09.08.2020 - 14:10 Uhr
EschenbachOberpfalz

Im Dienst für Reservisten und Sudetendeutsche

Walther Hermann hat sich in zahlreichen Vereinen und Verbänden verdient gemacht. Für seinen Einsatz hat er zahlreiche Ehrungen erhalten und ist noch heute aktiv. Heute feiert er nun seinen 80. Geburtstag.

Auf ein ereignisreiches Leben blickt Walther Hermann zurück. Am kommenden Montag feiert er seinen 80. Geburtstag.
von Stefan NeidlProfil

Walther Hermann wurde am 10. August 1940 in der Textil- und Orgelbaustadt Jägerndorf im Sudentenland geboren. Bereits in frühen Kindheitstagen musste er Flucht und Vertreibung erfahren. Der Weg führte ihn und seine Familie von Königsberg an der Eger über Arzberg nach Eschenbach. Dabei erlebte er eine kuriose Geschichte: Seine Familie war getrennt worden, der Vater bereits vorausgereist. Ein Mann aus Arzberg hatte den damals 5-Jährigen dann in seinem Pferdefuhrwerk mitgenommen. Eine Rast an einem Gasthaus dauerte dem kleinen Hermann dann zu lange und er machte sich alleine auf den Weg. Dabei kam er an ein Lagerfeuer an dem sich viele Menschen wärmten. Wie durch ein Wunder war sein Vater unter ihnen und so kam es zur Wiedervereinigung.

Nach seiner Schulzeit und Berufsausbildung am Finanzamt Weiden und der Finanzschule in Herrsching war er an den Finanzämtern in Nürnberg, Kemnath, Weiden und Bayreuth tätig. Von 1990 bis 1992 gab er an den Finanzämtern Freiberg und Mittweida Start- und Aufbauhilfe für die Finanzverwaltung in Sachsen.

Als Vetriebener übernahm er 1957 die Jugendleitertätigkeit in Eschenbach und begann im Folgejahr zusätzlich als Kreisführer und Jugendschaftsführer. In den 1960ern war Hermann außerdem im Vorstand des Kreisjugendrings und in der Ausgabestelle für Jugendherbergsausweise beschäftigt.

Später war der heutige Jubilar Obmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in der Ortsgruppe ab 1969 und in der Kreisgruppe ab 1994. Unter ihm wurden von 1970 bis 2013 jährliche Reisen für mehrere Tage nach Flandern, Kroatien, die Slowakei, an die Riviera, Burgund, die Toskana und nach Ungarn durchgeführt.

Ein Hobby und eine Leidenschaft Hermanns ist das Militär und seine Geschichte. Seinen Grundwehrdienst absolvierte er in Oberviechtach. In der Folgezeit von 1974 bis 1992 war er beim Reservistenverband insgesamt 31 Wochen auf Wehrübungen davon 11 an Truppenschulen, leitete unzählige Wochenendübungen und Winterkampfausbildungen. Über 28 Jahre war er Vorsitzender der Reservistenkameradschaft in Eschenbach. Seine Vorträge zu sicherheitspolitischen und militärgeschichtlichen Themen brachten ihm bei Wettbewerben drei Mal in Folge einen ersten Platz ein. Dafür durfte die Kameradschaft zu Gesprächen in den Reichstag und ins Verteidigungsministerium reisen.

Nach dem Mauerfall half er in Pirna in der Sächsischen Schweiz dem ersten Reservistenwettkampf "Elbebiber" vorzubereiten und ist seither fester Bestandteil der dortigen Reservistenarbeit. 2002 organisierte er eine Spendenaktion für Geschädigte des Elbhochwassers und erzielte einen Erlös von 3760 Euro und Sachspenden. Seit mittlerweile 25 Jahren veranstaltet er mehrtägige Touren in die Dolomiten.

Mit der Partnergemeinde Eschenbach-Luzern veranstaltete er 1980 ein erstes Schießen in Weiden. Seitdem gab es viele weitere Treffen. 1984 durfte Hermann den Kompaniefeldwebel der Innerschweizer Urkantone in Eschenbach begrüßen. Auf der 150-Jahr-Feier des Luzerner Kanontal-Schützenvereins war er 2002 als Ehrengast geladen. Der Stadtrat Eschenbach ernannte ihn 2006 zum Partnerschaftsbeauftragten.

Seit 1976 ist er Freier Mitarbeiter bei den Oberpfalz-Medien. Für seine Verdienste wurde Hermann mit vielen Auszeichnungen versehen. Dazu gehören die Ehrenmitgliedschaft bei den Feldschützen in Eschenbach-Luzern 1988, das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten "für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern", das Große Ehrenzeichen der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Ehrenvorsitz der Reservistenkameradschaft, die Verdienstmedaille in Silber für "Herausragende Verdienste" der Landesgruppe Bayern des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (beides 2010) und 2018 die Weißgoldene Verdienstspange des Landesverbandes Bayern des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge für seine mehr als 30-jährige Sammeltätigkeit.

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