14.09.2020 - 11:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ertrunkener 22-Jähriger: Ermittlungen laufen an

Stundenlang suchten rund 100 Rettungskräfte am Samstag im Weidener Flutkanal nach einem vermissten 22-Jährigen. Kurz nach 20 Uhr entdeckten ihn Taucher tot. Nun müssen etliche Fragen geklärt werden.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Viel mehr steht am Montagvormittag nicht fest, teilt Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer mit. "Alkohol war auf jeden Fall im Spiel, nun wird abgeklärt, inwieweit Fremdverschulden vorliegen könnte." Das bedeute nicht, dass jemand den jungen Mann "aktiv umgebracht" habe, sondern die Klärung der Frage, ob der Mann Hilfe, die er benötigt hätte, auch bekommen habe.

Näheres werde wohl erst feststehen, wenn die Leiche geöffnet werde. Das könnte noch am Montag oder Dienstag geschehen, teilt Schäfer mit. Nicht ausgeschlossen sei, dass es vor dem Ertrinken zu einem Herzstillstand gekommen sei.

Am Flutkanal zwischen Parkdeck Friedrich-Ebert-Straße und dem Wehr nahe dem DJK-Heim am Ludwig-Wolker-Weg hatten Polizei, Wasserwacht und Feuerwehr am Samstagnachmittag kurz vor 16 Uhr die großangelegte Vermisstensuche mit Booten, Rettungshubschrauber, Tauchern und weiteren Kräften gestartet.

Vermisst wurde ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Er sollte nach ersten Informationen von ILS-Rettungsstellenleiter Jürgen Meyer angeblich bereits in der Nacht zum Samstag gegen Mitternacht aus einer Gruppe von Jugendlichen verschwunden sein. Laut Polizeipräsidium Oberpfalz wurde der 22-Jährige am Samstagnachmittag bei der Polizei als vermisst gemeldet. Erste Befragungen hätten ergeben, dass der junge Mann möglicherweise in den Flutkanal gefallen sein könnte.

Die Vermisstensuche löste einen Großeinsatz von Rettungskräften aus. Das BRK war mit vier Wasserrettungseinheiten aus Weiden, Neustadt/WN, Weiherhammer und Hirschau vor Ort. Das Team aus Hirschau war mit einem Sonargerät ausgerüstet. Die Suche wurde auch auf den Bereich bis zum Stadtbad ausgedehnt. Schließlich unterstützte die Feuerwehr Neustadt/WN den Einsatz mit einer Drohne mit Wärmebildkamera. Taucher aus Eschenbach und Auerbach kamen hinzu. Am Abend startete zudem ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera.

So laufen die Ermittlungen zum Tod des 22-Jährigen

Weiden in der Oberpfalz

Der Rettungshubschrauber Christoph 80 hatte den Flutkanal bereits am Nachmittag abgeflogen. Ohne Erfolg. Auch zwei Rettungswagen, ein Notarzt sowie Feuerwehrleute aus Weiden und Schirmitz waren vor Ort.

"Kurz nach 20 Uhr wurde von Tauchern eine Person gefunden, die nur noch tot geborgen werden konnte", heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz vom Sonntag. Die genauen Todesumstände sind noch unklar. Die Kriminalpolizei Weiden hat die Ermittlungen aufgenommen.

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