Eschenbach
25.10.2021 - 10:30 Uhr
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Eschenbacher Förster sorgt sich um Baumbestände

Die Waldbegehung des Eschenbacher Stadtrats begleitet Förster Martin Gottsche mit einer düsteren Prognose: „Sollte 2022 zu einem trockenen und heißen Jahr werden, wird es kritisch um unsere Baumbestände."

Auf dieser gut zwei Hektar großen Kahlschlagfläche kündigt Martin Gottsche das Pflanzen von Schwarzerlen und Moorbirken an. Bild: rn
Auf dieser gut zwei Hektar großen Kahlschlagfläche kündigt Martin Gottsche das Pflanzen von Schwarzerlen und Moorbirken an.

"Uns machen bereits nahezu alle Baumarten Probleme. Große Teile der Feinwurzeln sind bereits abgestorben“, sagte Stadtförster Martin Gottsche bei einer Begehung mit dem Eschenbacher Stadtratsgremium in der Nähe des Obersees. Die Gruppe sah sich dort den Kahlschlag zwischen Großkotzenreuth und Holzmühle an. Die Notwendigkeit des Einschlags begründete Gottsche mit dem relativ hohen Salzeintrag aus der vorbeiführenden Straße, der die Bäume geschwächt und den Käferbefall sehr begünstigt habe. „Einen kleinen toten Restbestand überlassen wir der Natur“, versicherte er und kündigte im Rahmen eines Landschaftspflegeprogramms das Pflanzen von Schwarzerlen und Moorbirken an. Ein ähnlicher Kahlschlag war bereits im Winter 1997/1998 nordwestlich des Obersees erfolgt. Vorausgegangen war eine Bestandsaufnahme des Büros für Landschaftsökologie Konrad und Mertl (Erbendorf), das von einer „krassen Fehlbestockung“ des seenahen Waldgebietes gesprochen und den Kahlschlag empfohlen hatte. Auch hier waren zur Wiederaufforstung Eschen, Erlen und Moorbirken empfohlen und verkündet worden: „Und in zehn Jahren schaut’s wunderbar aus.“

Auf dem Weg zur Beobachtungsplattform Obersee, auch vorbei an diesem ehemaligen Kahlschlag, bot sich dem Revierförster wiederholt die Gelegenheit auf die Folgen der Trockenheit aufmerksam zu machen: „Es ist nicht üblich, dass die Kiefer bereits im Herbst Nadeln abwirft.“ Mit Blick auf den abgelassenen Obersee kündigte er Baggerarbeiten als Artenschutzmaßnahme an. Die Seggeninseln sollen vom Uferbereich getrennt und so den „deutlich zugenommenen Schwarzhalstauchern und Möwen“ vor Füchsen sichere Brutstätten garantiert werden. Mit Hinweis auf den „sehr gut angenommenen“ Rundweg um den Obersee und viele hoch geförderte Projekte im Bereich des Naturschutzgebietes lobte der Forstmann die gute Zusammenarbeit mit der Höheren Naturschutzbehörde.

Von einem „schnellen Draht zur Regierung der Oberpfalz“ sprach auch Marcus Gradl. Der Bürgermeister würdigte die Mitwirkung von Gottsche beim „Generieren von Fördergeldern“. Zu dem auf Vorschlag von Gottsche in der Sitzung des Stadtrats am 16. September beschlossenen „Marderparcours“ im Bereich des Waldlehrpfades berichtete Gradl von ersten positiven Reaktionen. Er informierte von Rückmeldungen, in denen das Vorhaben als „einmaliges Projekt für Eschenbach“ gelobt werde.

47 Baumarten im Stadtwald vertreten

Mit „Gedanken zum Eschenbacher Stadtwald“ wandte sich der Revierförster dann erneut an die Kommunalpolitiker: Mit geringen Niederschlägen und der damit zunehmenden Trockenheit begründete er den „erheblich gesunkenen Grundwasserspiegel“. Die Folge seien Windwurf und Stress für alle Arten von Bäumen. Er rief zu einer Abkehr vom reinen Nadelwald auf und versicherte: „Im Stadtwald sind bereits 47 Baumarten vertreten, darunter auch Atlaszeder, Coloradotanne und Elsbeere.“

Geradezu als Vorwurf klang sein Hinweis, dass neben vier Hektar für Kläranlage und Bauhof 20 Hektar Stadtwald ohne Ausgleich für Gewerbeansiedlungen gerodet wurden. Hinzukomme noch die Erschließung von Baugebieten. „Wir brauchen auch Natur“, schrieb er der Ratsrunde ins Stammbuch und schlug vor: Flächenschonendes Arbeiten, Ersatzaufforstung, Vergabe kleinerer Flächen „mit bauen in die Höhe“, Förderung von Altbausanierung, Bauprämien und verdichtetes Bauen. Zu seiner Bestandsaufnahme gehörte auch die Klage, dass im Stadtgebiet immer mehr Bäume verschwinden und das Pflanzen von Obstbäumen offensichtlich abgekommen sei. Gerne erinnerte sich Gottsche an den vor einigen Jahren der Stadt Eschenbach zugesprochenen Staatspreis für vorbildliche Waldarbeit. Im gleichen Atemzug folgte die Kritik: „In meinem Revier gingen im vergangenen Jahr 100 Hektar Wald verloren.“

Nahwärme-Heizzentrale am Galgenweg

Am Galgenweg wird eine Nahwärme-Heizzentrale mit Hackschnitzellagerraum entstehen. Das Bauwerk soll eine Länge von 20 Meter, eine Breite von 7,50 Meter und eine Höhe von 6 Meter erhalten und eine Hackschnitzellagerung von 1000 Kubikmeter ermöglichen. Bürgermeister Marcus Gradl verband das gemeindliche Einvernehmen des Stadtrats mit der Hoffnung, dass das Vorhaben glückt und damit die Weichen auf grüne Energie für das Bahnhofsgelände gestellt werden.

Während der Aussprache über das Vorhaben zu „grüner und nachhaltiger Energie“ war sich das Gremium einig, dass die Erschließung auf Kosten des Antragstellers zu erfolgen hat. Die Sprecher der Fraktionen hielten das Vorhaben für „grundsätzlich gut und begrüßenswert“. Als sich Thomas Ott nach der Lagerkapazität erkundigte, sprach der anwesende Antragsteller nicht nur von „weiterer Ausbaumöglichkeit“. Er informierte über zwei Öfen zu je 330 Kilowatt-Leistung, einen Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Liter und ausreichend Platz für einen dritten Ofen.

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Vorbach24.10.2021
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