16.05.2019 - 13:00 Uhr
EschenbachOberpfalz

Geschichte der "Pillendreher"

Historische Instrumente, Arzneimittel und Apotheken-Mobiliar: Im Museum "Beim Taubnschuster" ist eine Sonderausstellung über "Pillen, Pasten und Tinkturen - 200 Jahre Pharmazie in Eschenbach" zu sehen.

Von 1848 bis 1966 befand sich die Stadt-Apotheke Eschenbach in diesem Haus neben der Mariahilf-Bergkirche.
von Externer BeitragProfil

(exb) Die Stadt-Apotheke wurde 1819 gegründet und feiert damit in diesem Jahr das 200-jährige Jubiläum. Das nahm der Heimatverein zum Anlass, der Geschichte der Eschenbacher "Pillendreher" nachzugehen. Zu sehen ist die Ausstellung "Pillen, Pasten und Tinkturen - 200 Jahre Pharmazie in Eschenbach" im Museum "Beim Taubnschuster" bis 22. September.

Im Namen seiner Majestät des Königs erging im Dezember 1819 an den Weidener Marienapotheker Severin Moser die Genehmigung zur Errichtung einer Apotheke in Eschenbach. Moser war der Sohn des Speinsharter Klosterbrauers, der in Eschenbach eine Filiale eröffnen wollte. In den folgenden 200 Jahren haben bis heute 15 Apotheker in der Stadt-Apotheke ihren Dienst an der Volksgesundheit versehen. Seit 1990 besteht mit der Marien-Apotheke, der heutigen Apotheke Schug, eine zweite Apotheke in Eschenbach. In der Ausstellung wird die Geschichte aller Eschenbacher Pharmazeuten in Wort und Bild dokumentiert. Darüber hinaus werden viele historische Apothekergerätschaften, Medizinal-Gefäße aus Glas, Porzellan und Holz, Laborgeräte, Hilfsmittel zur Herstellung und Untersuchung von Arzneien, Waagen, Arzneibücher, alte Arzneimittel, Möbel aus der alten Offizin und viele weitere Dinge aus dem Apothekenalltag der Stadt-Apotheke von früher präsentiert.

Manche der alten Ausstellungsstücke, wie die Pillenmaschine oder die Mutterkornmühle haben längst ihre Bedeutung in der modernen Apotheke verloren, doch geben sie interessante Einblicke in das einstige Geschehen in den Apotheken vergangener Zeiten, die geprägt waren von umfangreicher Eigenherstellung von Arzneimitteln vor allem pflanzlichen Ursprungs. Besucher können auch praktische Erfahrungen mit Heilpflanzenmischungen und den Duft ätherischer Öle machen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen kleinen Apothekergarten im Außenbereich des Museums. Sachkundige Führungen mit Apothekern durch die Ausstellung und den Arzneipflanzengarten können mit der Museumsleitung vereinbart werden. Informationen beim Heimatverein unter Telefon 09645/6381 und per E-Mail an info[at]heimatverein-eschenbach[dot]de.

Das Museum "Beim Taubnschuster" mit seiner Dauerausstellung zu Stadtgeschichte und Eschenbacher Kommunbrauwesen sowie der neuen Sonderausstellung ist sonntags von 14 bis 17 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Durfte einst im Angebot nicht fehlen: die Nasenwatte.
Apotheken-Grundausstattung.
Auch historisches Mobiliar aus Apotheken ist zu entdecken.
Ein Behältnis mit Substanzen reiht sich ans andere. Vieles davon wird heutzutage nicht mehr verwendet.

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