29.03.2021 - 15:51 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Topinambur im Steinwald – alte Kulturpflanze neu belebt

Als Schnaps, Gemüse oder einfach als Pflanzgut – die alte Kulturpflanze, der sich die Steinwald-Allianz angenommen hat, ist vielseitig. Topinambur, ursprünglich aus Amerika, kam sogar früher in Europa an als die Kartoffel.

Topinambur lässt sich vielfältig in der Küche einsetzen. Die Knolle enthält zahlreiche Nährstoffe und Vitamine.
von Jochen NeumannProfil

Vor allem im Gebiet der Steinwald-Allianz wurden seit 2017 durch die Öko-Modellregion knapp 700 Kilo Topinambur auf vielfältigste Art weitergegeben. Ob als Pflanzgut für die öffentlichen Bereiche und Privatgärten oder zur versuchsweisen Verarbeitung an die Direktvermarkter, an eine Schnapsbrennerei, die Gastronomie oder an Endverbraucher. Aber was das Besondere an dieser alten, lange vergessenen Kulturpflanze eigentlich ist, darüber klärt die Projektleiterin der Öko-Modellregion, Elisabeth Waldeck, auf. "Topinambur stammt ursprünglich aus Nordamerika und kam bereits vor der Kartoffel nach Europa", wusste sie. Er ist technisch einfach anzubauen und kann mehrjährig geerntet werden.

Winterharte Knolle

In den Sommermonaten bis in den September hinein wogt ein bis zu drei Meter hohes gelbes Blütenmeer, das für zahlreiche Insekten Nektar bietet. „Unter der Erde verstecken sich die rötlich-braunen Pflanzenknollen, die beim Anschneiden einen gelblich-weißen Kern preisgeben“, sagt Waldeck. Die Erntezeit beginnt im Oktober und dauert bis April. „Denn Topinambur ist winterhart und verträgt kalte Temperaturen von bis zu minus 25 Grad.“ Einzig zu beachten sei, dass nicht bei noch grünem Kraut geerntet wird. „Sonst können sich Geschmacks- und Nährstoffe nicht in die Knolle einlagern“, so Waldecks Tipp. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Topinambur durch die Kartoffel, die besser zu lagern und leichter zu verarbeiten ist, nahezu vollständig verdrängt. „Dabei ist er sehr gesundheitsförderlich.“ Durch das enthaltene Inulin sind die Pflanzenknollen sogar für Diabetiker geeignet. „Neben dem geringen Energiegehalt zeichnet sich der Topinambur vor allem durch hohe Gehalte an Calcium, Magnesium, Kalium und Eisen aus“, verriet die Modellmanagerin. „Nicht zu vergessen die bemerkenswerten Mengen an wertgebenden Vitaminen.“

Hoher Ertrag an Alkohol

Laut Elisabeth Waldeck sind die Verwendungszwecke äußerst vielfältig. "Das Kraut kann zur Energiegewinnung oder als Futtermittel eingesetzt werden." Die Knollen bringen außerdem einen hohen Ertrag an Alkohol zur Herstellung von Likören oder Bränden. "Auch in der Küche ist Topinambur flexibel einsetzbar, ob als Beilage, Hauptgericht oder im Dessert". Immerhin kann die Knolle sowohl roh als auch gekocht, in süßen sowie in herzhaften Speisen verzehrt werden.

So wird das Wurzelgemüse zum Beispiel in Salaten, Suppen, Kuchen und Brot verwendet. "Beispielsweise für eine leckere Topinambur-Suppe, nicht nur für das Ostermenü, oder Sie holen den Topinambur erntefrisch aus dem eigenen Garten, verarbeiten ihn zu hervorragendem Gebäck und genießen dies zu einer frisch aufgebrühten Tasse Kaffee."

„Auch in der Küche ist Topinambur flexibel einsetzbar, ob als Beilage, Hauptgericht oder im Dessert.“

Elisabeth Waldeck, Projektleiterin Öko-Modellregion der Steinwald-Allianz

Im Landkreis Tirschenreuth rund um den Steinwald fördert die Steinwald-Allianz kleine Projekte

Friedenfels

Hier gibt es Rezeptideen mit Topinambur

 

 

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