"Mir fällt es schwer, Positives zu erzählen." Mit diesen Worten begann Maschinenring-Bezirksvorsitzender Franz Roider. Ins Visier nahm er vor allem das Volksbegehren "Rettet die Bienen", bei dem seiner Meinung nach viele nur unterschrieben hätten, um ihr "grünes Gewissen" zu beruhigen. "Der Landwirt als Beruf ist hoch angesehen, aber nicht die Landwirtschaft an sich."
Ein Licht am Ende des Tunnels sah der Bezirksvorsitzende beim Nachwuchs. "Die Schüler sind hochmotiviert und der technische Fortschritt wird weitergehen. Miteinander sind wir stark und wir können viel erreichen, um aus dem Tal der Tränen zu kommen." Bürgermeister Hans Donko dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Maschinenring. "Die Arbeiten in Flur und Feld werden stets fachmännisch und zuverlässig erledigt." Zur angespannten Stimmung äußerte Donko, dass nur das Zusammenhalten Stärke gebe. "1800 Mitglieder sind ein politisches Gewicht."
"Zukunft ist kein Schicksalsschlag, sondern die Folge von Entscheidungen, die wir heute treffen." Mit diesen Worten stellte Geschäftsführerin Marion Höcht ihren Geschäfts- und Tätigkeitsbericht vor. Den Mitgliedern erläuterte sie die Satzungsaufgaben des Maschinenrings und stellte Maßnahmen vor, wie der Verein erfolgreich in die Zukunft gehen kann.
Neue Preisliste
So werde seit knapp 50 Jahren der Betriebshilfsdienst angeboten. "Hier unterliegen wir dem Angebot und der Nachfrage", stellte sie fest. "Deshalb ist eine neue Preisliste aufgelegt worden, um marktfähige und wertschätzende Stundensätze zu erreichen und die Betriebshilfe durch angestellte Mitarbeiter zu sichern."
Notwendig seien nach Höcht auch die Entwicklung neuer, innovativer Modelle in der Zusammenarbeit. "Denn aufgrund der boomenden Wirtschaft können wir immer weniger Arbeitskräfte für die Landwirtschaft gewinnen." Ein Modell sei ein Arbeitskräftepool, bei dem sich zwei oder mehrere Betriebe einen Mitarbeiter für soziale und wirtschaftliche Betriebshilfe auf Basis von fest gezeichneten Stunden teilen. Zudem werde Bewährtes, wie die Bürodienstleistungen, weiterentwickelt und ausgebaut. Den Mitgliedern stellte die Geschäftsführerin auch den Nutzen dieser Maßnahmen vor. Dazu zählen Hilfe in Notsituationen wie Krankheit, Unfall und Tod, das Brechen von Arbeitsspitzen, mehr Lebensqualität durch Entlastung in der Pflege sowie zusätzliche Einkommensmöglichkeiten. Weitere Satzungsaufgabe des Maschinenrings sei der Ausbau der Beratung sowie die Weiterentwicklung im Bereich des überbetrieblichen Maschineneinsatzes.
Landwirte lieben die Heimat
"Denn technischer Fortschritt und moderne Agrar- und Umwelttechnik müssen unseren landwirtschaftlichen Betrieben auch in Zukunft zugänglich sein." Dazu gehören auch der Auf- und Ausbau von Maschinengemeinschaften sowie ein Qualitätsmanagement.
"Modernste Technik trägt zum Umweltschutz bei. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirte gestärkt werden", so die Geschäftsführerin. "Denn ich möchte, dass wir auch in 50 Jahren noch Lebensmittel produzieren und nicht nur zur Landschaftspflege da sind." Eins stellte Höcht unmissverständlich fest: "Unsere Landwirte lieben ihre Heimat und die Landschaft und möchten sie auch an ihre Kinder weitergeben." Einen Einblick gewährte Höcht auch in die Töchter und Beteiligungen des Maschinenrings. So beläuft sich der Umsatz der MR Stiftland GmbH auf 2,6 Millionen Euro, der Maschinenring Personaldienste auf rund 750 000 Euro, des Maschinenrings Agrarservice auf 160 000 Euro und des Stiftland Energie Service auf circa 360 000 Euro. Um rund 1,2 Millionen Euro auf 7,5 Millionen Euro ging der Verrechnungswert im Jahr 2018 zurück. Teilweise zurückzuführen sei dieser Wert auf den heißen und trockenen Sommer. Insgesamt werden 91 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter beschäftigt.
Den Abschluss der Jahreshauptversammlung bildete ein Vortrag von Werner Aimer von der Bayerischen Versicherungskammer mit den Themen "Rechtliche und strafrechtliche Risiken von Landwirten" sowie Vorsorgevollmacht, Betreuung und Patientenverfügung. Aimer stellte fest, dass ein Landwirt grundsätzlich immer mit einem Bein im Gefängnis stehe. "Denn aufgrund von 1600 Gesetzen und 3400 Verordnungen mit insgesamt 76 000 Artikeln und Paragrafen sowie die Gesetz- und Rechtsverordnungen der Länder ist eine juristische Begleitung unabdingbar."
















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