Wohl eher an die Zuhörer richtete sich seine Erkenntnis, wonach oft verkannt werde, dass es sich bei der Tätigkeit eines Stadtrats „eben auch um eine freiwillige und unbezahlte Tätigkeit handelt“, die "überaus großen Einsatz" erfordere – in zeitlicher Hinsicht, aber auch mental und oft auch finanziell. Lehr hob insbesondere den enormen zeitlichen Einsatz hervor und betonte, dass es neben der Teilnahme an Stadtrats- und Ausschusssitzungen auch Beiratstätigkeiten wahrzunehmen sowie Vereinsveranstaltungen und Ausstellungseröffnungen zu besuchen gelte.
Der scheidende Bürgermeister räumte ein, dass neben der Vorbereitung auf Sitzungen und der Fraktionsarbeit die Bürger zu Recht erwarteten, „dass man sich Zeit für Gespräche mit ihnen nimmt und sich ihrer Anliegen annimmt“. Nicht verheimlichen wollte er, dass man im Einzelfall manchmal auch „ein dickes Fell und ein hohes Maß an Frustrationstoleranz“ benötige.
Die bekannte Devise, „wen der liebe Gott einmal bei der Arbeit erwischt hat, dem schickt er ständig neue Aufgaben“, fand Lehr bei den Angehörigen der kommunalen Gremien bestätigt, die sich auch in anderer Weise bürgerschaftlich engagieren. Zum Ende der Amtszeit bescheinigte er ihnen: „Ihr habt Euer Amt mit großem Verantwortungsbewusstsein und mit Weitblick ausgeübt. Mit Verantwortungsbewusstsein, welches auch in der überwiegend großen Geschlossenheit unseres Stadtrats zum Ausdruck kam. Nicht immer einstimmige, zumindest aber deutliche Mehrheitsentscheidungen belegen dies.“
Der Bürgermeister räumte ein, dass es auch gelegentlich Meinungsverschiedenheiten und Konflikte und damit etwas heißere Diskussionen gegeben habe: „Aber wir konnten uns danach immer wieder in die Augen schauen, uns die Hände geben und auch bei einem Bier zusammensitzen.“
Wichtig für seine Tätigkeit als Erster Bürgermeister sei ihm - neben den hervorragenden Leistungen aller Kollegen von Stadt, Verwaltungsgemeinschaft und Schulverband - die Unterstützung durch „meine zwei loyalen, absolut zuverlässigen und kameradschaftlichen Stellvertreter Karl Lorenz und Klaus Lehl“ gewesen. Ihnen schulde er besonderen Dank. „Unser enger und umfassender Informationsaustausch war Garant dafür, dass es in der Stadt rund lief, da sie an jedem Ort und zu jeder Zeit Rede und Antwort für die Stadt Eschenbach geben konnten“, betonte Peter Lehr.
Mit einem Blick voraus wandte er sich an seinen gewählten Nachfolger: „Ich gebe am 30. April das Amt des Ersten Bürgermeisters in die Hände von Marcus Gradl. Er kann auf sehr solide Finanzen, eine nahezu schuldenfreie Kommune und eine äußerst leistungsfähige Mannschaft in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen aufbauen, die das Arbeiten leichter machen, aber nicht ersetzen." Und er fügte hinzu: "Ich wünsche Dir, lieber Marcus, bei der nicht immer leichten Aufgabe, die einen rund um die Uhr in Beschlag nimmt, viel Glück und Zufriedenheit, Gesundheit und allzeit Gottes Segen.“
In der Zeit einer weltweiten Krise in Form einer Pandemie bedankte sich der scheidende Bürgermeister bei allen Mitbürgern für deren diszipliniertes Verhalten während der Ausgangsbeschränkung. Als "absolutes Muss" bezeichnete er das von der Bundesregierung geschnürte Milliardenpaket zum Abbremsen eines weiteren gesellschaftlichen Abschwungs.
Er sah darin aber auch einen Einfluss auf das künftige kommunale Haushalten, verbunden mit Einsparungen auf allen Ebenen, und argwöhnte: „Das bedeutet, dass der neue Stadtrat nicht mehr von dem Umfang an zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln ausgehen kann, sondern künftige Ausgaben sorgsam und sparsam mit Blick in die Zukunft planen muss.“








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