08.10.2021 - 11:40 Uhr
EschenbachOberpfalz

Besucherbilanz am Rußweiher fällt nicht komplett ins Wasser

Die Naherholung am Eschenbacher Rußweiher hat trotz Coronapandemie und verregnetem Sommer an Attraktivität nicht verloren – trotzdem fällt die diesjährige Badesaison im Vergleich eher durchwachsen aus. Ein Angebot boomt aber besonders.

Das Bild steht symbolisch für den diesjährigen Feierabend am Rußweiher. Das milde Licht der Abendsonne verrät: Es herbstelt am Sehnsuchtsort vieler Eschenbacher.
von Robert DotzauerProfil

Immer wieder Regenschauer, kühle acht Grad und dann noch die Corona-Infektionsschutzvorgaben. Noch zu Pfingsten zeigte sich der Wettergott von seiner Schattenseite. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für die offizielle Eröffnung der Freibadsaison zum 1. Juni im größten Naturmoorbad Nordbayerns, so der Werbebalken auf dem Briefkopf der Stadt Eschenbach. Zäh begann zunächst deshalb der Badebetrieb am Rußweiher. Statt Badehose und Bikini waren oft Wollsachen gefragt. Regen, immer wieder Regen, erinnert sich Bürgermeister Marcus Gradl. Die Besucherbilanz, die der Rathauschef vorlegte, fällt deshalb auch recht durchwachsen aus.

Wegen Corona familienfreundliche Tarife

Die Sonnentage mit angenehmen Badetemperaturen waren spärlich, bilanziert Gradl im Rückblick, und Wassertemperaturen über 24 Grad selten. Doch der Bürgermeister sah auch Lichtblicke und zog Parallelen zu den Badestatistiken vergangener Jahre. Die Einnahmen durch Eintritte in Höhe von fast 22.000 Euro bewegten sich trotz Corona-Beschränkungen und reduzierter Tarife in der Größenordnung der Vorjahre. Einzige Ausreißer: Die Einnahmen von 2015 und 2018 mit jeweils über 30.000 Euro. In der Badesaison 2015 registrierte das Rußweiher-Freibad zum Beispiel den Verkauf von fast 10.000 Einzelkarten für Erwachsene, im der Saison 2021 war es genau 5153.

Weiter im Sinken ist der Verkauf von Jahreskarten für Erwachsene. Nur noch 67 Billetts gingen an Mann und Frau, in den Vorjahren waren es meist über 100. Die Stadtkasse registrierte zudem knapp 3000 Einzeleintritte für Kinder und Jugendliche. Ein eher durchschnittlicher Wert. Uninteressant sind für die Badegäste die Zehnerkarten geworden. Weil zum Teil wetterunabhängiger brummte dagegen der Bootsverleih. „Tretboote, Padding Boards und Kähne: die Rußweiher-Flottille wurde stark nachgefragt“, teilte Gradl mit. Im Vergleich zum Hitzejahr 2015 verdoppelten sich die Einnahmen von 7800 Euro auf 14.245 Euro. Bei hohen Temperaturen schwitzen viele lieber auf den Liegewiesen.

Gute Wasserqualität

Frohe Kunde gab es auch zur Wasserqualität. Nach den kritischen Werten des Vorjahres zeigte sich der See „blitzsauber“, so Gradl. Als Beleg verwies er auf die laufenden und stets bakteriologisch einwandfreien Untersuchungen des Staatlichen Gesundheitsamtes Weiden/Neustadt/WN. Als positiv wertete er im Zusammenhang mit der Wasserqualität die Entschlammungsmaßnahmen, den großen Fischzug im Herbst 2020 und den erweiterten Betrieb der Wasserfontäne. Die mächtige Wassersäule sei nicht nur eine Rußweiher-Attraktion, sondern fördere auch die Sauerstoffzufuhr für das Gewässer. Der See erfülle die in der EU gültigen Standarts und gehöre damit zu den anerkannten „Europäischen Badegewässern“, betonte der Bürgermeister.

Volltreffer Adventure-Park

Gradl erinnerte zudem an die gestiegenen Serviceangebote am und rund um den See. So habe sich mit der Neuverpachtung des Freibad-Kiosks als „Seeblick21“ eine gut angenommene Feierabend-Lounge entwickelt. Auch die Wohlfühlatmosphäre im und rund um das neu verpachtete Hexenhäusl trage zum besonderen Erholungs- und Entspannungscharakter am Rußweiher bei. Ein Highlight nannte Gradl zudem die neue Adventure-Golf-Anlage im Bereich des Hotel-Restaurants Rußweiher. Das Projekt erweist sich als Volltreffer. Vor allem in der Ferienzeit und an den Wochenenden herrsche Hochbetrieb.

Kulturveranstaltungen kommen gut an

Zufrieden zeigte sich der Rathauschef auch mit dem großen Zuspruch, den die Kulturveranstaltungen im Freibadbereich erfuhren: „Endlich werden die Seebühnen und die Liegeflächen intensiver genutzt.“ Der Rußweiher-Kultursommer habe einige Tausend Besucher begeistert, stellte Gradl fest und verwies unter anderem auf die Veranstaltungen der Kultband „Troglauer Boum“, der Kabarett-Größen „Waltraud & Mariechen“, und der Urwaldmusikanten „Rodscha aus Kambotscha“. Der Freibadbereich mit zwei Seebühnen habe sich auch als der ideale Standort für weitere Auftritte, zum Beispiel für die magischen Momente der Zauberkünstler Marius Koslowski und Markus Billner, die Nachwuchsband „Mystery6“ mit Hits von Toto bis zur Spider Murphy Gang und der Stadtkapelle erwiesen. Ein kulturelles und sportliches Folgeprogramm 2022 sei in Vorbereitung, versicherte Gradl.

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„Endlich werden die Seebühnen und die Liegeflächen intensiver genutzt.“

Bürgermeister Marcus Gradl

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