Eschenbach
27.02.2025 - 12:27 Uhr
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Bürgerversammlung Eschenbach: Investitionen, Bauprojekte und Bürgerbeteiligung im Fokus

Eschenbach boomt: Rekordgewerbesteuereinnahmen und eine gesunde Finanzpolitik ermöglichen ambitionierte Stadtentwicklungsprojekte. Bürgermeister Marcus Gradl präsentierte die neuesten Pläne bei der Bürgerversammlung.

Berichte und Informationen zu bereits umgesetzten und geplanten Maßnahmen für die kontinuierliche Stadtentwicklung prägten die Bürgerversammlung. Bürgermeister Marcus Gradl stellte Eschenbach als eine investitions- und gestaltungsfreudige Stadt vor, die bereit ist, auf der Grundlage einer soliden Finanzpolitik zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen.

Die Inhalte seiner Statistik für das Jahr 2024 glichen einer frohen Botschaft: 6,474 Millionen Euro Gewerbesteuer und 2,289 Millionen Euro Schlüsselzuweisung. Der Haushaltsansatz für die Gewerbesteuer im Jahr 2024 beträgt nur eine Million Euro, und die Schlüsselzuweisung im Jahr 2023 lag bei 1,343 Millionen Euro. Er bezifferte den Schuldenstand mit 75.000 Euro (2013: 1,680 Millionen Euro) und den Stand der Rücklagen mit 12,983 Millionen Euro (2013: 11,416 Millionen Euro).

Kindergarten-Sanierung 2026

Gradl sah in der Bildung und Betreuung von Kindern die Grundlagen für persönliche Entwicklung, gesellschaftliche Integration und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Er stellte abgeschlossene und laufende Baumaßnahmen zur Generalsanierung der Kindertagesstätte vor, zu der vier Krippen- und fünf Kindergartengruppen mit insgesamt 173 Kindern gehören. Die Sanierung des Kindergartens verzögere sich wegen Problemen mit der Statik bis September 2026. Die ersatzweise Nutzung von Räumen im „Vital-Park“ (ehemaliges Krankenhaus) half Kosten im Umfang von 600.000 Euro zu vermeiden, die durch Leihcontainer angefallen wären.

„Die Markus-Gottwalt-Schule mit Offener Ganztagsschule muss wettbewerbsfähig sein und wachsen können“, versicherte das Stadtoberhaupt. Es laufe ein Architektenwettbewerb zur Sanierung des Altbaus (1951/52) und einer möglichen Erweiterung der Turnhalle.

Im Rahmenplan für die Gestaltung des Areals westlich der Bergkirche einschließlich des Schulgeländes ist der Abbruch von fünf Gebäuden bis Juli dieses Jahres vorgesehen. Der Bürgermeister kündigte Parkplätze für Schule und Kindergarten im „Vital-Park“, mögliche Flächen für Veranstaltungen sowie Betreutes Wohnen an.

Gewerbeflächen notwendig

Erstmals hatte sich der Stadtrat 2021 mit dem Bebauungsplan Kalkofen II befasst. Der Bebauungsplan mit Konzept Hochwasserschutz sei nun rechtskräftig. Für die 60 Parzellen laufe das Umlegungsverfahren. Er bedauerte, dass die Stadt über keine Flächen für Gewerbebetriebe verfügt. Der Ankauf möglicher Gewerbeflächen sei notwendig.

Nach der Fertigstellung eines Teils der Bahnhofstraße zur Fahrradstraße nannte Gradl vom erteilten Planungsauftrag für den „Krummen Weg“ und kündigte eine digitale Aufnahme und die Bewertung des Straßenzustands an. An der Rußweiher-Kreuzung eine Versatzlösung mit zwei Einmündungen scheitere an der Weigerung einer Grundstücksbesitzerin. Diese sei nicht bereit, ein Grundstück von etwa 1500 Quadratmetern zu tauschen. Für die Baumaßnahme würden der Stadt keine Kosten entstehen. Für die Straßenbeleuchtung wurden bisher 350000 Kilowattstunden Strom verbraucht. Die Kosten der Umstellung von rund 1100 Brennstellen hätten sich in circa eineinhalb Jahren amortisiert.

Wärmeplanung beauftragt

Mit großem Interesse verfolgten die gut 150 Besucher in der Aula der Markus-Gottwalt-Schule auch die Ausführungen zur Kläranlage, deren energetische Optimierung abgeschlossen ist und die neben neuen Kompressoren eine neue Belüftung mit Stickstoffmessung erhalten hat. „Die Wärmeplanung Eschenbach wurde in Auftrag gegeben“, so der Bürgermeister. Für die Lieferung von Fernwärme in das Industriegebiet mit nördlicher Stadthälfte durch einen privaten Anbieter seien noch keine Vorverträge unterzeichnet.

Die Versammlung erfuhr, in welchem Umfang die „Energiewende auf eigenen Dachflächen“ stattfindet. Es gab Hinweise auf die Kinderkrippe, das Hotel Rußweiher, das Feuerwehrhaus, die Markus-Gottwalt-Schule – jeweils mit Speicher – und die Wasserversorgung Netzaberg. Zunehmende Leitungsdefekte machen eine Sanierung des Rathauses mit Nebengebäude erforderlich. Die Entscheidung über einen Architektenwettbewerb soll im April fallen. „Für die Maßnahme ist bereits eine staatliche Förderung von 80 Prozent in Aussicht gestellt“, erklärte Gradl.

Den Breitbandausbau, für den laut Markterkundung 249 Haushalte förderfähig sind, kommentierte der Bürgermeister mit „außer Spesen nichts gewesen“ und beklagte den Förderstopp seit 2022. Eine Bilderreise führte ins Hotel Rußweiher, das durch acht Einzelmaßnahmen erheblich aufgewertet wurde und nun im Gegensatz zu den Verhältnissen der Gründerzeit in den 1950er Jahren behindertengerecht umgestaltet ist.

Die Stadtverwaltung führt Gespräche mit zwei Discountern, die sich ansiedeln wollen. Für das Diska-Gelände gibt es Planentwürfe für eine Bäckerei und eine Metzgerei. Der Stadtrat entscheidet voraussichtlich im April darüber.

Gradl erinnerte an die Aufnahme von 200 Ukraine-Flüchtlingen in der Mehrzweckhalle ab Februar 2022 und an die Unterbringung von 80 Asylanten ab Januar 2023 im ehemaligen Krankenhaus. Für 2025 kündigte er die Erneuerung der Fahrbahn Friedhofsweg bis Zubringer B 470, das Vorstellen der Lösung für die „Schloderer“-Kreuzung und das Schaffen neuer Entlastungsparkplätze im Bereich Weidelbach an. Zu den „Herausforderungen 2024“ zählte er neben laufenden Bauprojekten und der Senkung der Hebesätze Grundsteuer auch gesellschaftliche Spaltung bis hin zu persönlichen Angriffen, die ihn betroffen machten.

Während der dreistündigen Versammlung gaben Polizeichef Werner Stopfer sowie die Beauftragten für Senioren, Jugend, Kultur und die US-Streitkräfte ihre Stellungnahmen ab. Auch Bürger brachten ihre Wünsche vor. Kritisiert wurde das rechtswidrige Parken auf Bürgersteigen am Stadtplatz und vor dem Döner-Stand bei der Bergkirche. Der Bürgermeister riet: „Polizei anrufen oder melden und als Zeuge zur Verfügung stehen.“ Eine Anwohnerin äußerte sich zum Parkverhalten in den Gassen: „Manche müssten ihren Hof aufräumen, dann wäre Platz!“ Auch über das verkehrsbehindernde Parken in der Weidelbachstraße bei Gottesdiensten wurde geklagt. Eine Bürgerin, die regelmäßig mit ihren Enkeln das Freibad besucht, wünschte sich, dass die Rutsche „nicht so weit drin steht“, um den Kleinen entgegenzukommen. Der Bürgermeister verwies daraufhin auf die erforderliche Schwimmfähigkeit der Kinder, die Elternpflichten und das bestehende Sicherheitskonzept, das unverändert bleiben wird.

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