SPD-Ortsvorsitzende Brigitte Scharf begrüßte Gäste nicht nur aus der Steinwaldstadt, sondern auch aus Kemnath, Krummennaab und Kulmain. "In gut zweieinhalb Wochen können wir durchschnaufen und auf intensive Wochen Wahlkampf zurückblicken", stellte Landratskandidat Thomas Döhler fest.
Atom statt Wind?
In Sachen erneuerbare Energien blockiere die CSU viel. "Es ist doch nicht zu verstehen, dass ein Atomkraftwerk 700 Meter neben Häusern stehen darf, aber ein Windrad zwei Kilometer entfernt sein muss." Im Übrigen: "Wir werden als SPD gebraucht, seit 150 Jahren für unsere Demokratie", stellte Döhler fest. "Gerade die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen hat es uns wieder mit großem Erschrecken vor Augen geführt, wie schnell Nazis an der Macht teilhaben können."
Auf den Endspurt im Wahlkampf schwor Bürgermeisterkandidat Jochen Neumann die Gäste ein. Er hob hervor, dass die SPD ein sehr gutes Wahlprogramm mit erreichbaren Zielen aufgestellt habe. "Das sieht man besonders daran, dass es - zumindest in Teilen - von den anderen Parteien kopiert wird." Wie der Bürgermeisterkandidat weiter ausführte, stehe bei dieser Wahl in der Steinwaldstadt ein Generationswechsel an. "Nachdem viele Jahre Großprojekte im Mittelpunkt standen, muss jetzt wieder mehr der Mensch im Vordergrund stehen." Ein "Weiter so" dürfe es im Rathaus nicht geben. Einen Dank sprach Neumann den SPD-Stadtratskandidaten für ihre Unterstützung und Mitarbeit im Wahlkampf aus. "Da ist ein Zusammenhalt da und ihr zeigt viel Motivation." Er appellierte an die SPD-Mitglieder, die nächsten zweieinhalb Wochen noch kräftig die Werbetrommel zu rühren. "Und am 15. März sehen wir uns abends hier auf der Hetsche wieder."
Kritik an Materialschlacht
Der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Uli Roth kritisierte die "Materialschlacht der Schwarzen". "Mittlerweile fallen auch Tabus." Es würden Feuerwehrler im Landkreis als Wahlkampfgeschenk zu einem Kinobesuch eingeladen.
Einen besonderen Höhepunkt des SPD-Fischessens steuerte Rainer Fischer bei, der bekannt für seine pointierten Verse ist. In diesem Jahr hatte auch er es auf die CSU abgesehen, egal, ob in der Stadt, im Kreis oder auf Bundesebene: "Ich hoffe, dass mein Pfeil auch trifft, spitzig zwar, aber ohne Gift." Sein erstes Wort galt dem Kandidatenkarussell in der Steinwaldstadt: "Vom Bernhard Schmidt weiß jedes Kind, er macht seit Jahren recht viel Wind. So wurde auch ganz rasch entdeckt, was hinter N.E.S. denn steckt: Ein Windpark über Hessenreuth, ob Schmidt die Pläne schon bereut?" Den Ideenklau aus dem SPD-Wahlprogramm kommentierte Fischer: "Mich wundert's schon, dass er sich traut, und Jochen die Ideen klaut. Friedhof sanieren, Wertstoffhof, was Neumann sagt, klingt doch nicht doof."
Der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende ließ auch den Landratswahlkampf nicht aus: "Dann geht's auch um den Landratsposten, Grillmeier scheut da keine Kosten. Mein Briefkasten ist stets gefüllt, ich könnt auch sagen vollgemüllt. Dieses Mal muss es gelingen, mit Gewalt will er den Sieg erringen."
Tosender Applaus war Fischer für diese kabarettreife Einlage gewiss, an die sich noch die Dankesworte der Vorsitzenden Brigitte Scharf anschlossen.












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