16.06.2019 - 09:27 Uhr
EschenbachOberpfalz

Gewässerwart bester Castingsportler

Turnierwurfsport übt beim Fischerfest der Sportangler große Anziehungskraft aus. Diesmal sicherten sich Ralf Schlottke mit 76 Punkten, Carmen Bauer mit 62 Punkten und Lukas Ring (Jugend) mit 64 Punkten erste Plätze.

von Walther HermannProfil

Bei der 60-Jahr-Feier der Sportangler wetteiferten 17 Herren, 4 Damen und 10 Jugendliche auf dem Festplatz in Tremmersdorf beim sogenannten "Casting" um Ringe und Punkte. Gefordert waren Präzisionswürfe auf die Ahrenbergscheibe. Mit einer mindestens 1,37 Meter langen Einhandrute und einem 7,5 Gramm schweren Kunststoffgewicht schrieb das Reglement für jeden Teilnehmer jeweils zwei Würfe von fünf im Viertelkreis angeordneten Startplätzen aus auf die Tuchscheibe vor. Die Entfernungen betrugen für den Pendelwurf 10 Meter, den Seitenwurf rechts 12 Meter, den Überkopfwurf 18 Meter, den Seitenwurf links 16 Meter und für den beliebigen Wurf ebenfalls 16 Meter.

Der Zielring der Tuchscheibe, dem nach außen hin weitere Zielringe folgen, hatte einen Durchmesser von 75 Zentimeter. Insgesamt konnten 100 Punkte erreicht werden. Wie zweiter Vorsitzender Günther Ring berichtete, kommt der Begriff „Casting“ (die Angel auswerfen) aus dem Englischen und gilt mit Ziel- und Weitwürfen als Wurfsport der Sportfischer. Wettkampfmäßig wird er auf dem Rasen von Sportanlagen ausgetragen. Ring versicherte: „So wie sich der Schießsport unter anderem aus der Jagd entwickelt hat, liegen die Wurzeln des Castingsports in der Sportfischerei. Es geht dabei nicht um das Fangen von Fischen, sondern um genaues oder zielweites Werfen von künstlichen Fliegen oder Gewichten mit Angelruten.“

Er verwies auf rund 650.000 im Verband Deutscher Sportfischer e. V. organisierte Angler. Die Castinganhänger üben den Wurfsport innerhalb der Angelvereine aus. Da es ein anerkannter Leistungssport ist, gehört er Sportfischerverband dem Deutschen Sportbund an.

Details über Geschichte und Entwicklung des Castingsports steuerte Gewässerwart Ralf Schlottke bei. Nach seinen Worten hat der frühere „Turnierwurfsport“ eine lange Tradition. Bereits 1923 wurde in Berlin das erste „Deutsche Wurfturnier“ ausgetragen und 1864 soll im Staat New York das erste offizielle Casting-Turnier stattgefunden haben, 16 Jahre vor einem gleichartigen Wettkampf in London. Nach Aussagen Schlottkes dominierten bis Ende der 1950er Jahre die Amerikaner und Skandinavier diesen Leistungssport.

„Seither bestimmen deutsche Sportler das Geschehen“, versicherte der Gewässerwart und erklärte: „Seit 1970 steht Deutschland an der Spitze der Nationen, die Castingsport betreiben und hat bei vielen Welt- und Europameisterschaften die Einzel- und Mannschaftssieger gestellt.“ Sein Können in dieser Sportart stellte am Festtag der Angler auch Rainer Wolfrath, der Vizepräsident des Oberpfälzer Fischereiverbandes, unter Beweis. Mit 86 Punkten war er bester „Werfer“ an der Ahrenbergscheibe. Das gute Ergebnis sah er im regelmäßigen Training bei seinem Verein in Weiden begründet. Er wertete seine Teilnahme als „außer Konkurrenz“ und verzichtete auf einen Preis.

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