13.09.2020 - 12:54 Uhr
EschenbachOberpfalz

Hotel Rußweiher: Architekt spricht von "energetischem Dilemma"

Das Restaurant und Hotel Rußweiher soll zukunftssicher werden. Die Kosten für Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen beziffert Architekt Günter Lenk auf mindestens 780 000 Euro.

Die Stadt investiert in ihre Freizeitanlage. Der Anlage eines Erlebnisgolfplatzes folgt die Sanierung von Hotel und Restaurant.
von Walther HermannProfil

Das Vorstellen von erforderlichen und möglichen Sanierungsmaßnahmen für das Restaurant und Hotel Rußweiher, das seit 1956 das Landschaftsbild am Rußweiher prägt, nahm in der Sitzung des Stadtrats breiten Raum ein. Nach dem Rückzug des Schullandheimwerks Niederbayern/Oberpfalz kam das Projekt nach spektakulären Stationen im Dezember 1979 in den Besitz der Stadt, die es ab Juni 1981 aufwändig umbauen und für die künftigen Erfordernisse umgestalten ließ. Mit dem nachträglichen Einbau einer Kegelanlage im Kellergeschoß lagen die Kosten für das Gesamtprojekt bei 5,4 Millionen Mark. Am 26. April 1984 wurde im Beisein zahlreicher Ehrengäste das Haus seiner neuen Bestimmung übergeben.

Das seit Jahren undichte Dach und der für das Gebäude energetische „Standard von 1960“ – so Lenk – veranlassten ihn zu der unmissverständlichen Aussage: „Es besteht ein energetisches Dilemma.“ Im gleichen Atemzug mahnte er überalterte Sanitäranlagen an.

"Durchsturzgefahr" beim Dach

Zu den anstehenden Sanierungsmaßnahmen, über dessen Erfordernisse sich der Stadtrat letztmals bei einem Ortstermin am 6. Dezember 2018 informiert hatte, nahm Lenks Mitarbeiter Peter Dietl ausführlich Stellung. Er sprach von einer Teilsanierung der Freizeitanlage Rußweiher, zu der in einem ersten Schritt die energetische Sanierung des Daches unaufschiebbar sei. Er kommentierte Bilder mit Glaswollebeständen, Papierkaschierung, undichtem Dach, teilweisem Schimmelbefall und Holzkonstruktionen mit „Durchsturzgefahr“ und kam zu dem Schluss, dass diese Situation die Energiekosten in die Höhe treibt und erhebliche Materialentsorgungen anstehen. Dietl schlug ein relativ leichtes Blechdach vor, das das Gewicht der einzubringenden Dichtung kompensiert.

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Die Erneuerung der WC-Anlagen sollte „behindertengerecht mit Duschmöglichkeit“ erfolgen. Der Planer hielt es für sinnvoll, diese Maßnahme zu Lasten des Fäkalienraumes der Camper anzugehen, der angrenzend an die Stellplätze der Camper ausgelagert werden sollte. Seine Ausführungen zur Erneuerung des Duschbereichs deckten sich mit den Erkenntnissen des Ortstermins vor knapp zwei Jahren. Für erforderlich hielt er zudem den Umbau der Treppenanlage mit rollstuhlgerechtem Zugang und die Erweiterung und Anpassung der Elektroinstallation. Dietl verwies darauf, dass für die technische Gebäudeausrichtung TGA noch Fachplaner erforderlich sind.

Erneute Aufmerksamkeit von Mandatsträgern und Zuhörern verursachten seine Preiskomponenten zu den einzelnen Maßnahmen. Neben den größten Posten Dachsanierung (mit Nebenkosten 250 000 Euro) und Sanitär-Anlagen für Camper (150 000 Euro) hatte er Aufwendungen für Behinderten-Hublift, Ersatz der Altfenster im Nordbereich und angegriffene Balkonbrüstung aufgelistet.

Parkfläche vergrößern

Günter Lenk bescheinigte dem Gebäude einen gewissen Charme und eine heimelige Atmosphäre. Er sprach sich für eine „kosmetische Aufbesserung“ der Fensterläden aus, die eine Zierfunktion ausüben. Für erforderlich hielt er die Vergrößerung der Parkfläche und schlug dazu eine Verlängerung des Parkstreifens westlich des Hotels vor.

„Die Probleme wurden griffig dargestellt“, resümierte Bürgermeister Marcus Gradl und rief zu Stellungnahmen und Aussprache auf. Als Seniorenbeauftragter begrüßte Klaus Lehl die vorgestellten Verbesserungen für Behinderte und Senioren. Interessant und als Vorteil für das Hotelgebäude wertete es Thomas Ott, den Fäkalienraum der Camper auszulagern. „Wir sollten prüfen, ob für die energetische Sanierung des Gebäudes Fördermittel erreicht werden können“, regte Peter Lehr an und plädierte in diesem Zusammenhang für eine Fenstererneuerung an der Nordseite. Während Reinhard Wiesent unter Hinweis auf den künftigen Pächter der Anlage einen Zeitplan für die Sanierungsmaßnahmen forderte, hielt es Elisabeth Gottsche für „unbestritten, dass wir etwas machen müssen“. Neben der energetischen Sanierung war auch ihr an der Auslagerung von Anlagen für die Camper gelegen.

Die Aussprache endete mit zwei Beschlüssen. Die Verwaltung hat die Möglichkeit von Fördermitteln abzuklären. Das Architekturbüro Lenk wird beauftragt, die Planung und Berechnung für die „externe Lösung des Camper-WC“ vorzunehmen.

Für Dach und Nordseitenfenster besteht nach dem Urteil von Architekt Günter Lenk ein "energetisches Dilemma".
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