Die Schug-Gruppe und die Firma Lippert gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Der Weg des neuen Bürgermeisters Marcus Gradl führte deshalb zuerst in das Industriegebiet, um sich mit dem Firmenchef über aktuelle und künftige Investitionen zu unterhalten. „Hubert Schug schafft Bausteine für eine wirtschaftlich gesunde Zukunft der Stadt“, lobte Marcus Gradl die Firmenleitung. Der Bürgermeister bezeichnete das Schug-Engagement nicht nur als Meilenstein der Stadtentwicklung, sondern mit Blick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze auch als großes Plus für die gesamte Region. Ein Glücksfall für das gesamte Eschenbacher Land, wie Gradl feststellte.
Trotz der Corona-Krise strahlt Schug Zuversicht aus. „Mir san die Harten“, scherzte er in Anspielung auf ein Bonmot des Oberpfälzer Kabarettisten Norbert Neugirg. Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Schug „verhalten optimistisch“. Derzeit fülle sich allerdings auch beim Unternehmensverbund das Register mit Hiobsbotschaften. Die Corona-Krise beschere zum Beispiel dem Sanitärbereich der Schug-Gruppe einen Umatzeinbruch von bis zu 60 Prozent.
Noch gravierender nannte Hubert Schug die Lieferverschleppungen durch die Pandemie. Bei einem Rundgang durch die 8,5 Millionen Euro teure produktionsbereite Montagehalle I klagte der Firmenchef über einen Einbruch des Auslandsgeschäftes und zeigte auf auslieferungsbereite Anlagenteile. Wie bestellt und nicht abgeholt lagern in der riesigen Halle maßgeschneiderte Förder- und Sortieranlagen und Produkte für den keramischen Anlagenbau. „Wir warten auf grünes Licht für die Transporte nach Sankt Petersburg und nach Brasilien.“
Hintergrund des Lieferstopps seien Corona-Hotspots in beiden Ländern. Auch die Sicherheit der Lippert-Monteure spielt für den Firmenchef eine wichtige Rolle. „Welcher Mitarbeiter fährt schon in ein Corona-Gebiet?“ Lippert legt deshalb derzeit den Produktions-Schwerpunkt auf das Inlandsgeschäft. So freute sich Schug über Aufträge der Deutschen Post. Die DHL orderte bei Lippert maßgeschneiderte Förder- und Sortiersysteme. Auch die Referenzen für den keramischen Anlagenbau sind erste Wahl: Seltmann, Meissen, Villeroy & Boch, Rosenthal.
Der „vorsichtige Optimismus“ von Schug hat auch Auswirkungen auf die Zukunftspläne. Wegen der Corona-Krise ist der Bau der 96 Meter langen Montagehalle II nur verschoben, aber nicht aufgehoben, betonte der Lippert-Chef. Die ersten Stahl-Gerüste stehen schon für das sogenannte Innovations-Gebäude und auch der Bau von Büroräumen ist schon eingetaktet. Darüber hinaus will Lippert weiter expandieren. Nach Standorten in Roding, am Flughafen Frankfurt und in der Schweiz besteht auch Interesse am Aufbau eines Werkes bei Moskau.
Weitere „Vor-Ort-Pläne“ weckten die Aufmerksamkeit des Bürgermeisters. So sind die Vorstellungen von Hubert Schug zum Bau einer „Mehrzweckhalle mit Kantine“ schon weit gediehen. Das Grobkonzept sieht eine Veranstaltungshalle mit 800 Sitzplätzen, eine große Kantine mit Zugang für alle Beschäftigten des Industriegebietes und ein Restaurant vor. Als ersten groben Kostenansatz nannte der Unternehmer einen Betrag von etwa 4,8 Millionen Euro. Schug lud Bürgermeister und Stadtrat dazu ein, die künftige Mehrzweckhalle auch für Veranstaltungen der Stadt und der Vereinswelt zu nutzen und empfahl umgehende Gespräche zur Ausarbeitung einer Nutzungsvereinbarung.
















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.