12.01.2020 - 09:03 Uhr
EschenbachOberpfalz

Eschenbach: 32 neue Bewerber für Sitz im Stadtrat

Die Namen von vier Spitzenkandidaten der Kommunalwahl 2014 sind nicht mehr auf dem Wahlschein 2020 vertreten. Den Eschenbachern stellt sich die Frage: Ergeben sich daraus Veränderungen bei der Sitzvergabe?

Im Wahlkampf 2002 wirbt die ÜCW-"Frauenliste" mit der Parole: "Eschenbach ist viel zu schön um allein von Männern regiert zu werden".
von Walther HermannProfil

64 Frauen und Männer der ehemaligen Kreisstadt stellen sich in diesem Jahr dem Votum des Souveräns. Es bleiben nur noch zwei Monate, dann sind rund 2 900 wahlberechtigte Bürger der Rußweiherstadt aufgerufen, über die Mandate des Stadtparlaments für die nächsten sechs Jahre zu bestimmen und ihr passives Wahlrecht auszuüben. Der Wahlkampf begann bereits im Herbst. Wenig bekannt ist über die parteiinternen „Kämpfe“ bei der Vergabe der Listenplätze an vermutlich aussichtsreiche Kandidaten und sogenannte „Wasserträger“. CSU, SPD, Freie Wähler und ÜCW (Überparteiliche Christliche Wählergemeinschaft) haben bereits im alten Jahr in Nominierungsversammlungen ihre Kandidaten festgelegt und den jeweiligen Wahlvorschlag beschlossen. Seit 17. Dezember bestand die Möglichkeit, die Listen beim städtischen Wahlleiter einzureichen. Die Frist dazu endet am 23. Januar. Spätestens am 18. Februar, werden die nach erfolgter Prüfung zugelassenen Wahlvorschläge durch den Wahlleiter bekannt gegeben. Dann beginnt auch der Druck der Stimmzettel, Wahlscheine und Briefwahlunterlagen.

Im Vergleich zur Wahl vom 16. März 2014 enthält der Eschenbacher Wahlschein 2020 viele neue Namen. Zusätzlich könnte das Fehlen bisheriger „Stimmenkönige“ Auswirkung auf die Gesamtstimmenzahl der Listen haben. Mehr als 1000 Stimmen erhielten vor sechs Jahren die CSU-Kandidaten Klaus Lehl (1306) und Sabine Schultes (1055), die SPD-Kandidaten Peter Lehr (2699), Fritz Betzl (1586), Karolina Forster (1184) und Udo Müller (1081), der FW-Kandidat Karl Lorenz (1480) und ÜCW-Kandidat Peter Nasser (1167).

Neben Fritz Betzl und Peter Nasser (Wegzug) sind auf dem Wahlschein 2020 auch die Freien Wähler Hans Bscherer (995) und Willi Trummer (853) nicht mehr vertreten. Als weiteres Urgestein örtlicher Kommunalpolitik hatte auch Klaus Lehl den Abschied aus dem Stadtparlament angedacht. Doch der 3. Bürgermeister, der stets auf Ausgleich bedacht ist, wollte sich doch noch nicht von der Kommunalpolitik verabschieden und ließ sich für eine weitere Kandidatur bewegen, allerdings an letztere Stelle der CSU-Liste.

Der Wahlvorschlag der CSU enthält im Vergleich zum Jahr 2014 einschließlich einem Wechsel aus der ÜCW acht Neuzugänge. Kandidatenwechsel ist auch bei der SPD festzustellen. Deren Wahlvorschlag enthält ebenfalls acht neue Namen. Bei den Freien Wählern treten neun Kandidaten erneut an. Zu diesen gesellen sich sieben Neubewerber.

Die ÜCW nimmt beim Kandidatenwechsel erneut eine Spitzenstellung ein. Zugleich gelingt ihr, stark JU-angehaucht, ein deutlicher Verjüngungsprozess. Den erfolgreichen Kandidaten Vinzenz Dachauer (1978 und 1984) und Josef Scharf (1984) war ab 1990 Hannelore Ott gefolgt. Ihr gelang es 1996, 2002 und 2008 eine so genannte „Frauenliste“ aufzustellen, die ihr bis 2014 ein Mandat sicherte. Ihr folgte zur Wahl 2014 eine junge Liste, die seither mit zwei Mandatsträgern im Stadtrat vertreten ist. Keiner der engagierten Jungspunde der ÜCW 2020 hat kommunalpolitische Erfahrung. Informationen sammelten sie als Zuhörer an Sitzungen des Stadtrats. In regelmäßigen Abendtagungen schwören sich die 16 neuen Kandidaten auf Initiativen und Aktionen für die verbleibende Zeit vor dem Wahltag ein. Indem sie sich bemühen, sich in politische Prozesse einzubringen, tragen sie dazu bei, ein Sterben der Demokratie von Innen zu verhindern und linken und rechten Populisten Paroli zu bieten.

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