25.11.2019 - 12:21 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Wertvolle Hilfe in schweren Stunden

Unterstützung in Fragen von Schwangerschaft, Kinderwunsch und Sexualität leistet der Verein Donum Vitae. Frauen-Union, Junge Union und CSU überreichten bei einem Infoabend eine Spende von insgesamt 600 Euro.

Eine Spende im Namen der CSU-Familie überreichten (von rechts) Sandra Kellermann, Hannes Heining, Johannes Reger sowie (von links) Tina Zeitler, Carolin Böckl und Matthias Fütterer an die Leiterin der Beratungsstelle Weiden, Elisabeth Schieder (Mitte).
von Carolin BöcklProfil

"In erster Linie bieten wir Frauen und Familien Hilfe zur Selbsthilfe in schwierigen Situationen." Allgemeine Schwangerschaftsberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung, Kinderwunschberatung, Sexualpädagogik an Schulen sowie Beratung und Begleitung bei schweren Diagnosen und Fehlgeburten gehören zum breitgefächerten Tätigkeitsbereich der Beratungsstellen von Donum Vitae. Die Leiterin der Beratungsstelle Weiden, Sozialpädagogin Elisabeth Schieder, berichtete auf Einladung der Frauen-Union von den Aufgaben und Herausforderungen des Vereins. Vertreter von CSU, Frauen-Union und Junger Union kamen zum Gespräch in die Stadthalle, ließen sich mit Informationen aus erster Hand versorgen und übergaben zum Abschluss eine Spende.

Unabhängig und diskret

Der Name Donum Vitae - Geschenk des Lebens - fasse die Leitlinie bereits ganz gut zusammen. Schutz des ungeborenen Lebens, ohne die Frauen unter Druck zu setzen, ist ein Grundsatz jeder Beratung, die "unabhängig, diskret, vertraulich und selbstverständlich kostenlos" ist. "Jedes Gespräch ist ergebnisoffen. Die letztendlichen Entscheidungen liegen bei der Frau beziehungsweise bei den Eltern. In den meisten Fällen erfahren wir nicht einmal davon."

Eine Schwangerschaftskonfliktberatung ist gesetzlich verpflichtend, um einen Schwangerschaftsabbruch straffrei durchführen zu dürfen. Donum Vitae als staatlich anerkannte Beratungsstelle ist berechtigt, solche Beratungen durchzuführen und auch den Beratungsnachweis auszustellen. Dabei machen solche Konfliktberatungen nur einen Teil der Aufgaben aus, etwa 130 von über 900 Beratungskontakten jährlich. "Wir zeigen dabei den möglichen Weg mit und ohne Kind auf, informieren über finanzielle Unterstützung, gesetzliche Regelungen zum Mutterschutz und auch den Ablauf eines Abbruchs."

Häufig kommen die Frauen allein zu solchen Terminen, wie Schieder berichtete. Das liege daran, dass durch Partner, Eltern oder Arbeitgeber Druck ausgeübt werde. Meist wüssten dann auch nur wenige oder niemand von der Schwangerschaft, manchmal nicht einmal der Vater. "Wir sind oft die Ersten, mit denen die Schwangeren offen reden können." Die Voraussetzung für ein Gespräch müsse immer eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Beraterin und Frau sein.

Angeboten werden auch fremdsprachige Beratungen. Englisch und französisch sind dabei kein Problem. "Schwieriger wird es bei anderen Sprachen. Dann brauchen wir Dolmetscher, die teuer sind und nicht immer sofort verfügbar." Die Finanzierung läuft hauptsächlich über die staatliche Förderung. Ein Teil muss aber vom Verein selbst aufgebracht werden, der deshalb auch auf Spenden angewiesen ist.

Die meisten Beratungskontakte sind einmalig. Manchmal werden Frauen und Männer aber auch über mehrere Jahre begleitet. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Kind behindert zur Welt kommt und bei Tot- oder Fehlgeburt. Die Beratungsstelle hat außerdem ein gutes Netzwerk aus Ärzten und Hebammen, an die gegebenenfalls weitervermittelt werden kann.

Elisabeth Schieder hat fünf Mitarbeiterinnen. Was fehlt, sind Männer. "Gerade wenn wir in Schulen über Sexualität sprechen, wäre es für die Jungen schön, wenn auch ein Mann dabei wäre."

Beratungstermine

Der Zuständigkeitsbereich umfasst das Stadtgebiet Weiden sowie die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, wo in verschiedenen Orten Beratungstermine möglich sind, unter anderem im Familienzentrum Mittendrin in Kemnath. Für Notfälle sind immer freie Zeitfenster reserviert.

Die CSU-Mitglieder zeigten sich beeindruckt vom vielfältigen Tätigkeitsfeld von Donum Vitae. "Wir unterstützen eure Anliegen und wissen, wie wichtig und verantwortungsvoll eure Arbeit für Frauen und Familien ist", bestätigte Sandra Kellermann, Ortsvorsitzende der Frauen-Union und gleichzeitig Bevollmächtigte von Donum Vitae für den Landkreis Tirschenreuth. Frauen-Union, JU und CSU überreichten zum Schluss gemeinsam einen Scheck über 500 Euro. Die Kreisvorsitzende der Frauen-Union Tina Zeitler legte 100 Euro oben drauf.

CSU-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Johannes Reger (vorne) und andere Mitglieder lauschten den Ausführungen von Elisabeth Schieder.
Sozialpädagogin Elisabeth Schieder berichtete von der Arbeit des Vereins Donum Vitae.

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