14.07.2021 - 12:58 Uhr
EschenbachOberpfalz

Eschenbach: Baumriesen und Tangorhythmen beim Taubnschuster

Die Faszination von Baumpersönlichkeiten der Oberpfalz vermittelte Jürgen Schuller.
von Walther HermannProfil

Beim Taubnschuster lag Faszination in der Luft. Faszinierende Bäume der Oberpfalz und faszinierende Klänge begeisterten nahezu drei Stunden lang das Publikum. Der Heimatverein hatte zu Bildern und Geschichten über Bäume geladen, die seit einigen Jahren Jürgen Schuller, Biologe am örtlichen Gymnasium, unter dem Titel „Faszinierende Bäume in der Oberpfalz“ in sozialen Medien vorstellt. Durch die Beiträge der „Schleif-Band“ wurde der Abend zu einem audiovisuellen Erlebnis. Das Quartett, begleitet von Sängerin Uschi Steppert, brillierte mit irischer und bayrischer Volksmusik, mit Tangorhythmen und Kletzmerklängen.

Jürgen Schuller fand es „total Klasse“, dass sein Auditorium bereit war, die Faszination über Bäume mit „missionarischen Eifer“ weiterzutragen. Geradezu anklagend wurde er, weil viele Oberpfälzer die eigenen Bäume nicht kennen.

Den Start zu seiner Oberpfalztour hatte er zu den Rubinien am Eschenbacher Galgen gelegt. Auf die dickste und wahrscheinlich älteste Eiche Deutschlands mit einem Umfang von 9,70 Meter traf er bei Regensburg. Als persönlichen Favoriten stellte er die Wolframslinde bei Bad Kötzting mit einem Umfang von 12,60 Meter vor.

Seltenheitswert in der Oberpfalz bescheinigte der Biologe der Eibe, die in der Vergangenheit wegen ihrem Giftgehalt von den Menschen „gnadenlos verfolgt wurde“. Er stellte ein besonderes Exemplar mit drei Meter Stammumfang bei Etterzhausen vor. Noch seltener und eine „Oberpfälzer Spezialität“ war für ihn eine Spirke bei Mantel, eine Kiefernart. Schuller sah in ihr ein Eiszeitrelikt. Seltenheitswert bescheinigte er auch der mit der Vogelbeere verwandten Mehlbeere und einer Sandbirke bei Schwandorf.

Nach einer Musikpause wandte er sich einem ernsteren Thema zu: Globale Erwärmung und Krankheiten. Dokumentiert hatte er das zum Teil großflächige Eschensterben, das er ebenso wie das vor Jahren beklagte Ulmensterben unter anderem mit internationalem Holztransport und Einfuhr von Pilzen begründete.

Die "Schleif-Band" und Uschi Steppert entführten die Besucher in die Welt der Musik.
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