21.02.2019 - 16:49 Uhr
EschenbachOberpfalz

Gut 30 Prozent weniger Honig

Großen Honig-Ernten im Norden und Osten der Republik standen kleine Erträge von vielen Oberpfälzer Bienenzüchtern gegenüber. Dazu kam 2018 noch ein Überangebot auf dem Weltmarkt. Die logische Folge: ein Preisverfall, den insbesondere die kleinen Imker schmerzhaft zu spüren bekommen.

von Georg PaulusProfil

Proppenvoll war die gute Stube des Kleintierzüchterheimes, als Anton Schönberger, der Vorsitzende des Imkervereins, seine Kollegen zur Frühjahrsversammlung begrüßte. Neben den Vorstands- und Ehrenmitgliedern galt sein Willkommensgruß Ehrenvorsitzendem Hans Krapf, der nach wie vor regen Anteil am Geschehen im Verein nimmt.

Im Gegensatz zu den vorfrühlingshaften Tagestemperaturen standen die Anmerkungen des Vorsitzenden zur momentanen Situation der Imker. "Unser Honig an den Großhändler ist abgerechnet. Leider war heuer aufgrund großer Ernten im Norden und auch im Osten ein großer Preisverfall zu verzeichnen. Auch auf dem Weltmarkt kam es zu einem Überangebot", informierte Schönberger. "Deutschlands größter Vermarkter hat überhaupt keinen deutschen Honig mehr im Programm."

In der Zeitschrift "Deutscher Imkerbund aktuell" erschien die Meldung, dass zur Zeit von den Großvermarktern kein deutscher Honig angekauft werde. "Leider war unsere Honigernte im vergangenen Jahr um gut 30 Prozent geringer", stellte Schönberger dazu fest. In einigen Gebieten Niederbayerns sei überhaupt nicht geschleudert geworden.

Blick nach vorne richten

Die Bienenzüchter werden aber die Flinte nicht ins Korn werfen und den Blick nach vorne richten. So hat der Vorstand beschlossen, heuer drei Wabenableger von Belegstellen begatteten "Carnicavölkern" zu besorgen, und zwar bei Reinzüchter Werner Zwillich. "Vorletztes Jahr waren alle Mitglieder mit den Völkern zufrieden", merkte der Vorsitzende an. Die Ableger kosten 55 Euro, wobei der Imkerverein für jedes Mitglied ein Volk mit 25 Euro bezuschusst.

Eindringlich bat Schönberger die Bienenzüchter, keine Völker aus dem Ausland oder "Paketbienen" - meistens Überwinterungsableger von Großimkern aus Italien - einzukaufen. Die Gefahr, dass dabei der gefürchtete "Beutenkäfer" eingeschleppt werde, sei viel zu groß.

Die Imker konnten in der Versammlung wieder "Varroa-Behandlungsmittel" bestellen; durch den Großeinkauf über den Kreisverband gibt es dabei erhebliche Preisnachlässe. Außerdem war es möglich, über Kreisvorsitzenden Reinhold Ziegler ein neues Mittel zu ordern.

Der Imker-Chef bat die Mitglieder zudem, die Futtervorräte zu kontrollieren: "Es wäre doch schade, wenn Bienenvölker verhungern müssten." Zudem wurde bekannt gegeben, dass das Leergut aus der Oktober-Lieferung im Frühjahr am Lehrbienenstand wieder abgeholt werden kann.

Schönberger stellte dann die "Funkwaage" vor, die die Staatliche Fachberaterin der Oberpfalz, Renate Feuchtmayr, im Anschluss an die vorbereitenden Arbeiten von Mitgliedern im Lehrbienenstand installiert hat. Unter dem Begriff "Trachnet-Waagen Bayern" können Imker weltweit die Daten abfragen.

"Das ist nicht nur interessant für die Trachtbeobachtung, auch in den Wintermonaten sagt uns die Waage Näheres, zum Beispiel über den Futterverbrauch. Sie ist auch Wetterstation, übermittelt Regenmenge, Luftfeuchtigkeit und Temperatur", erläuterte der Imker-Chef. Dankenswerter Weise habe Jürgen Schwer die Betreuung der Waage übernommen.

Zum Fest nach Slowenien

Abschließend gab Schönberger bekannt, dass der Partnerverein im Slowenischen Zagorje ob Savi am 30. März sein 100-jähriges Bestehen feiern werde und den Imkerverein dazu eingeladen habe. Im Bus der Kemnather Bienenzüchter, die ebenfalls das Jubiläum besuchen, bestehe Mitfahrmöglichkeit. Der Vorsitzende informierte abschließend, dass Imker-Kollege Michael Altmann aus Schwarzenbach bereit sei, den Obstbäumen auf der Wiese am Lehrbienenstand einen Frühlingsschnitt zu verpassen.

Hintergrund:

Imkerfest kontra TÜV

Bei der Planung einer TÜV-Anlage auf dem städtischen Grundstück, auf dem seit über drei Jahrzehnten am Fest Christi Himmelfahrt das Imkerfest steige, habe sich nichts Neues ergeben, teilte Vorsitzender Anton Schönberger mit. Er habe gebeten, darauf Rücksicht zu nehmen, „dass wir dort am 30. Mai wieder unser Imkerfest feiern“.

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