Was geschah im Jahr 2018 im Umfeld der sudetendeutschen Volksgruppe? Antworten darauf gab Obmann Walther Hermann bei der Neujahrsfeier der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) im Gasthof „Weißes Roß“.
In seinem Rückblick streifte er kurz bundes- und landespolitisches Geschehen und erinnerte an den Wechsel von SL-Karlspreisträger Horst Seehofer nach Berlin, wo er als Bundesminister des Inneren, für Bau und Heimat auch für die deutschen Heimatvertriebenen zuständig ist. Den sudetendeutschen Stephan Meier, Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen, ernannte Seehofer zum parlamentarischen Staatssekretär.
Mit Blick auf München nannte er die Sudetendeutschen Florian Herrmann, Marcel Huber und Josef Pschierer im Kabinett. Ministerpräsident Markus Söder, seit 20 Jahren SL-Mitglied, habe beim 69. Sudetendeutschen Tag in Augsburg versichert: "Die Sudetendeutschen werden nicht vergessen, ganz im Gegenteil: Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Geschichte und Identität elementarer Bestandteil der bayerischen Staatspolitik bleiben."
Die "Junge Aktion" der sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde erhielt für ihre Aktivitäten, die als Schwerpunkt Begegnungen mit tschechischen und slowakischen Jugendlichen enthalten, den Bürgerpreis 2018 des Bayerischen Landtags. Erwähnenswert hielt Hermann auch den Informationsbesuch des Vorstands der SPD-Landtagsfraktion im Sudetendeutschen Büro in Prag.
Die Aufzählung von Geschehnissen in der Tschechischen Republik begann mit der Einweihung eines Denkmals zu Ehren des Dichters Johannes von Schüttwa durch den Pilsener Altbischof Frantiaek Radkovský im Gegenwart von SL-Sprecher Bernd Posselt. Einen besonderen Stellenwert maß der Obmann dem vierten "Versöhnungsmarsch" von Pohrlitz nach Brünn bei. Von Jaroslav Ostrcilík initiiert, erinnert er an den Todesmarsch der deutschen Bevölkerung Brünns Ende Mai 1945, bei dem allein bei Pohrlitz in einem Massengrab rund 900 Opfer bestattet wurden. Brünns Oberbürgermeister Petr Vokral wurde mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik ausgezeichnet, Ostrcilík mit der Bundesverdienstmedaille. In Bayern ehrte Ministerpräsident Markus Söder zwei Sudetendeutsche mit dem Bayerischen Verdienstorden: Bischof Rudolf Voderholzer und MdL Gerhard Waschler.
"Für die Vertreibung gab es keine moralische und keine politische Rechtfertigung": Diese Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkl beim Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung nahm Hermann zum Anlass, um auf hysterische Reaktionen tschechischer Politiker einzugehen und Gegenstimmen zu benennen. So habe Miroslav Kalousek, ehemaliger Vorsitzender der tschechischen Partei TOP 09, gesagt: "Wenn ich mir unser Grenzland anschaue, so habe ich das Gefühl, dass wir uns selbst bestraft haben."












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