07.03.2019 - 16:34 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Viele Hunde, wenig Probleme

Die nördliche Oberpfalz stellt sich gegen den Trend: Die Zahl der Hunde ist seit vielen Jahren recht konstant – konstant hoch.

In der nördlichen Oberpfalz gibt es gleichbleibend viele Hunde - und erfreulich wenig Probleme.
von PMLProfil

In Bayern gibt es immer mehr Hunde. Besonders in den großen Ballungsgebieten wie München oder Nürnberg ist die Anzahl der Vierbeiner in den vergangenen Jahren verhältnismäßig stark gestiegen. In der nördlichen Oberpfalz ist jedoch von diesem Trend nichts zu spüren. In den Rathäusern und Stadtverwaltungen der Region ist die Zahl der gemeldeten Tiere in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben.

Allerdings auf recht hohem Niveau: Im Durchschnitt leben in den eher ländlichen Nordoberpfälzer Gemeinden deutlich mehr Hunde pro Einwohner als in den großen Städten. So berichtet Lucia Söllner von der Finanzverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg von aktuell 363 Hunden bei 6058 Einwohnern, was einem Hund pro 17,2 Einwohner entspricht. In Erbendorf sind laut Sebastian Heim (Stadtkämmerei) zur Zeit 272 Vierbeiner gemeldet, damit etwa ein Hund auf 18,7 Einwohner.

In den anderen Gemeinden sieht die Verteilung ähnlich aus. Lediglich Krummennaab sticht bei den befragten Gemeindeverwaltungen besonders heraus. Dort gibt es im Verhältnis am meisten Hunde: Auf 1465 Einwohnern kommen 135 Hunde und damit nur 10,9 Einwohner je Vierbeiner. Julia Horn, die in der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab für die Stadtkasse und damit auch für die Hundesteuer zuständig ist, erklärt, dass das wohl an der ansässigen Hundezucht liegt.

"Und auch im Wohngebiet 'Scheibe' gibt es kaum ein Haus, in dem es keinen Hund gibt." Dagegen kommen in den Ballungsgebieten wie München auf einen Hund etwa 40 Menschen, in Augsburg etwa 35 und in Regensburg "teilen" sich etwa 38 Menschen einen Hund.

Steuern zahlen

Anders als Katzen oder andere kleine Haustiere müssen Hundehalter ihre Lieblinge bei der Gemeinde anmelden und Hundesteuer entrichten. Daher ist die Zahl der Hunde, die im jeweiligen Gemeindegebiet leben, recht genau bekannt. Zumindest weitgehend, wie Thomas Prechtl (Gemeindeverwaltung Mehlmeisel) andeutet, da es wohl auch unter den Hundehaltern schwarze Schafe gibt, die sich nicht ausreichend über ihre Pflichten informiert haben oder sich ganz bewusst davor drücken. Dabei ist die Hundesteuer in den meisten Gemeinden noch sehr gering. Die Steuersätze können in den Hundesatzungen der jeweiligen Gemeinde öffentlich eingesehen werden - meist stehen diese im Internet auf den Gemeinde-Webseiten zum Download.

Gemessen an den Beträgen, die in größeren Städten gezahlt werden müssen, kommen die lokalen Hundehalter sehr günstig weg. Zwischen 20 und 30 Euro werden meist für jeden Hund pro Jahr fällig - in München dagegen sind es etwa 100 Euro pro Jahr und Tier. Wobei jede Gemeinde die Höhe des Steuerbetrags selbst festsetzen kann.

Auch eine sonst oft übliche Staffelung der Hundesteuer ist eher die Ausnahme. Erbendorf etwa berechnet laut Satzung für den ersten Hund 25 Euro, 40 Euro für den zweiten und für jeden weiteren 55 Euro. Die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab haben eine ähnliche Staffelung in der Hundesteuersatzung verankert. In vielen Gemeinden gibt es auch Ausnahmeregelungen, die dazu führen, dass gar keine oder eine reduzierte Hundesteuer gezahlt werden muss, etwa für Herdenschutz-, Dienst- oder Servicehunde. Diese sind dann ebenfalls in den Satzungen aufgeführt. Auch das Verhältnis zwischen Hundehaltern, den Gemeinden und "hundelosen" Mitmenschen ist in der Region eher entspannt, wie Thomas Prechtl und Julia Horn übereinstimmend berichten. "Es kommt immer mal wieder vor, dass Besitzer ihre Fürsorgepflicht vernachlässigen und Hunde sich vom eigenen Grundstück entfernen können, wenn es etwa keinen Zaun gibt und sie trotzdem frei laufen", weiß Prechtl, aber diese Fälle seien eher die Ausnahme.

Appell an Verantwortung

Falls Tiere doch öfters mal zu nah an Straßen oder anderen öffentlichen Bereichen angetroffen werden, versuchen die Gemeinden immer zuerst, mit sanften Mitteln auf die Halter einzuwirken. "Auch wenn der Hund nichts tut, gibt es Menschen, die Angst haben, da müssen wir schon handeln", sagt Prechtl. "Beschwerden, wenn ein Hund viel bellt, gibt es schon. Kleinigkeiten halt", erklärt Julia Horn. Meist reicht aber schon der Appell an das Verantwortungsgefühl der Besitzer. Schließlich wollen doch eigentlich alle friedlich zusammenleben.

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