31.10.2019 - 17:30 Uhr
EschenbachOberpfalz

Bürgermeisterkandidaten: Bürgerhaushalt Eschenbach hat Zukunft

Die Freien Wähler wünschen sich ein höheres Budget für den Eschenbacher Bürgerhaushalt. Wie stehen die Bürgermeisterkandidaten der CSU und SPD zu diesem Konzept? Beide wollen es beibehalten, doch verfolgen unterschiedliche Ansätze.

CSU-Bürgermeisterkandidat Marcus Gradl.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Das Budget für den Bürgerhaushalt in der Rußweiherstadt beträgt auch 2020 weiterhin 15.000 Euro. Die Freien Wähler, auf deren Initiative dieses Konzept 2018 eingeführt wurde, haben unlängst eine Erhöhung gefordert. Das fand bisher aber keine Zustimmung. Oberpfalz-Medien hat die Bürgermeisterkandidaten von CSU und SPD zum Bürgerhaushalt befragt. Wie stellen sie sich die Zukunft dieses Konzepts vor und wie sieht es mit dem Budget aus?

Marcus Gradl (CSU):

Gradl hält das Konzept generell für keine schlechte Sache. „Allerdings ist die Zahl der Vorschläge bisher eher mau“, bedauert er. Er kritisiert aber die verspätete Umsetzung der eingebrachten Anregungen aus der Bevölkerung: „Da fragen die Leute, die sich beteiligen, natürlich schon, wann denn ihr Vorschlag endlich verwirklicht wird.“ Er nennt als Beispiel einen Sandbagger, dessen Installation auf einem Spielplatz einige Monate in Anspruch nahm.

Aus seiner Erfahrung wenden sich die Bürger auch ohne den Bürgerhaushalt an den Stadtrat ihres Vertrauens und bringen ihre Vorschläge ein. Zudem könne der Bürgermeister kleinere Projekte bis 5000 Euro auch ohne den Stadtrat zusagen. Wenn man das Konzept aber beibehalten will, bringt der CSU-Bürgermeisterkandidat folgende Idee ins Spiel: „Vielleicht wäre sogar ein Bürgerhaushalt ohne Deckelung möglich. Quasi eine Wunschliste der Bürger. Das könnte man auch als Ideenwettbewerb der Stadt organisieren und dann die besten Vorschläge prämieren, um einen Anreiz zu schaffen.“

Eschenbach

Thomas Ott (SPD):

Der SPD-Bürgermeisterkandidat findet das Konzept Bürgerhaushalt sinnvoll. „Es regt die Bürger an, sich einzubringen und durch die öffentliche Aufforderung motiviert es vielleicht manchen, mitzumachen.“ Zwar bekämen Stadträte immer wieder Anregungen aus der Bevölkerung persönlich mitgeteilt, aber ein solcher Haushalt sei auch für Bürger, die nicht direkt auf ein Gremiumsmitglied zugehen wollen, eine gute Möglichkeit, sich zu beteiligen.

Das Budget von 15.000 Euro hält er momentan für ausreichend. „Zu Beginn wurde sich auf dieses Budget geeinigt. Jetzt warten wir mal ab, welche und wie viele Vorschläge kommen. Eine Erhöhung des Budgets halte ich in Zukunft aber durchaus für möglich“, erklärt er. Allerdings weist Ott auch darauf hin, dass nicht alle Anregungen aus der Bevölkerung umgesetzt werden können, weil sie zum Beispiel das Budget eines Bürgerhaushaltes klar überschreiten. „2019 gab es den Vorschlag, am Rußweiher einen Sprungturm zu errichten. Das ist in diesem Rahmen nicht realistisch“, sagt er. Wie auch Gradl weist er darauf hin, dass der Bürgermeister selbst kleinere Projekte umsetzen kann.

SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Ott (rechts).
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