich in der gut riechenden "Suppe" befindet. 80.000 bis 90.000 Flaschen werden bis zum Advent befüllt und ausgeliefert.

Seit 200 Jahren

Auch wenn sich die Schraml-Hausbrennerei mittlerweile einen hervorragenden Ruf als Whisky-Destillerie erarbeitet habe, machten die anderen Produkte immer noch rund 75 Prozent des Umsatzes aus. Heuer feiert die Traditionsdestillerie ihr 200-jähriges Bestehen. Gregor Schraml führt die Brennerei bereits in der sechsten Generation. Die Bücher mit Hunderten von Rezepten reichen zurück bis in die Anfangszeiten. "Immer wenn ein Schraml ein neues Rezept kreiert hat, hat er es hier eingetragen." Gregor Schraml selbst war 15 Jahre alt, als er das erste Mal selbst brennen durfte.

Dicke Mauern kühlen

Feuchtwarme Luft liegt über der alten Propstei in Erbendorf. Das Quecksilber zeigt im Innenhof satte 26 Grad im Schatten. Drinnen in den Produktionshallen sorgen die dicken Mauern des ehemaligen Klosters dafür, dass die Temperatur erträglich bleibt. Die Mitarbeiter wissen um die Notwendigkeit, Glühwein bereits im Sommer zu produzieren. Für sie ist das nichts Ungewöhnliches.

Tausende Flaschen werden in den kommenden Monaten mit Glühwein befüllt und ausgeliefert.

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