12.05.2021 - 15:37 Uhr
EschenbachOberpfalz

Abitur in der Corona-Pandemie: Prüfungen am Gymnasium Eschenbach gestartet

"Ruhe bitte! – Abitur!" heißt es seit Mittwoch am Gymnasium Eschenbach. 14 Tage später als ursprünglich geplant, startete die Abschlussprüfung. Auch eigentlich quarantänepflichtige Schüler können teilnehmen.

Mit großem logistischen Aufwand startete am Mittwoch am Gymnasium Eschenbach die Abiturprüfung. Wegen besonderer Hygienevorgaben wurden die Schüler in zwei Räume aufgeteilt. Unser Bild zeigt die Abi-Prüflinge in der Mehrzweckhalle
von Robert DotzauerProfil

In der Mehrzweckhalle des Eschenbacher Bildungshügels sitzen die Abiturienten zu Prüfungsbeginn weit auseinander. Coronabedingt gibt es noch größere Abstände als üblich. Die Infektionsschutzvorschriften sind einzuhalten. Ein logistischer Aufwand, denn egal, ob getestet, ungetestet oder eigentlich in Quarantäne: Trotz Pandemie sollen alle Schlüler die Abschlussprüfung ablegen.

Das Lernen fürs Abi hätte in der Pandemie für die 107 Abiturienten kaum schwieriger sein können. Aber nicht nur für die Schüler war die Vorbereitung für das Abitur in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. Auch die Lehrkräfte und Schulleitungen waren gefordert, um die Prüfungen organisatorisch „coronafit“ zu machen und das nicht nur in Hinblick auf genügend Abstand und ausreichende Belüftung.

„Schon in normalen Jahren ist das Ablegen einer so wichtigen Prüfung auch mit viel Aufregung und Anspannung verbunden“, fühlte Schulleiter Peter Schobert mit „seinen“ Schützlingen, wenige Minuten vor dem Prüfungsstart am Mittwoch pünktlich um 8 Uhr. Im „Coronajahr“ wünschte der Oberstudiendirektor deshalb erst recht gute Nerven, viel Glück und alles Gute. Anstelle eines Gebets kamen auch von Religionspädagogin und Mitglied der erweiterten Schulleitung Isabella Beyer Worte der Ermunterung und Zuversicht: „Seit mutig und entschlossen, habt keine Angst, Gott ist mit Euch“.

Begleitet von den Wünschen der Schulleitung und ausgestattet mit Duden und viel Optimismus, mit Power-Riegeln, Snacks, Pausenbroten, Obst und Getränken begann ein um 30 Minuten verlängerter Deutsch-Marathon von 345 Minuten. Besondere Umstände führten in Einzelfällen zu einer Verlängerung der Deutsch-Prüfung bis 15.15 Uhr. Im ersten Teil war die Interpretation eines Textes und der Vergleich mit einem weiteren gefragt. Zur Auswahl standen: „Ein Lied“ von Else Lasker-Schüler, „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller und „Buddenbrooks, Verfall einer Familie“ von Thomas Mann.

Im zweiten Teil galt es einen Text von Teresa Koloma Beck zu analysieren und zum Abschluss musste ein Essay zum Thema „Empörungsdemokratie“, ein Begriff den der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen prägte, geschrieben werden. Die Benutzung von Smartphones gilt als Prüfungsvergehen. Um das von vornherein zu vermeiden, lagerten die Mobiltelefone auf Seitenbänken.

Unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes für alle Beteiligten gab es bereits am Dienstag freiwillige Corona-Schnelltests. Federführend waren die Oberstufenkoordinatoren Kerstin Eckert und Robert Kreuzer auch für die Überwachung der Hygienemaßnahmen zuständig. Problemlos, wie beide Pädagogen anmerkten, um dann allerdings auf den Sitzplan einer 13 Schüler umfassenden „Risikogruppe“ in einem weiteren Prüfungsraum zu verweisen. Dabei handelte es sich um Prüfungsteilnehmer, die wegen Kontakten zu corona-positiven Familienangehörigen quarantänepflichtig gewesen wären.

Die schriftliche Prüfung im Fach Deutsch stand gestern am Beginn des Abiturs. Am 18. Mai folgt die Mathematik-Prüfung und am 21. Mai die Prüfungsaufgabe in einem weiteres Fach, zum Beispiel in einer Fremdsprache oder in einem gesellschafts- oder naturwissenschaftlichen Fach. Nach den Pfingstferien finden in den beiden Wochen zwischen dem 7. Juni und 18. Juni die mündlichen Prüfungen in zwei weiteren Fächern statt.

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Die besonderen Umstände der "Corona-Prüfung" waren für Abiturienten und Lehrkörper eine große Herausforderung

 

 

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