(rn) Der örtliche Schäferhundeverein hat sich bereits durch mehrere erfolgreiche Großveranstaltungen über die bayerischen Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Erst im vergangenen Jahr war Eschenbach Austragungsort des dreitägigen "Sieben-Länder-Wettkampfes", der unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer stand. Als Vorbereitung und zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Nürnberg hatte die Landesgruppe den Eschenbacher Verein nun bereits zum wiederholten Mal mit der Austragung der internationalen Landesgruppenzuchtschau beauftragt.
Das Sprachengewirr auf der Übungsanlage des Vereins hatte geradezu babylonische Ausmaße. Denn neben unterschiedlichen deutschen Zungenschlägen waren Hundeführer aus Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Tschechien, Ungarn und den USA vertreten. Sie nutzten die wichtigste Zuchtveranstaltung der Landesgruppe, um ihren Schäferhunden durch ein hochkarätiges Richterkorps Zuchtqualität bescheinigen zu lassen.
Am Vormittag überzeugten sich die Richter aus Bayern, Brandenburg, Nord-Rheinland, Schleswig-Holstein und Thüringen davon, ob die vorgestellten Junghunde - sie waren die am stärksten vertretene Klasse - geröntgt und gechipt sind. Es folgten Wiegen, Vermessen, Zahn- und Hoden-Kontrolle.
Als Schirmherr übermittelte zweiter Bürgermeister Karl Lorenz nach Willkommensworten vom Vorsitzenden Michael Siegler die Grüße von Bürgermeister und Stadtrat. Er dankte dem Verein für die Übernahme der verantwortungsvollen Aufgabe und zeigte sich überzeugt, dass er mit der Erfahrung seiner Helfer für einen reibungslosen und erfolgreichen Ablauf der Veranstaltung sorgen wird. Den Hundeführern wünschte Lorenz, dass sie mit ihren Vierbeinern nach monatelangen Vorbereitungen die strengen Wertungskriterien erfolgreich bestehen. Als Anerkennung für deren Mühen übergab er an Vorsitzenden Siegler eine kleine Finanzspritze.
Klaus Dworschak, der Vorsitzende der Landesgruppe, bescheinigte Eschenbach die Funktion eines Mittelzentrums, zu dem Hundeführer aus einem Umkreis von bis zu 40 Kilometern zum Training kommen. Er sprach von bundesweit 53 000 Mitgliedern in 1900 Ortsgruppen und von weltweit 400 000 Mitgliedern. In Japan und China hätten die Schäferhunde den Stellenwert eines "Mercedes in der Garage".
Landesgruppenzuchtwart Erich Bösl zeigte sich überzeugt, "dass wir mit der Ortsgruppe Eschenbach für die Zuchtschau wieder eine Ortsgruppe gewählt haben, die ein gutes Gelingen der Veranstaltung erwarten lässt". Als Zeichen der Wertschätzung steckte er Lorenz das Förderabzeichen des Verbandes an.
Vor einer großen Zuschauerkulisse glich dann das weitere Prüfungsgeschehen einer Präsentation auf dem Laufsteg. Mit dabei waren "Pia Kenola" aus Kattowitz/Polen, "Arela Navaro" aus Prag, "Georgia Aukstagirio Aidas" aus Vilnius/Litauen, "Joydel Vetos Margio" aus Griechenland, "Hana Team Schwarze Engel" aus Zagreb/Kroatien und "Nikita de L'etang de Freville" aus Frankreich. Wesenssicheres und selbstsicheres Auftreten waren ebenso Wertungskriterien wie langsamer Schritt beim Führen und drangvoller Lauf bei Bewegungsrunden. Außerhalb der Rundenmarkierung und mit etwas Vorlauf liefen immer wieder Hundebesitzer, die durch Schreien, Pfeifen oder Tuten versuchten, auf sich aufmerksam zu machen und ihren Hund zu einem zielstrebigen Gang zu verführen. Auch Hundebesitzer aus Tschechien sind zum Wettbewerb angereist.
Gruppenweise gab Frank Goldlust, Landesgruppenzuchtwart Berlin-Brandenburg, die Beurteilungsergebnisse bekannt. Dabei fielen Äußerungen wie "ausgebildetes Brustverhältnis", "kräftiger, wohlproportionierter Kopf", "flüssiger, raumgreifender Schritt", "gut in der Hinterhand" oder "sehr gut pigmentiert". Zahlreiche "sehr gut" weckten erkennbare Freuden. In einem Resümee sprach Landesgruppenvorstand Dworschak von einer sehr guten Qualität der Hunde und einem "top organisierten Gesamtablauf". Er bescheinigte der Ortsgruppe eine optimale Aufgabenverteilung.
Eschenbach
10.07.2018 - 16:50 Uhr
192 Schäferhunde am "Laufsteg"
von Walther Hermann
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.





















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.