Zu einer Informationsveranstaltung über diese Mindeststandards hatte die Erstaufnahmeeinrichtung der Regierung der Oberpfalz Vertreter aller Gemeinschaftsunterkünfte (GU) nach Eschenbach geladen. Als Mitarbeiter der Regierung stellten Simone Seebauer und Lisa Vischer Inhalte der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit UNICEF gestartete Initiative vor, in die 13 Partnerorganisationen eingebunden sind. „UNICEF ist wegen der besonderen Bedeutung der Betreuung von Frauen und Kindern eingebunden“, versicherte Seebauer.
Da Flüchtlingsunterkünfte für viele asylsuchende Menschen, die nach Deutschland kommen, zentraler Lebensmittelpunkt sind, war den Referentinnen daran gelegen, Bedürfnisse und Rechte von geflüchteten Menschen in den Unterkünften anzusprechen. Sie räumten ein, dass die Mindeststandards der Initiative in Bayern noch keine gesetzliche Verpflichtung sind. Ihnen und den Teilnehmern an der Informationsveranstaltung war jedoch daran gelegen, den Schutz von geflüchteten Menschen zu einem integralen Bestandteil der vielseitigen Aufgaben von Flüchtlingsunterkünften zu machen.
Seebauer und Vischer sahen in den Mindeststandards ein fortzuschreibendes Dokument, dessen Inhalte in einem festen Turnus zu überarbeiten sind, damit die Erfahrungen aus der Praxis weiterhin einfließen können. Zu den vorgestellten sechs Mindeststandards gehörten die Bereiche Einrichtungsinternes Schutzkonzept, Personal- und Personalmanagement, innere Strukturen und externe Kooperation, Prävention und Umgang mit Gewalt- und Gefährdungssituationen/Risikomanagement, menschenwürdige, schützende und fördernde Rahmenbedingungen sowie Monitoring und Evaluierung des Schutzkonzepts. Die Referentinnen befassten sich mit einrichtungsspezifischen Schutzkonzepten und sahen die Beratungsfunktion als eine der Aufgaben der GU-Mitarbeiter. Als hilfreich werteten die Mitarbeiter in den Oberpfälzer GU Informationen und Tipps zum Thema Hausordnung. Vischer und Seebauer sprachen sich gegen das bestehende Arbeitsverbot für Flüchtlinge und Asylbewerber aus und plädierten für ein Ende der Vorgaben. Deren Beschäftigung sollte auf unterster Ebene geregelt werden. Interessierter Zuhörer an der Veranstaltung war Wolfgang Klink, Koordinator beim Landratsamt Neustadt an der Waldnaab.
„In der Eschenbacher GU sind derzeit sieben Nationen vertreten“, war von Alexandra Adam zu erfahren. Sie sprach von 18 Frauen, sechs Alleinerziehenden und 15 Kindern. 80 Prozent der Bewohner sind jünger als 30 Jahre. Dazu kommen Familien, die dezentral in Eschenbach eine Wohnung gefunden haben.
Den Informationen und Vorträgen folgte ein festlicher Nachmittag, gestaltet von Mitarbeitern des Eschenbacher Arbeitskreises Asyl und der ausländischen Mitbürger. Der große Hofraum der GU wurde zu einer geselligen Begegnungsstätte. Internationale Küchenspezialitäten wurden zu begehrten Gaumengenüssen. Dazu gehörten auch rege Plauderrunden mit bereits gut deutsch sprechenden Flüchtlingen.















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