08.11.2018 - 15:50 Uhr
EschenbachOberpfalz

Das Aus fürs Imkerfest?

Gefährdet ein Neubau des TÜV das alljährliche Imkerfest der Eschenbacher Bienenzüchter auf einer stadteigenen Wiese in der Nähe des Lehrbienenstandes? Die Aussage von Stadtrat Thomas Ott in der Jahreshauptversammlung des Imkervereins verheißt nichts Gutes.

Mit einer Ehrenurkunde würdigt der Bayerische Imkerverband die 25-jährige Treue von Erhard Altmann (links) zu den Eschenbacher Bienenzüchtern. Vorsitzender Anton Schönberger überreicht in der Jahreshauptversammlung des Imkervereins dem Pressather die Auszeichnung.
von Georg PaulusProfil

Ott musste bei der Zusammenkunft im Züchterheim nach seinem Grußwort Fragen zu einer Skizze vom 21. September beantworten. Diese betrifft den "Neubau einer eingassigen Kfz-Prüfanlage des TÜV" auf dem Areal, auf dem jedes Jahr das Imkerfest gefeiert wird. Nach den Worten Otts hat der Stadtrat dabei das letzte Wort.

Anton Schönberger, der Vorsitzende des Imkervereins, hatte neben Stadtrat Thomas Ott auch den gesamten Vorstand, Ehrenmitglieder, Bienenzüchter und befreundete Kollegen aus Kaltenbrunn zur Jahreshauptversammlung begrüßt. Ein ehrendes Gedenken galt den ältesten Mitgliedern, die in diesem Jahr verstorben sind: der 87 Jahre alten Maria Daubenmerkl aus Grafenwöhr und dem 88-jährigen Wolfgang Traßl.

Positives und Negatives

132 Mitglieder - davon 117 aktive -, 817 gemeldete Bienenvölker, 15 neue Imker, darunter 2 Jugendliche: Das waren die erfreulichen Nachrichten des Vorsitzenden, der eine negative folgte: "2018 war im Bereich Eschenbach kein besonderes Bienenjahr", erklärte Schönberger.

Im Winter haben die Völker fast durchgebrütet, im März kam Frost, so dass die Bienen die Brutpflege einstellten, erläuterte er. Da im April der Winter direkt in den Sommer überging und die Natur explodierte, wussten die Bienen nicht, "wohin sie zuerst fliegen sollten". Als die Völker dann im Mai die Vollstärke erreichten, war das Bienenjahr durch den Ausfall der Waldhonigernte fast schon abgeschlossen.

Dass bei den Bienenzüchtern "was los" ist, zeigte der Jahresrückblick. Die Frühjahrsversammlung mit Anton Herzing aus Pegnitz-Buchau als Gastreferent, 18 Schulungstage, das Imkerfest und ein Helferfest für die Ehrenamtlichen, Vorstandssitzungen, die Teilnahme am Weihnachtsmarkt "beim Taubnschuster" und den Verkauf von Bienenfutter listete der Vorsitzende auf.

Hilfreich sei der Verein beim Umtausch und Verkauf von Wachs zum günstigen Preis an Mitglieder sowie beim Verkauf von Imkerartikeln in kleinen Mengen, merkte Schönberger an. Dies erspare lange Wege zu Fachgeschäften.

Die Varroa-Mittel, die der Kreisverband geliefert hat, wurden zum Selbstkostenpreis weitergegeben. Da die Apothekenpflicht für Thymolpräparate und Oxalsäure aufgehoben wurde, entfällt eine Papierflut mit Bestellungsformalitäten, Vollmachten und Kauf über den Tierarzt. "Erfreulich war, dass Schriftführer Robert Uhr in Veitshöchheim erreicht hat, dass wir wieder ein Zuchtvolk erhalten", blickte der Vorsitzende zurück.

"Aufgrund der riesigen Nachfrage von Nichtmitgliedern haben wir die Annahme und Neuanmeldungen zur Honigvermittlung an den Großhändler erheblich eingeschränkt", teilte Schönberger mit.

Honig siebenfach geprüft

Am 26. Oktober sei der Honig abgeholt worden, weitere Informationen seien nicht möglich. Der Honig befinde sich im Labor, wo eine siebenfache Überprüfung vorgenommen werde. "Daher lautet unser Slogan: 'Echter deutscher Honig, auserlesene Markenqualität, ständig kontrolliert', sagte der Vorsitzende.

Tradition haben beim Imkerverein die Mitgliederehrungen in der Jahreshauptversammlung. Für 25-jährige Zugehörigkeit überreichte Schönberger Erhard Altmann aus Pressath eine Ehrenurkunde des Bayerischen Imkerverbands.

Beifall erntete Schatzmeister Hermann Regler für den Kassenbericht. Mit dem Dank an alle, die im Imkerverein wieder mitgeholfen haben sowie den Hinweisen auf das Wachsziehen am Samstag, 10. November, und die Ambrosiusfeier am Freitag, 7. Dezember, in Burkhardsreuth beendete Schönberger den Imkertreff.

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