27.10.2020 - 13:41 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Weihwasser kommt in Erbendorf aus automatischen Spender

Ein halbes Jahr lang blieben die Weihwasserbecken in der katholischen Pfarrkirche in Erbendorf trocken. Seit kurzem verteilen vier Spender das gesegnete Wasser am Kircheneingang.

Pfarrer Martin Besold und Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer präsentieren stolz den Weihwasserspender.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Pfarrer Martin Besold ist begeistert: "Endlich haben wir eine Möglichkeit gefunden, den Gottesdienstbesuchern wieder Weihwasser anzubieten". Vor ein paar Wochen wurden vier Weihwasserspender in der Mariä Himmelfahrtskirche angebracht die mittels eines Sensors automatisch das geweihte Wasser ausgeben.

Dass die Becken am Kircheneingang bereits vor der Pandemie immer seltener benutzt wurden, war Besold und Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer anfangs nicht bewusst. Im Winter vergangenen Jahres kam ein Gottesdienstbesucher auf die beiden zu. "Er wollte das Weihwasser nicht benutzen, weil er Angst vor Grippeviren hatte", erinnert sich Meierhöfer zurück. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen beobachteten sie die Gottesdienstbesucher. Und tatsächlich: Nur wenige bekreuzigten sich vor dem Kirchenbesuch. Was also tun? "Im Pfarrgemeinderat haben wir letztes Jahr noch überlegt, wie wieder mehr Menschen das Weihwasser nutzen", erzählt Besold – die zündende Idee kam aber erst vor ein paar Monaten.

Eine langfristige Investition

"Chorleiter Holger Popp war mit einer seiner Sängerinnen im Gespräch", erzählt Meierhöfer. Als Mitarbeiterin einer Erbendorfer Firma die Ladenkonzepte entwickelt, stand auch dort in den letzten Monaten vor allem das Thema desinfizieren im Vordergrund. So entstand die Idee das Weihwasser von einem Spender ausgegeben zu lassen. "Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung waren sofort dafür", erzählt Besold. Die Geräte wurden von der Erbendorfer Firma hergestellt – 75 Euro haben sie pro Spender bezahlt. Für Pfarrer Besold sind sie eine langfristige Investition, denn "Grippe- und Coronaviren, werden uns auch weiterhin begleiten". Damit es zu keiner Verwechslung mit dem richtigen Desinfektionsmittelspender gibt, wurden die 20 Zentimeter großen Gehäuse mit einem Aufdruck versehen – "Weihwasser" steht darauf. Zudem wurde ein Kreuz und ein Fisch aufgeklebt. Einmal aufgefüllt, reicht das Weihwasser dann circa drei Wochen.

Tradition erhalten

Im Praxistest kommen die vier Weihwasserspender aus Erbendorf gut an. "Wir haben im Pfarrbrief und während des Gottesdienstes darauf hingewiesen", erklärt Besold. Ab und zu kommt es dennoch zu einer Verwechslung. "Dadurch, dass wir uns in den vergangenen Monaten viel desinfiziert haben, verreiben manche das Weihwasser zunächst unbewusst mit den Händen", erzählt Besold und lacht. Wenige Augenblicke später bekreuzigen sie sich dann. Der Ständer mit dem Desinfektionsmittel ist dann nur einen Schritt weiter.

"Sich vor dem Betreten der Kirche mit Weihwasser zu bekreuzigen ist eine gute Tradition", weiß Pfarrer Besold. "Es soll uns an unsere Taufe erinnern". "Durch Corona ging vieles verloren", meint Meierhöfer. Der Weihwasserspender helfe das Bekreuzigen nicht zu vergessen.

Über dem Weihwasserbecken befindet sich der neue Weihwasserspender. Über einen Sensor verteilt der Spender ein paar Tropfen Weihwasser.
Pfarrer Martin Besold und Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer präsentieren stolz den Weihwasserspender.

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Tirschenreuth

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