Eschenbach
27.08.2018 - 13:45 Uhr

"Auszeit in der Wildnis"

Wer Kenia nicht aus der Distanz luxuriöser Hotelanlagen kennenlernen möchte, sondern hautnah, dem bietet sich mit dem sogenannten Mit-Reiseprojekt „As Friends to Kenya“ die besondere Chance dazu.

„Löwin“ nennt das Dorf im Mosocho-District ihre Oma Sibia. Als Vorkämpferin gegen das Beschneidungsritual bekam sie vom Stamm diese Ehrenbezeichnung. Mit Oma Sibia Nyamber verbindet Elisabeth Merkl ein inniges Verhältnis. Bild: do
„Löwin“ nennt das Dorf im Mosocho-District ihre Oma Sibia. Als Vorkämpferin gegen das Beschneidungsritual bekam sie vom Stamm diese Ehrenbezeichnung. Mit Oma Sibia Nyamber verbindet Elisabeth Merkl ein inniges Verhältnis.

(do) Ein authentisches Kenia zu erleben, diese Chance nutzte die Eschenbacherin Elisabeth Merkl. Und sie nutzt diese bewegenden Begegnungen, wie sie sagt, immer wieder. Ihre Devise lautet: Reisen und Gutes tun. Seit 25 Jahren organisiert der gemeinnützige Verein Lebendige Kommunikation (LebKom) diese andere Art des Reisens. Austausch, Begegnung und Verständigung zweier Kulturen stehen im Mittelpunkt. Mittendrin ist Elisabeth Merkl.

Sie besuchte in den vergangenen 10 Jahren immer wieder das ostafrikanische Land. Aus ersten Kontakten mit kenianischen Familien und Frauengruppen wurde ein nachhaltiges Beziehungsgeflecht. Vor einigen Monaten folgte sie erneut dem Ruf Ostafrikas. „Das ist wie ein innere Berufung“, sagt die Bankangestellte. Und sie stellt weiter fest: „Die Erfahrung, sich einerseits wenigstens ein bisschen in eine andere Kultur zu integrieren und zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensverhältnisse beizutragen und andererseits Neues mitzunehmen für das eigene Leben macht diese Reisen unvergesslich“.

Kenia aus neuer Perspektive zu erleben, in einem aus Lehm gebauten „Home“ zu übernachten und mit den Kenianerinnen das Feld zu bestellen, sonnengereifte Mangos zu ernten und Wasser vom Fluss zu holen: diese schlichten Tätigkeiten erden und entschleunigen, erfährt Elisabeth Merkl immer wieder bei ihren Besuchen. Feldarbeit ist in Kenia Frauenarbeit. Auch diese Aufgabe übernimmt sie ohne Murren. Daraus entwickelt sich eine einzigartige Erfahrung. Stück für Stück falle das Gefühl der Fremdheit. Aus einer anfänglichen Kluft zwischen Schwarz und Weiß werde Freundschaft, sagt die LebKom-Mitarbeiterin. Doch das Mit-Reiseprojekt ist viel mehr als eine „Auszeit in der Wildnis“ oder eine Begegnung unabhängig von Hautfarbe und Kultur, wie sie sagt.

Als ehrenamtliche Helferin beim LebKom-Projekt begeht sie innovative Wege der Entwicklungszusammenarbeit. Sie versucht, besonders die Lebenssituation der kenianischen Frauen zu verstehen. Deshalb orientiert sie sich auch am Hilfsprogramm von LebKom. Auf der Basis jahrzehntelanger Überzeugungsarbeit gelang es mit weltweiter Unterstützung, etwa der Weltfrauenkonferenz und mit dem Einsatz deutscher Fachkräfte, zum Beispiel in den Landesteilen Kisii South, Mosocho und Marani, die Verstümmelung junger Mädchen und Frauen einzudämmen. Ein von LebKom initiiertes Programm half, eine Gesundheitsstation aufzubauen. Das von LebKom ausgebildete Fachpersonal kommt aus der Region. Ein Segen für Frauen zu Fragen der Familienplanung und der Gesundheitshygiene. Weitere Träume wurden mit Unterstützung des Mit-Reiseprojekts wahr. Kenianische Frauen erwirtschaften aus gemeinsamen Projekten Einkommen und auch das Ziel, sauberes Regenwasser zu nutzen, kamen die Dörfer und Familien ein Stück näher. „Es ist immer wieder eine Genugtuung, die positiven und längerfristigen Veränderungen mit Unterstützung von LebKom hautnah zu erleben“, stellte die ehrenamtliche Helferin des Projekts fest. Es lohne sich, dafür in Deutschland weiter die Werbetrommel zu rühren.

Dazu bietet sich bald Gelegenheit. Bereits am Samstag, 22. September 2018 wirbt die Tanzgruppe Oberbibrach unter Leitung von Irmgard Kräml im Rahmen eines Tanztages für diese spezielle Afrika-Hilfe. Am Samstag, 28. Oktober 2018 laden gemeinsam die Internationale Begegnungsstätte Kloster Speinshart und die Gruppe „Bel-Voce“ zu einem Benefiz-Konzert zu Gunsten des Vereins „Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen in Kenia“ in die Kirche St. Johannes in Oberbibrach ein. Zu Gehör bringen die Vokalsolistinnen- und Solisten Arien und Duette von Joseph Haydn, Georg Friedrich Händel, Gabriel Fauré, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn-Bartholdy u.a. Am Klavier spielt Norbert Henß. Organisiert wird das Konzert von Christina Prölß. Die künstlerische Leitung obliegt Erika Sommer.

Damit nicht genug. Auch die Volkshochschule Eschenbach/westlicher Landkreis widmet sich im Programmjahr 2018/19 dem Thema. Elisabeth Merkl informiert am 10. Oktober 2018 um 19 Uhr im Malzhaus über das Projekt „As Friends to Kenia“. In Kooperation mit der Internationalen Begegnungsstätte Speinshart heißt es dann am 5. Juni 2019 im Kloster Speinshart „15 Jahre Fulda-Mosocho-Projekt - Entwicklungshilfe hautnah erlebt“.

Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen. Bild: Center of Profs
Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen.
„Die Verbesserung der Lebensverhältnisse im kenianischen District Mosocho ist für mich eine innere Berufung“. Elisabeth Merkl, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen (LebKom). Bild: do
„Die Verbesserung der Lebensverhältnisse im kenianischen District Mosocho ist für mich eine innere Berufung“. Elisabeth Merkl, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen (LebKom).
Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen. Bild: Center of Profs
Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen.
Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen. Bild: Center of Profs
Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen.
Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen. Bild: Center of Profs
Die Traumlandschaften Kenias können nicht über die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungshilfe hinwegtäuschen.
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.