13.12.2019 - 14:02 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Weichen Richtung Zukunft

„Bei der Generalistischen Ausbildung haben wir den Fuß in der Tür.“ Das stellte Johannes Reger, Vorsitzender des Trägervereins des Berufsbildungszentrums (BBZ) fest. Im September 2020 beginnt die neue Ausbildungsrichtung.

In der Mitgliederversammlung wurde der Vorstand des Trägervereins bestätigt. Auf dem Bild: Bürgermeister Hans Donko (links) mit den Mitgliedern und Schulleiterin Hannelore Doleschal (Fünfte von links) und Vorsitzenden Johannes Reger (Fünfter von rechts).
von Jochen NeumannProfil

In der Mitgliederversammlung des Trägervereins des Berufsbildungszentrums stellte Vorsitzender Johannes Reger fest, dass das Berufsbildungszentrum mit seinen Fachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe sowie für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe gut etabliert habe. „In Summe haben wir viele Schüler und die einzelnen Klassen sind gut ausgelastet.“ Derzeit seien es sechs Klassen in der Altenpflegeausbildung und zwei in der Heilerziehungspflegeausbildung.

Die Anzahl der Schüler und der Teilnehmer an Kursen und Weiterbildungsmaßnahmen liege bei 130. „Das Schulgebäude platzt beinahe aus allen Nähten“, so Reger. Die Schulleitung habe aber dank des Blockunterrichts die Lage im Griff. „In Spitzenzeiten können wir aber auf Unterrichtsräume im Feuerwehrhaus und in der Mittelschule zurückgreifen.“

Breiten Raum bei der Versammlung nahm die neue Generalistische Ausbildung ein, die im neuen Schuljahr eingeführt werden soll. Wie der Vorsitzende mitteilte, sei das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe im Juli 2017 verkündet worden. „Damit soll eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege geschaffen werden.“

Mit dem ab 1. Januar 2020 geltenden Pflegeberufegesetz werden nach den Worten Regers das Altenpflegegesetz sowie das Krankenhauspflegegesetz aufgehoben und die Ausbildungen zur Altenpflege, Kinderkrankenpflege und Krankenpflege zusammengeführt. „Kern dabei ist die Einführung einer dreijährigen generalistischen beruflichen Ausbildung mit dem Abschluss als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann.“

„Doch die Umsetzung bereitet dem Trägerverein und der Schulleitung große Arbeit“, gestand Reger ein. „Unsicherheit besteht nicht nur bei uns, sondern bei allen Schulen und Einrichtungen, in der praktischen Auslegung des neuen Gesetzes.“ Zudem sei es heute noch nicht messbar, wie viele Schüler die neue Ausbildung annehmen werden. „Aber es ist eine Herausforderung und ich bin zuversichtlich“, so Reger. „Wir haben den Fuß in der Tür und die Generalistik wird unserem Berufsbildungszentrum nicht zum Schaden gereichen.“

Johannes Reger machte deutlich, dass das Berufsbildungszentrum auch in den nächsten Jahren ausländische Schüler aufnehmen werde. „Ein wichtiger Punkt bei der Schülergewinnung“, merkte er an. „Als Trägerverein müssen wir uns aber Gedanken über die Unterbringung machen.“ In seinem Rechenschaftsbericht hob Trägervereinsvorsitzender Reger des Weiteren hervor, dass für die einzelnen Ausbildungsmöglichkeiten gezielt Werbung gemacht werde. Dafür sei sowohl der Kontakt mit Schülern als auch mit den Kooperationspartnern sowie interessierten Berufseinsteigern enorm wichtig. Einen Dank sprach Reger abschließend dem Lehrerkollegium mit Schulleiterin Hannelore Doleschal und dem Verwaltungspersonal aus, die engagiert und hochmotiviert für einen geregelten Schulbetrieb sorgten.

Schulleiterin Doleschal gab der Versammlung einen Einblick in das Schulleben und in die Öffentlichkeitsarbeit. „Wir haben einen hervorragenden Ausbildungsstand, der für unsere Qualität spricht“, stellte sie fest. Das Einzugsgebiet der Schule reiche von Vohenstrauß über Auerbach bis nach Rehau. Besonders hob sie hervor, dass die Schüler nach ihrer Prüfung zu hundert Prozent von Pflegeeinrichtungen übernommen werden.

Stolz ist Doleschal auch darauf, dass viele Schüler des Berufsbildungszentrums bereits für außerordentliche Leistungen vom Freistaat geehrt werden konnten. „Alle mit einer Eins vor dem Komma.“ Einen Blick warf die Schulleiterin auf die Angebote der Fort- und Weiterbildung. Nach ihren Worten ein wichtiges Standbein der Schule. Die Mitglieder informierte sie, dass Kurse Weiterbildungsmaßnahmen zur Gerontopsychiatrischen Betreuungskraft ebenso laufen wie zum Praxisanleiter. Für das kommende Jahr kündigte sie neue Angebote an. Im Bereich Praxisanleiter sollen Module zur Nachqualifizierung ebenso angeboten werden wie Vertiefungstage. Nicht zuletzt informierte Doleschal über einen Pflegefachtag am 10. März kommenden Jahres im Aribo-Hotel.

Einen großen Dank sprachen Doleschal und Reger vor allem Bürgermeister Hans Donko aus. „Er steht uns mit Rat und Tat zu Seite und hat immer ein offenes Ohr für uns.“ Auf der Tagesordnung des Trägervereins stand nicht zuletzt die Neuwahl des Vorstands. Für die kommenden zwei Jahre wurde Johannes Reger als Vorsitzender ebenso in seinem Amt bestätigt wie Karlheinz Rottmann als Stellvertreter. Schriftführer ist weiterhin Hubert Wojtenek und Kassier Markus Knodt.

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