19.06.2020 - 17:46 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Steinwaldklinik zurück zur Normalität

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Die Lage hat sich in den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG entspannt. Wie es nun mit der Steinwaldklinik in Erbendorf weitergeht, erläutert Pressesprecher Michael Reindl in einem Interview.

Nicht mehr ganz so viele Patienten wie vor der Corona-Pandemie werden ab August in der Steinwaldklinik wieder aufgenommen. Aber sie werden zumindest wieder die Vorzüge einer umfangreichen Reha erfahren dürfen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Die Steinwaldklinik Erbendorf ist eigentlich eine Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation mit 80 Betten. Das Haus wurde aber aufgrund der hohen Zahl an Covid-19-Patienten in der Region kurzzeitig zu einer Genesungsstation umfunktioniert. Im Interview spricht Michael Reindl, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Kliniken Nordoberpfalz, wie die Rückkehr zur normalen Nutzung als Reha-Klinik angegangen wird.

ONETZ: Die Coronalage in der Region hat sich entspannt. Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeit in den Kliniken Nordoberpfalz. Wie schaut es konkret mit der Steinwaldklinik in Erbendorf aus?

Michael Reindl: Die Steinwaldklinik wurde im Rahmen der Corona-Pandemie auf Beschluss des Ministeriums von einer geriatrischen Rehabilitation in eine Einrichtung für Kurzzeitpflege umgewandelt. Aufgrund des Anstiegs der stationär zu behandelnden Covid-19-Fälle wurde die Rehabilitationsklinik unter anderem dafür genutzt, um Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung unterzubringen, für die noch keine Entlassung in das häusliche Umfeld möglich ist, weil dort beispielsweise eine noch nicht oder negativ getestete Person lebte. In der Folge wurde eine Kurzzeitpflege für positiv getestete Patienten angeboten.

ONETZ: Wie viele dieser Patienten konnten behandelt werden? Konnte diese Arbeit das bereits bestehende Personal übernehmen oder mussten Sie aufstocken oder gab es auch Wechsel zwischen den Häusern?

Im Durchschnitt waren während der dargestellten Zeit rund 45 Betten belegt. Die Patienten wurden nicht nur aus den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG, sondern auch aus anderen überregionalen Kliniken und Krankenhäusern dorthin verlegt. Die anfallenden Aufgaben konnten vom bestehenden Personal herausragend geleistet werden.

Die anfallenden Aufgaben konnten vom bestehenden Personal herausragend geleistet werden.

Michael Reindl, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Kliniken Nordoberpfalz

ONETZ: Wie viele Reha-Patienten werden normalerweise in der Steinwaldklinik behandelt?

Die geriatrische Rehabilitationsklinik in Erbendorf genießt seit Jahren einen außerordentlich guten Ruf weit über die regionalen Grenzen hinweg. Das Einzugsgebiet umfasst nicht nur die nördliche Oberpfalz, sondern es werden auch Patienten aus Ober- und Mittelfranken versorgt, ebenso wie aus Nieder- und Oberbayern. Insgesamt stehen 80 Betten zur Verfügung. Die Auslastung lag dabei stets in einem überdurchschnittlich hohen Bereich.

Seit April sind Covid-19-Patienten zur Kurzzeitpflege auch in Erbendorf untergebracht:

Erbendorf

ONETZ: Wie geht es nun weiter? Kann der gewohnte Reha-Betrieb wieder aufgenommen werden?

Bis 31. Juli 2020 gelten gesetzliche Bestimmungen, wonach 30 Prozent der Betten für die Kurzzeitpflege von Covid-19-positiven Patienten freigehalten werden. In den vergangenen Tagen ist ein starker Anstieg der Anfragen von Sozialdiensten aus Akuthäusern und von Patienten, die nicht an Covid-19 erkrankt sind und eine geriatrische Rehabilitation benötigen, zu erkennen. Auch aus diesem Grund sehen wir die Dringlichkeit, sobald als möglich wieder eine geriatrische Rehabilitation anzubieten.

ONETZ: Gibt es dafür schon Pläne?

Hierfür wurde ein angepasstes Stufenkonzept erarbeitet, dessen Ziel der Betrieb der Steinwaldklinik mit zwei Stationen mit rund 50 Betten ist. Zusätzlich werden die gesetzlich vorgeschriebenen Vorhaltungen (eine Station mit Kurzzeitpflege für Covid-19-positive Patienten) berücksichtigt. Viele Anträge für geriatrische Rehabilitationen liegen bereits vor. Zudem stehen wir schon seit einiger Zeit mit unseren langjährigen Partnerkliniken in Kontakt.

ONETZ: Muss das gesamte Haus vorher komplett desinfiziert werden?

Hier findet eine enge Abstimmung mit der Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention statt. Die Reinigung erfolgt in zwei Schritten. Besonders im Fokus stehen dabei die Stationen sowie öffentliche Bereiche, wie zum Beispiel der Eingang.

ONETZ: Es müssen sicher auch weitere Vorbereitungen getroffen werden, um im Haus den "Urzustand" wieder möglich zu machen.

Oberste Priorität hat der Schutz von nicht an Covid-19-erkrankten Patienten. Daher erfolgt eine strikte Trennung von den Covid-positiven Patienten der Kurzzeitpflege und den nichterkrankten Rehabilitations-Patienten. Zudem wird eine strikte personelle und räumliche Trennung vorgenommen sowie Hygienemaßnahmen streng eingehalten. Um die räumliche Trennung zu gewährleisten, erfolgt beispielsweise der Zugang in die Steinwaldklinik für die Patienten über unterschiedliche Bereiche. Auch die ausschließliche Nutzung der Aufzüge durch Covid-negative Patienten sowie der dauerhafte Verbleib von positiv-getesteten Patienten auf ihrer Station gehören unter anderem zum Konzept der räumlichen Trennung.
Auch hinsichtlich des Personals erfolgt eine strikte Trennung. Ärzte, Therapeuten und alle weiteren Berufsgruppen werden eindeutig Stationen zugeordnet und dürfen die Stationen nicht wechseln. Das Personal ist dabei ständig mit der entsprechend vorgeschriebenen Schutzausrüstung tätig.
Bei der Aufnahme müssen Rehabilitations-Patienten einen aktuellen Nachweis (nicht älter als 48 Stunden) über einen negativen Abstrich mitbringen. Ein Besuch von Covid-positiven Patienten ist nicht möglich. Rehabilitations-Patienten können nach vorheriger telefonischer Anmeldung von Montag bis Freitag für maximal 45 bis 60 Minuten besucht werden. Öffentliche Bereiche und Gruppenräume werden weitestgehend nicht genutzt.

ONETZ: Wie schaut es mit dem Personal aus: Kann die bewährte Truppe weiter machen?

Auch weiterhin ist das bewährte Personal vor Ort tätig. Die medizinische Leitung liegt bei Chefärztin Dr. Irina Kern und Oberarzt Michael Schornbaum.

Die Steinwaldklinik Erbendorf hat einen guten Ruf und dieser soll jetzt bei hoffentlich länger anhaltenden, entspannter Lage wieder weiterverfolgt werden mit einem normalen Reha-Betrieb.

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