05.04.2020 - 13:34 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Corona-Patienten in Erbendorf in Kurzzeitpflege

Die Kliniken Nordoberpfalz AG nutzt freie Kapazitäten: Aus Weiden kommen Covid-19-Patienten in die Steinwaldklinik nach Erbendorf. Schwere Fälle sind es nicht, die Behandlung erfolgt ähnlich wie bei einer Kurzzeitpflege.

Um Kapazitäten für die akutstationären Häuser der Kliniken AG in Weiden, Tirschenreuth und Kemnath zu schaffen, werden ab dieser Woche Covid-19-Patienten in der Steinwaldklinik in Erbendorf behandelt.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Nach Vohenstrauß nun Erbendorf: Bestimmte Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung werden vom Klinikum Weiden in die Steinwaldklinik Erbendorf verlegt. Das hat der Krisenstab der Kliniken Nordoberpfalz AG am Wochenende beschlossen.

Es wurde festgelegt, dass neben dem Krankenhaus Vohenstrauß auch die Nutzung der Steinwaldklinik in Erbendorf angepasst wird, um Kapazitäten für die akutstationären Häuser in Weiden, Tirschenreuth und Kemnath zu schaffen. Die geriatrische Rehabilitationsklinik in Erbendorf werde aufgrund des Anstiegs von stationär zu behandelnden Covid-19-Fällen jetzt auch kurzfristig anderweitig genutzt, heißt es in der Mitteilung.

„Wir können hier Patientinnen und Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung unterbringen, für die noch keine Entlassung in das häusliche Umfeld möglich ist, weil dort beispielsweise eine bisher noch nicht oder negativ getestete Person lebt“, erklärt Michaela Hutzler, Medizinische Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz AG.

Durch die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege dieser Patienten werden an den Standorten, an denen Corona-Patienten stationär betreut werden, Kapazitäten für deren Behandlung frei.

Kliniken AG verlegt Corona-Patienten nach Vohenstrauß

Weiden in der Oberpfalz

Start am Montag

Inzwischen befinden sich in der Steinwaldklinik Erbendorf keine Patienten mehr, die eine geriatrische Rehabilitation durchführen. Am heutigen Montag soll dort dann eine Kurzzeitpflege starten, in der mit dem Coronavirus infizierte Patienten betreut werden. „Aufgrund der aktuellen Situation stehen wir immer wieder vor kurzfristigen strukturellen Anpassungen, um alle Ressourcen unseres Verbundes bestmöglich auszunutzen“, so Klinken-Vorstand Dr. Thomas Egginger.

Ärztlichen Direktor, Professor Christian Paetzel, im Interview:

Weiden in der Oberpfalz

Seelsorge für Klinik-Mitarbeiter

Aber nicht nur auf das Wohl der Patienten, auch auf das der Mitarbeiter wird verstärkt geachtet. „Alle Kolleginnen und Kollegen bringen derzeit Höchstleistungen, um unsere Patienten in der Krise zu versorgen. Deshalb freut es mich, dass sich verschiedene therapeutisch tätige Kollegen bereit erklärt haben, in dieser Zeit für unser Personal da zu sein“, so Egginger.

Aus diesem Grund wurde ein „Fürsorge-Team“ geschaffen, das aus Psychologen, Seelsorgern und Freiwilligen mit entsprechender Erfahrung in diesen Bereichen besteht. „Es ist uns wichtig, Angebote zu schaffen, die es unseren Kollegen ermöglicht, diese Krise mental bestmöglich zu überstehen. Denn die momentane Situation ist mit nichts vergleichbar, was wir schon erlebt hätten“, erklärt Elisabeth Eißner, Ärztliche Direktorin der Region Nord/West, die das Team mit konzipiert hat. Dafür wurden verschiedene Hotlines für Mitarbeiter geschaffen, auf der Homepage startet in Kürze ein Bereich zum Download von Texten, Entspannungs- und Atemübungen.

Um auch die Patienten während der Corona-Pandemie psychisch und seelisch zu stützen, wurde eine Telefon-Hotline geschaffen, die montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr über die Telefonsysteme der Häuser unter 100 555 (am Klinikum Weiden) oder 10 555 (an allen anderen Standorten) erreichbar ist.

Diese psychotherapeutische Hilfe ist auch für Mitarbeiter gedacht und von außerhalb der Kliniken Nordoberpfalz AG unter 0961/303-132 32 oder -132 31 verfügbar.

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