29.05.2020 - 13:55 Uhr
EschenbachOberpfalz

Stadtrat Eschenbach: Kosten für Parkplatz-Ausbau steigen, Festbetrieb fraglich

Aus dem "Novem-Parkplatz" soll ein Multifunktionsplatz werden. Im Stadtrat wird über mögliche Varianten gesprochen: Errichtung von Photovoltaikanlagen oder doch Nutzung als Festplatz? Die Kosten sind auf jeden Fall schon gestiegen.

Der "Novem-Parkplatz" soll erweitert zu einem Multifunktionsplatz erweitert werden.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

In der ersten ordentlichen Stadtratssitzung unter Bürgermeister Marcus Gradl standen die Planungen zur Erweiterung des "Novem-Parkplatzes" zu einem Multifunktionsplatz mit 195 Stellplätzen auf der Tagesordnung. Michael Wagner vom Architekturbüro Schultes in Grafenwöhr berichtete, dass die Brutto-Baukosten für die derzeitigen Planungen bei etwa 364 000 Euro liegen. Im Juli 2018 lagen sie bei etwa 255 000 Euro. Diese Kostenentwicklung führte Wagner auf die notwendigen Änderungen bei der Entwässerung und die Preisentwicklung zurück.

Im Gespräch ist weiterhin, den Parkplatz in Zukunft entweder mit einer PV-Anlage aufzurüsten oder als Festplatz zu nutzen. Wagner sprach von der Möglichkeit eines größeren Carports, um darauf Solarmodule anzubringen. "Eine Nutzung als Festplatz ist meiner Ansicht nach nur möglich, wenn eine PV-Anlage nicht kommt", erklärte der Bauplaner.

Festplatz braucht ein Konzept

Die Möglichkeit ein Carport mit PV-Anlage zu errichten, habe er vorsorglich in die Planungen aufgenommen. Es sollen daher Leerrohre gelegt werden. Durch die Aufständerung würde laut Wagner wohl der ein oder andere Stellplatz verloren gehen. Auch die bisher geplante Beleuchtung mit drei Standleuchten müsste dann wohl geändert werden. In der derzeitigen Planung sind Straßenbeleuchtungskosten zwischen 17 000 und 20 000 Euro einberechnet.

Was die Nutzung als Festplatz betrifft, müsste wahrscheinlich ein Kanalanschluss eingeplant werden. Laut Wagner entstünden dadurch wohl Kosten zwischen 5000 und 8000 Euro. "Zudem braucht es ein Konzept von seiten der Stadt, wie man denn einen möglichen Festbetrieb aufstellen möchte, bevor das in die Planung aufgenommen wird. Zum Beispiel hätte der Standort eines Zeltes Auswirkungen auf eventuelle Wasseranschlüsse oder auch die Beleuchtung", gab er zu bedenken. Michael König (CSU) hinterfragte grundsätzlich den Standort der Beleuchtung und regte an, diese lieber nach außen zu versetzen.

Klaus Lehl (CSU) erinnerte daran, dass geplant sei, den Platz an die Firma Novem zu vermieten: "Nach den ursprünglichen Planungen hätten sich die Kosten nach etwa zehn Jahren amortisiert. Wegen der Mehrkosten ist es notwendig, das erneut mit dem Unternehmen zu klären. Zudem weise ich darauf hin, dass Mehrkosten bei der Stadt bleiben werden."

Zweifel an Festplatz-Plan

Was den Festbetrieb betrifft, wies Lehl darauf hin, dass die Firma Novem im Schichtbetrieb arbeite. Er bezweifelte, dass eine Nutzung als Festplatz damit vereinbar sei. "Wir sollten nichts bauen, was uns Kosten verursacht, was wir dann aber vielleicht nie nutzen können", sagte er abschließend. König (CSU) warf ein, dass auch der Auf- und Abbau eines Festbetriebes bedacht werden sollte. Ob das überhaupt möglich ist, sollte mit dem Unternehmen geklärt werden.

Bürgermeister Gradl berichtete, dass er bereits Gespräche mit dem Unternehmen geführt habe. "Es wurde über PV-Anlage und Festplatz gesprochen, aber die neue Kostenberechnung lag zum Zeitpunkt der Gespräche noch nicht vor. Grundsätzlich ist die Bereitschaft da auf zehn Jahre zu gehen. Aber wir müssen die Kosten erstmal neu umlegen und erneut Gespräche führen", stimmte er zu.

200 Stellplätze auf 8000 Quadratmeter sollen entstehen

Eschenbach

195 Parkplätze sollen entstehen

Geplant ist auf jeden Fall einen Parkplatz mit etwa 195 Stellplätzen, davon drei Plätze für E-Autos und vier Stellplätze für Zweiräder zu schaffen. Dafür sollen asphaltierte Fahrstreifen mit Breiten bis zu sechs Metern entstehen, die Parkplätze selbst werden geschottert. Wagner machte deutlich, dass an den drei Zufahrten Entwässerungsrinnen gebraucht werden. Diese wurden in die neuen Planungen aufgenommen. Da der Seitenstreife in Richtung der Straße "Am Stadtwald" hin abfällt, ist ein Sinkkasten notwendig.

"Es haben zudem im Frühjahr noch einmal Baugrunduntersuchungen stattgefunden, um festzustellen, mit welchen Bodenverhältnissen wir es zu tun haben. Diese brachten das Ergebnis, dass der frostsichere Aufbau nicht bei 60, sondern bei 70 Zentimetern liegt", erklärte Wagner. Das habe zur Folge, dass die Straßenbereiche diesen planmäßigen Aufbau mit 70 Zentimetern bekommen sollten.

Auf dem Parkplatz selbst soll es keine Sinkkästen geben, sondern das Wasser soll in den geschotterten Bereichen mit Hilfe von Zierkies den Weg in den Untergrund finden. Für den Fall, dass der Boden das nicht schafft, soll ein Filterrohr eingebaut werden. Wagner erläuterte auf Nachfrage von Reinhard Wiesent (CSU) zudem, dass zusätzlich Einlaufschächte an der Oberfläche geplant seien. Dadurch könne auch bei viel Niederschlag das Wasser ablaufen.

Thomas Riedl (Freie Wähler) erkundigte sich nach Markierungen für Parkflächen. Diese würden auf der Asphaltfläche angedeutet, da eine Markierung auf Schotter nur schwer umzusetzen sei, erklärte Wagner. Auf Nachfrage aus dem Gremium legte er zudem dar, dass keine Schranke vorgesehen sei. Allerdings hätten sich Hinweisschilder auf die Nutzung als Firmenparkplatz bisher bewährt. Bürgermeister Gradl beschloss die Diskussion mit der Ankündigung, erneut Gespräche mit der Firma Novem zu führen, vor allem was auch die veränderten Kosten und die Nutzung des Platzes betrifft. Erst danach will der Stadtrat einen Beschluss fassen.

Info:

Bürgermeister Gradl will keine Grabenkämpfe

In der ersten Stadtratssitzung nach dem Fraktionswechsel von Klaus Lehl von der CSU/ÜCW zu den Freien Wählern richtete Bürgermeister Marcus Gradl zu Beginn einige Worte an das Gremium und die Zuhörer. "Es waren turbulente Tage, in denen bei manchen Wut, Trauer oder Enttäuschung herrschten. Aber ich will daran erinnern, dass alle, die hier sitzen, zum Wohle der Stadt Eschenbach arbeiten. Ich will keine Grabenkämpfe und hoffe, dass die Lokomotive Stadtrat nun Fahrt aufnehmen kann", forderte er und erntete zustimmendes Nicken.

Fraktionswechsel von Klaus Lehl für CSU/ÜCW nicht nachvollziehbar

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Michael Wagner vom Architekturbüro Schultes (rechts) erläutert die Planungen zu den Erweiterungen des Novem-Parkplatzes.
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